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Trumps neue Weltordnung: „America First“ als Machtinstrument – und was 2025 global auf dem Spiel steht

kalhh (CC0), Pixabay

Mit seiner Rückkehr ins Weiße Haus hat Donald Trump unmissverständlich klargemacht, dass seine zweite Amtszeit kein politisches Déjà-vu, sondern eine radikalisierte Fortsetzung seines Kurses werden soll. Schon in den ersten Minuten nach seiner Vereidigung am 20. Januar setzte Trump den Ton für die kommenden Jahre. „America First“ ist für ihn kein Wahlkampfslogan mehr, sondern der alleinige Maßstab amerikanischer Außen-, Wirtschafts- und Sicherheitspolitik – mit weitreichenden Folgen für Verbündete und Gegner gleichermaßen.

Viele Staaten wurden von dieser Konsequenz überrascht. Jahrzehntelang galt die Pax Americana als Grundpfeiler der internationalen Ordnung: Die USA als Schutzmacht, Garant von Allianzen, Stabilitätsanker für Handel, Sicherheit und multilaterale Institutionen. Diese Rolle stellt Trump nun offen infrage. Bündnisse, so seine Überzeugung, seien keine Stärke, sondern eine Last. Internationale Abkommen betrachtet er als Fesseln, Zölle als Druckmittel und wirtschaftliche Abhängigkeiten als Schwäche.

Anders als in seiner ersten Amtszeit hat Trump diesmal ein Kabinett um sich geschart, das seine Weltsicht nahezu geschlossen teilt. Vizepräsident J.D. Vance, Verteidigungsminister Pete Hegseth und Handelsminister Howard Lutnick gelten als loyale Vollstrecker der „America-First“-Doktrin. Interne Gegenstimmen, wie sie es in Trumps erster Amtszeit noch gab, sind kaum mehr zu erwarten.

Die ideologische Grundlage dieser Politik ist klar umrissen: Die internationale Ordnung wird nicht als System gemeinsamer Regeln verstanden, sondern als Machtspiel der Stärkeren. Trump sieht kein Problem darin, mit Autokraten zu verhandeln, wenn es amerikanischen Interessen dient. Demokratien gelten ihm als mühsam, Allianzen als teuer, multilaterale Institutionen als ineffektiv. In dieser Logik dürfen Großmächte ihre Einflusssphären ausdehnen – auch auf Kosten kleinerer Staaten.

Diese Sichtweise markiert einen tiefen Bruch mit der Nachkriegsordnung. Die Fachzeitschrift Foreign Affairs kommt zu einem ernüchternden Fazit: Die Ordnung, die sich über Jahrzehnte um demokratische Verbündete und deren sicherheitspolitische Abhängigkeit von den USA drehte, existiert faktisch nicht mehr. An ihre Stelle tritt eine Welt, in der Macht, Erpressung und bilaterale Deals dominieren.

In Europa sorgt dieser Kurs für erhebliche Verunsicherung. Staaten, die sich bislang auf den amerikanischen Schutzschirm verlassen haben, stellen sich zunehmend die Frage nach eigener strategischer Handlungsfähigkeit. Verteidigungsausgaben werden erhöht, sicherheitspolitische Abhängigkeiten neu bewertet. Auch in Asien reagieren traditionelle Partner wie Japan oder Südkorea mit wachsender Vorsicht, während Rivalen wie China genau beobachten, wo entstehende Machtlücken genutzt werden können.

Trumps „America First“ ist damit weit mehr als eine nationale Agenda. Es ist ein Paradigmenwechsel, der 2025 das internationale Gefüge neu ordnet – mit offenen Konsequenzen für Frieden, Handel und Stabilität. Die zentrale Frage lautet nicht mehr, ob sich die Welt an die USA anpassen muss, sondern wie sie mit einer Weltmacht umgeht, die sich bewusst von ihrer bisherigen Rolle verabschiedet hat.

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