Aus Anlegersicht zeigt der Jahresbericht 2025 ein insgesamt erfolgreiches, aber keineswegs defensives Fondsjahr. Der Fonds hat sein Ziel, von internationalen Rohstoff- und Warenterminmärkten zu profitieren, klar erreicht: Die Anteilklasse I legte um 16,09 %, die Anteilklasse R um 15,27 % zu. Das ist ein starkes Ergebnis, vor allem weil das klassische Rentenportfolio selbst nur 2,77 % Rendite beigesteuert hat. Der wesentliche Performancetreiber war damit nicht die Anleihekomponente, sondern die Rohstoffstrategie über Swaps.
Gerade das ist der zentrale Punkt für Anleger: Der Fonds wirkt auf den ersten Blick wegen seines hohen Anleiheanteils von 81,36 % solide, tatsächlich ist er aber ein strukturierter Rohstofffonds mit Sicherheitsmantel aus kurzlaufenden, bonitätsstarken Anleihen. Diese Anleihen dienen vor allem der Besicherung und Stabilisierung, während das eigentliche Renditepotenzial aus den Derivaten kommt. Das macht das Produkt interessanter als klassische Rentenfonds, aber auch deutlich anspruchsvoller im Risikoprofil.
Positiv ist die Qualität des Sicherungsportfolios. Die Rentenbestände sind überwiegend kurz laufend – 84,5 % unter 3 Jahren – und sehr gut geratet: 68,4 % Aaa, 11,0 % Aa, 20,7 % A. Auch die Risikokennzahlen für Adressenausfall, Liquidität und Zinsänderungen wirken komfortabel. Das Adressenausfallrisiko wird mit 2,83 % als gering eingeordnet, die Liquiditätsquote von 92,04 % spricht für gute Handelbarkeit, und das Zinsänderungsrisiko liegt mit einem VaR von 0,34 % auf niedrigem Niveau. Das ist für Anleger beruhigend, weil der „Unterbau“ des Fonds solide konstruiert ist.
Die Schattenseite liegt jedoch offen im Bericht: Das Rohstoffkursrisiko ist mit einem VaR von 9,05 % als sehr hoch klassifiziert. Genau dort sitzt das eigentliche Fondsrisiko. Wer investiert, sollte also nicht auf den Anleiheanteil schauen und daraus ein konservatives Gesamtprofil ableiten. Der Fonds bleibt in seinem Kern eine Rohstoffwette, nur technisch sauber verpackt. Hinzu kommt ein durchschnittlicher Leverage von 168,30 %, was die Hebelwirkung der Derivatestruktur unterstreicht. Das ist nicht ungewöhnlich für solche Konzepte, erhöht aber die Schwankungsanfälligkeit erheblich.
Ein weiterer wichtiger Punkt ist die Abhängigkeit von einem einzigen OTC-Swap-Kontrahenten, der Landesbank Baden-Württemberg. Das passt zwar zur Konzernstruktur und dürfte operativ naheliegend sein, bedeutet aber ein gewisses Kontrahentenrisiko. Es gibt zwar Barsicherheiten in Höhe von 1,38 Mio. Euro, dennoch ist die Struktur weniger robust als bei einer breiter diversifizierten Derivateabwicklung über mehrere Gegenparteien.
Auch kostenmäßig ist der Unterschied zwischen den Anteilklassen relevant. Die I-Klasse ist mit einer Gesamtkostenquote von 0,99 % spürbar attraktiver als die R-Klasse mit 1,69 %. Das zeigt sich auch in der Performance: Die I-Klasse lag 2025 um gut 0,8 Prozentpunkte vor der R-Klasse. Für Privatanleger ist das ein klassischer Hinweis, dass die Retail-Tranche auf Dauer deutlich stärker unter Kosten leidet. Wer Zugang zur institutionellen Klasse hat, fährt hier klar besser.
Auffällig ist außerdem die Mittelabfluss-Situation. Trotz guter Wertentwicklung verzeichnete der Fonds 2025 per saldo Abflüsse, besonders in der R-Klasse. Das Fondsvermögen der R-Klasse sank von 21,0 Mio. Euro auf 20,1 Mio. Euro, obwohl das Jahresergebnis stark positiv war. Das kann man unterschiedlich lesen: entweder als normales Anlegerverhalten nach schwächeren Vorjahren oder als Hinweis darauf, dass das Produkt nicht von allen Investoren richtig verstanden oder durchgehalten wird. Für neue Anleger ist das ein Signal, dass die Strategie erklärungsbedürftig ist und keine „Buy-and-forget“-Lösung darstellt.
Positiv ist wiederum die Streuung im Rentenportfolio: 50 Einzeltitel, größte Position nur 2,3 %, Top-10 zusammen 20,2 %. Das reduziert Klumpenrisiken innerhalb des Anleihesegments. Weniger positiv ist die Nachhaltigkeitsperspektive: Der Bericht sagt ausdrücklich, dass die zugrunde liegenden Investitionen die EU-Kriterien für ökologisch nachhaltige Wirtschaftsaktivitäten nicht berücksichtigen. Für ESG-orientierte Anleger ist das ein klarer Minuspunkt.
Unterm Strich ist der Fonds aus Anlegersicht kein klassischer Misch- oder Rentenfonds, sondern ein spezialisiertes Rohstoffinvestment mit defensivem Rentenpuffer. 2025 war das Konzept erfolgreich, weil die Rohstoffpositionierung aufgegangen ist. Die Konstruktion wirkt professionell, das Sicherungsportfolio hochwertig und die Risikosteuerung formal solide. Dennoch bleibt das Produkt nur für Anleger geeignet, die Rohstoffschwankungen, Derivateeinsatz und erhöhte Komplexität bewusst akzeptieren.
Fazit:
Der Jahresbericht vermittelt insgesamt ein gutes Bild der operativen Umsetzung, aber aus Investorensicht lautet die entscheidende Botschaft: hohe Renditechance, aber klar überdurchschnittliches Rohstoff- und Strukturierungsrisiko. Für erfahrene Anleger kann der Fonds als Beimischung interessant sein, besonders zur Diversifikation gegenüber Aktien und klassischen Anleihen. Für vorsichtige Anleger oder Investoren, die bei „81 % Anleihen“ ein defensives Profil erwarten, ist er eher ungeeignet.