Die Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (BaFin) schlägt Alarm: In mehreren WhatsApp-Gruppen kursieren derzeit betrügerische Anlageangebote, die unter dem Namen des renommierten Post-Trade-Dienstleisters Clearstream verbreitet werden. Hinter den Aktivitäten stehen jedoch unbekannte Betreiber, die den Namen und das Markenimage des Unternehmens missbrauchen, um Anleger in die Falle zu locken.
Nach Angaben der Aufsicht tarnen sich die Betrüger als angebliche Finanzexperten – namentlich „Professor Sebastin Albrik“ und seine „Assistentin Annika Felder“ –, die angeblich im Auftrag von Clearstream handeln. „Von der Existenz dieser Personen ist der BaFin nichts bekannt“, betont die Behörde.
In den betroffenen WhatsApp-Gruppen, darunter M501 TaktikInvest Akademie, H117 – Taktikinvest Akademie und A06 TaktikInvest Akademie, werden Kaufempfehlungen für Finanzinstrumente und Kryptowährungen geteilt. Angeblich lassen sich diese über die Webseiten clearstream(.)xin, clearstream(.)fashion sowie über die Apps ClearsPro und CSMKT handeln.
Tatsächlich jedoch stammen diese Angebote nicht von Clearstream-Gesellschaften, etwa der Clearstream Europe AG oder der Clearstream Banking S.A.. Clearstream selbst bietet keine Handelskonten, Apps oder Finanzdienstleistungen für Privatkunden an. Die BaFin spricht daher von einem eindeutigen Identitätsmissbrauch.
Die unbekannten Betreiber agieren ohne Erlaubnis und bieten unerlaubt Finanz-, Wertpapier- und Kryptowerte-Dienstleistungen an – ein klarer Verstoß gegen das Kreditwesengesetz (§ 37 Abs. 4 KWG) und das Kryptomärkteaufsichtsgesetz (§ 10 Abs. 7 KMAG).
Die BaFin ruft Verbraucherinnen und Verbraucher auf, höchste Vorsicht walten zu lassen. Wer in Deutschland Finanzdienstleistungen oder Kryptogeschäfte anbietet, benötigt eine offizielle BaFin-Erlaubnis. Ob ein Unternehmen zugelassen ist, lässt sich jederzeit in der Unternehmensdatenbank der BaFin prüfen.
Unter der Rubrik „Finanzbetrug erkennen“ veröffentlicht die Aufsicht regelmäßig aktuelle Warnungen zu unseriösen Anbietern und gibt Tipps, wie sich Anleger vor Betrugsmaschen auf WhatsApp, Telegram und anderen Plattformen schützen können.