In der Silvesternacht 2025 verwandelte sich die Bar „Le Constellation“ in Crans-Montana in ein Inferno, das 40 junge Menschen das Leben kostete. Der Brand, der binnen Minuten die Bar in eine tödliche Falle verwandelte, hat die Schweiz tief erschüttert. Was als Feier begann, endete in einer Tragödie, die Fragen aufwirft und die Welt in Atem hält.
Wie kam es zum Brand?
Laut den Walliser Behörden wurde das Feuer durch Partyfontänen an Champagnerflaschen ausgelöst. Der Funkenflug entzündete leicht entflammbares Material an der Decke, was einen sogenannten „Flashover“ zur Folge hatte. Dieser Effekt sorgt dafür, dass sich das Feuer innerhalb von Sekunden ausbreitet und Temperaturen von bis zu 1000 Grad erreichen kann. In diesem Moment gab es kaum noch eine Chance, den Brand zu stoppen.
Die Ermittler vermuten, dass in der Bar Schaumstoffplatten zur Schalldämmung verwendet wurden, die bei Hitze schnell Feuer fangen. Laut Experten entzünden sich diese Materialien besonders rasch, wenn sie alt und spröde sind. Jetzt wird untersucht, welche genauen Materialien in der Bar verbaut wurden und ob diese den Brandschutzvorgaben entsprachen.
Die Opfer der Tragödie
Am Sonntagabend wurden alle 40 Opfer offiziell identifiziert. Die Mehrheit der Verstorbenen war zwischen 14 und 31 Jahren alt. Besonders tragisch: Über die Hälfte der Opfer waren minderjährig. Unter den Toten befinden sich 22 Schweizer, 8 Franzosen, 6 Italiener, 1 Türke, 1 Portugiese, 1 Rumäne und 1 Belgier. Viele weitere Menschen, insgesamt 119 Verletzte, erlitten schwerste Brandverletzungen und werden in Spezialkliniken behandelt. Ärzte befürchten, dass die Zahl der Todesopfer noch steigen könnte.
Die Betreiber der Bar im Fokus
„Le Constellation“ gehörte einem französischen Ehepaar, das die Bar 2015 übernahm. Die Betreiber, die selbst in den sozialen Medien Fotos vom Renovierungsprozess veröffentlicht hatten, stehen nun im Mittelpunkt der Ermittlungen. Die Staatsanwaltschaft hat eine Strafuntersuchung wegen fahrlässiger Tötung und fahrlässiger Körperverletzung eingeleitet. Trotz der Schwere des Vorfalls sitzen die Betreiber derzeit nicht in Untersuchungshaft, was in der Öffentlichkeit für Kritik sorgt.
Ermittlungen zu Brandschutz und Bauvorschriften
Neben den Betreibern wird auch die Brandschutz- und Bauaufsicht intensiv untersucht. Es wird geprüft, ob alle notwendigen Baugenehmigungen für die Bar vorlagen und ob regelmäßige Brandschutzkontrollen durchgeführt wurden. Im Wallis sind die Gemeinden für den Brandschutz zuständig, und Gemeindevertreter betonen, dass es keine „lasche Haltung“ bei den Kontrollen gegeben habe. Die entsprechenden Unterlagen werden nun von der Staatsanwaltschaft eingesehen.
Fragen bleiben offen
Die Tragödie von Crans-Montana wirft viele Fragen auf, sowohl hinsichtlich der Sicherheit in öffentlichen Einrichtungen als auch in Bezug auf die Verantwortung der Betreiber und der Behörden. Wie konnte es sein, dass ein scheinbar harmloser Partyeffekt in solch einer Katastrophe endete? Wurde der Brandschutz wirklich ernst genommen, oder gab es Mängel? Und vor allem: Wie kann sichergestellt werden, dass sich so etwas nie wiederholt?
Die ganze Schweiz trauert, und der Schmerz wird durch die vielen offenen Fragen nur verstärkt. Wir trauern mit.