Eine aktuelle Umfrage des Wall Street Journal zeigt eine wachsende Skepsis in der US-Bevölkerung gegenüber der Migrationspolitik von Präsident Donald Trump. Mehr als die Hälfte der befragten Wählerinnen und Wähler ist der Ansicht, dass die Regierung in ihrem Vorgehen gegen illegale Einwanderung zu weit gegangen ist. Die Ergebnisse spiegeln eine zunehmende gesellschaftliche Spaltung wider und fallen in eine Zeit anhaltender Proteste und kontroverser Einsätze von Bundesbehörden.
Konkret gaben etwas über 50 Prozent der 1.500 registrierten Wähler, die zwischen dem 8. und 13. Januar befragt wurden, an, dass die Deportationsmaßnahmen der Regierung Trump über das angemessene Maß hinausgehen. Demgegenüber stehen 28 Prozent, die der Meinung sind, der Präsident gehe nicht weit genug. Damit überwiegt erstmals deutlich die Kritik an der Härte der Maßnahmen.
Besonders negativ bewerten viele Befragte den verstärkten Einsatz von Beamten der US-Einwanderungs- und Zollbehörde ICE. 54 Prozent erklärten, diese Einsätze seien überzogen, während lediglich 24 Prozent sie als zu zurückhaltend einschätzten. Die Kritik wird zusätzlich durch jüngste Vorfälle angeheizt, bei denen es in Städten wie Chicago und Minneapolis zu tödlichen Schusswechseln zwischen ICE-Agenten und Zivilisten kam. Diese Ereignisse führten landesweit zu Demonstrationen gegen das Vorgehen der Bundesregierung.
Auch Trumps Bestrebungen, die präsidialen Begnadigungsbefugnisse auszuweiten, stoßen laut Umfrage auf Widerstand. 56 Prozent der Befragten halten diese Pläne für zu weitgehend. Ähnlich kritisch werden seine außenpolitischen Drohungen gesehen, etwa der zunehmende Druck auf ausländische Regierungen und frühere Äußerungen über einen möglichen Erwerb Grönlands. Hier gaben 53 Prozent an, der Präsident überschreite seine Kompetenzen.
Neben der Migrationspolitik leidet auch Trumps Bewertung in Wirtschaftsfragen. Immer mehr Wähler stufen die wirtschaftliche Lage der USA als schwach ein. Steigende Preise, Unsicherheit auf den Märkten und internationale Handelskonflikte tragen zu dieser Einschätzung bei.
Trotz der deutlichen Kritik zeigt die Umfrage jedoch ein widersprüchliches Bild: Viele Wähler trauen weiterhin der Republikanischen Partei mehr Kompetenz zu als den Demokraten, wenn es um Themen wie Grenzsicherung, Wirtschaft, Inflation, Außenpolitik oder den Krieg zwischen Russland und der Ukraine geht. Dies verdeutlicht, dass Unzufriedenheit mit dem Präsidenten nicht automatisch in eine stärkere Unterstützung der Opposition mündet.
Die Ergebnisse der Umfrage unterstreichen, wie angespannt die politische Stimmung in den USA ist. Trumps Kurs polarisiert weiterhin stark – und dürfte auch im weiteren Verlauf seiner Amtszeit ein zentrales Streitthema bleiben.