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Rendite durch Aufstieg: Warum Fondsmanager aus einfachen Verhältnissen oft erfolgreicher sind

viarami (CC0), Pixabay

Ein Blick auf den Lebenslauf kann sich für Anleger auszahlen. Nicht nur Stationen bei renommierten Investmenthäusern oder Abschlüsse an Elite-Universitäten zählen – auch die soziale Herkunft eines Fondsmanagers könnte ein unterschätzter Erfolgsfaktor sein. Darauf deutet eine Untersuchung des Diversity Project Europe hin, deren Ergebnisse vom Frankfurter Vermögensverwalter Quoniam veröffentlicht wurden.

Soziale Mobilität als Renditetreiber

Im Zentrum der Analyse stand eine grundlegende Frage: Wie durchlässig ist die europäische Asset-Management-Branche für Menschen aus weniger privilegierten sozioökonomischen Verhältnissen? Die Auswertung von 30 führenden Gesellschaften kommt zu einem bemerkenswerten Ergebnis: Soziale Aufsteiger erzielen im Schnitt häufig bessere Investmentresultate als Kollegen aus wohlhabenderen Elternhäusern.

Die Studie stützt sich dabei auf mehrere wissenschaftliche Arbeiten. Demnach erreichen Fondsmanager aus finanziell schwächeren Familien signifikant höhere risikoadjustierte Renditen als Manager aus privilegierten Verhältnissen. Ein Forschungsteam um Oleg Chuprinin von der University of New South Wales und Denis Sosyura von der Arizona State University analysierte Vermögensdaten aus Volkszählungen und kam zu dem Schluss: Wer aus einfachen Verhältnissen stammt, schneidet in der Fondssteuerung statistisch besser ab als Kollegen mit wohlhabendem Elternhaus.

Hürden als Schule des Urteilsvermögens

Die Erklärung liegt nach Ansicht der Forscher nicht in einem „Talentbonus“, sondern in Erfahrung. Wer soziale Barrieren überwinden musste, bringt häufig größere Beharrlichkeit, höhere Leistungsbereitschaft und vielfältigere Perspektiven mit. Diese Mischung könne Gruppendenken reduzieren – ein Faktor, der an den Finanzmärkten teuer werden kann.

Gerade in einem Umfeld, das stark von Netzwerken und tradierten Karrierepfaden geprägt ist, scheint Diversität mehr zu sein als ein Schlagwort. Unterschiedliche soziale Hintergründe erweitern laut Studie den Blick auf Märkte, Kundenbedürfnisse und Investmentchancen jenseits etablierter Zirkel.

Eine Branche mit homogener Spitze

Ein Blick auf die Realität in Deutschland zeichnet allerdings ein anderes Bild. Die Branche ist weiterhin stark homogen geprägt: Viele Fondsmanager stammen aus gehobenen Schichten, sind männlich und ohne Migrationshintergrund. Eine Auswertung des Branchenmagazins e-fundresearch.com zeigte bereits 2020, dass unter tausenden erfassten Fondsmanagernamen die häufigsten Vornamen Michael, David und Thomas waren – weibliche Namen tauchten in den Top 30 nicht auf.

Diese strukturelle Einseitigkeit könnte nicht nur ein gesellschaftliches Problem darstellen, sondern auch ökonomische Chancen ungenutzt lassen.

Was Anleger daraus lernen können

Für Investoren ergibt sich daraus eine praktische Konsequenz: Wer einen Fonds auswählt, sollte nicht nur auf Performancekennzahlen und Kostenquoten achten. Auch die Biografie des verantwortlichen Managers kann Hinweise liefern – etwa auf soziale Aufstiegserfahrungen, Bildungswege oder berufliche Umwege.

Gleichzeitig ist die Studie ein Signal an die Fondsgesellschaften selbst. Diversität im Team, insbesondere in sozioökonomischer Hinsicht, kann laut den zitierten Untersuchungen nicht nur das Verständnis für unterschiedliche Kundengruppen verbessern, sondern auch neue Investitionsfelder erschließen – und damit die Performance signifikant steigern.

So zeigt sich: Rendite entsteht nicht allein durch Algorithmen und Marktmodelle. Manchmal beginnt sie mit einem Lebensweg, der nicht selbstverständlich war.

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