In einem beunruhigenden Fall von mutmaßlichem Terrorversuch ist ein 55-jähriger Mann in New York angeklagt worden. Er soll mindestens sieben selbst gebastelte Sprengsätze hergestellt und in der Millionenmetropole verteilt haben – unter anderem auf Hausdächern in Manhattan und auf U-Bahn-Schienen.
Laut Angaben der Staatsanwaltschaft beschaffte sich der Mann bereits im Mai über das Internet Chemikalien, Kartonrohre und Zündschnüre zur Herstellung seiner Bomben. Fünf dieser gefährlichen Vorrichtungen habe er zusammen mit Schrotpatronen auf den Dächern mehrstöckiger Wohnhäuser im dicht besiedelten Stadtteil Manhattan versteckt.
Besonders alarmierend: Einen weiteren Sprengsatz warf der Mann von einer Brücke auf Gleise der New Yorker U-Bahn – ein Akt, der, so Staatsanwalt Jay Clayton, „unzählige Leben hätte kosten können“. Glücklicherweise sei niemand verletzt worden, da die Polizei durch Hinweise rasch eingreifen konnte.
Die Ermittler gehen davon aus, dass der Beschuldigte gezielt den öffentlichen Raum und Orte mit hohem Personenaufkommen ins Visier nahm. Ob der Mann allein handelte oder Teil einer extremistischen Gruppierung ist, wird derzeit geprüft. Ein mögliches Motiv wurde bislang nicht öffentlich gemacht.
Die Festnahme und der vereitelte Anschlag werfen erneut ein Schlaglicht auf die Gefahren durch Einzeltäter mit technischem Know-how, die über das Internet Zugang zu gefährlichem Material und Bauanleitungen erhalten.
New Yorks Sicherheitsbehörden lobten die rasche Zusammenarbeit von Polizei, FBI und dem Bombenräumkommando. Gleichzeitig mahnten sie zur Wachsamkeit: In einer so dicht bevölkerten Stadt könnten „wenige Minuten über Leben und Tod entscheiden“.
Dem Angeklagten drohen bei einer Verurteilung lange Haftstrafen – möglicherweise auch nach Terrorismusgesetzgebung. Die Ermittlungen dauern an.