Mitten in der Vorweihnachtszeit sorgen gefälschte Informationsflyer in Sachsen und weiteren Bundesländern für erhebliche Verunsicherung. Die Schreiben erwecken den Eindruck, der Besuch von Weihnachtsmärkten sei künftig nur noch unter strengen Auflagen möglich. Konkret behaupten die Verfasser, Marktbesucher müssten sich vorab bei der jeweiligen Stadt registrieren lassen und eine sogenannte „Sicherheitsgebühr“ entrichten.
Für einen Betrag von 2,50 Euro, so heißt es in den Flyern, erhalte man anschließend eine „Unbedenklichkeits-Bescheinigung“, die angeblich vom Verfassungsschutz ausgestellt werde. Erst mit diesem Dokument sei der Zutritt zu Weihnachtsmärkten erlaubt. Die Wortwahl, das behördlich wirkende Layout und der Verweis auf staatliche Institutionen sollen offenkundig Seriosität vermitteln – tatsächlich handelt es sich jedoch um frei erfundene Inhalte.
Die gefälschten Schreiben tauchten bereits in mehreren sächsischen Städten auf, darunter Chemnitz, Leipzig und Freiberg. Auch aus anderen Teilen Deutschlands wurden ähnliche Vorfälle gemeldet, insbesondere aus westdeutschen Kommunen. Die schnelle Verbreitung deutet darauf hin, dass es sich nicht um vereinzelte Aktionen handelt, sondern um eine gezielte Desinformationskampagne.
Städte und Gemeinden reagierten umgehend. Die Chemnitzer Stadtsprecherin Anne Gottschalk stellte klar, dass es keinerlei Sicherheitsgebühr für Weihnachtsmärkte gebe. Weder sei eine Anmeldung erforderlich, noch würden staatliche Stellen wie der Verfassungsschutz Bescheinigungen für Marktbesucher ausstellen. Auch andere Kommunen bestätigten, dass die Flyer nicht von offiziellen Stellen stammen.
Behörden warnen davor, auf die Inhalte hereinzufallen oder gar Zahlungen zu leisten. Weihnachtsmärkte bleiben weiterhin frei zugänglich. Sicherheitskonzepte existieren zwar – sie richten sich jedoch an Veranstalter und Kommunen und nicht an Besucherinnen und Besucher. Die Verbreitung der Fake-Flyer könnte strafrechtlich relevant sein, insbesondere wenn finanzielle Schäden oder gezielte Täuschung vorliegen.
Die Bevölkerung wird aufgefordert, verdächtige Aushänge, Flyer oder Online-Inhalte zu melden und sich bei Unsicherheiten direkt bei den zuständigen Stadtverwaltungen zu informieren. Gerade in Zeiten erhöhter Sensibilität rund um öffentliche Veranstaltungen könne Desinformation schnell Wirkung entfalten, warnen Experten.