Nach dem tödlichen Schusswaffeneinsatz durch einen ICE-Beamten gegen die 37-jährige Renee Nicole Good in Minneapolis erschüttern landesweite Proteste die Vereinigten Staaten. Über das gesamte Wochenende hinweg versammelten sich tausende Menschen in mehr als 1.000 Städten – von Coachella bis Des Moines – um gegen die aggressive Einwanderungspolitik der Trump-Regierung zu demonstrieren.
Renee Nicole Good, eine Mutter von drei Kindern, wurde am 7. Januar 2026 während einer Abschiebeaktion von ICE-Agent Jonathan Ross erschossen. Laut offiziellen Angaben habe Good versucht, mit ihrem Fahrzeug den Beamten zu rammen. Zeugen und Unterstützer der Getöteten widersprechen dieser Darstellung – laut ihnen habe sie versucht, die Szene zu verlassen, nicht anzugreifen. Die Tötung wird von vielen als ungerechtfertigt und Ausdruck einer zunehmend militarisierten Einwanderungspolitik gewertet.
Besonders in Minneapolis, dem Schauplatz der Tat, formierten sich massive Protestzüge. Über 3.000 Demonstrierende sammelten sich im Powderhorn Park und marschierten weiter durch die Innenstadt. Auch prominente Stimmen wie die der Abgeordneten Ilhan Omar kritisierten das Vorgehen der Behörden scharf: „Unsere Gemeinschaft wird terrorisiert – wir lassen das nicht länger zu.“
Neben Minneapolis kam es auch in Städten wie Los Angeles, Coachella, Naples, Des Moines und Marion zu friedlichen Demonstrationen, Mahnwachen und Solidaritätsaktionen. Trotz kalter Temperaturen und Regen zeigten sich die Menschen entschlossen. „Wir dürfen nicht länger schweigen“, sagte eine Teilnehmerin in Oregon. Besonders ältere Bürger*innen sowie Menschen mit Migrationshintergrund fühlten sich verpflichtet, Gesicht zu zeigen.
In Washington D.C. wurde vor dem Weißen Haus lautstark „ICE muss weg“ skandiert, während in Kalifornien Protestierende in mehreren Sprachen tanzten und sangen. Auch die Angst unter indigenen Gemeinschaften wächst, da ICE-Agenten vermehrt Angehörige dieser Gruppen festnehmen – teils trotz gültiger Papiere.
Kritik hagelt es nicht nur aus der Bevölkerung: Politiker auf Landesebene fordern Untersuchungen, ein sofortiges Ende von ICE-Aktivitäten an Schulen und sogar den Rücktritt von Heimatschutzministerin Kristi Noem. Eine GoFundMe-Kampagne für Goods Familie sammelte über 1,5 Millionen Dollar, was die tiefe Betroffenheit vieler Amerikaner widerspiegelt.
Während das Weiße Haus plant, seine Maßnahmen auszuweiten – inklusive Haustürrazzien –, wird deutlich: Die Proteste markieren einen Wendepunkt. Das Vertrauen in die Migrationsbehörden ist schwer erschüttert. Ob dieser öffentliche Druck zu politischen Konsequenzen führt, bleibt abzuwarten.