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PROKON Windpark Oldendorf GmbH & Co. KG: Hohe Investitionen tragen Früchte – aber auch Schuldenlast bleibt stattlich

geralt (CC0), Pixabay

Der Jahresabschluss der PROKON Windpark Oldendorf GmbH & Co. KG für das Geschäftsjahr 2022 zeigt ein bemerkenswertes Wachstum gegenüber dem Vorjahr. Der Sprung bei den Umsatzerlösen auf über 4,2 Mio. Euro sowie ein deutlicher Jahresüberschuss sind auf den ersten Blick erfreulich. Doch aus Anlegersicht ist eine differenzierte Betrachtung erforderlich, denn der Erfolg basiert auf massiven Investitionen und einer weiterhin hohen Fremdfinanzierung – mit entsprechendem Risiko.

Deutliches Umsatzwachstum – Turnaround nach Investitionsphase

Im Vergleich zum Vorjahr haben sich die Umsatzerlöse nahezu verdreifacht – von rund 1,61 Mio. Euro (2021) auf über 4,23 Mio. Euro (2022). Dieser Sprung signalisiert den erfolgreichen Übergang von der Bau- und Inbetriebnahmephase in den Regelbetrieb. Die Erträge stammen zu über 97 % aus Einspeisevergütungen, der Marktmechanismus über Direktvermarktung (Marktprämien) spielte 2022 dagegen keine Rolle – möglicherweise bedingt durch die fixierten EEG-Tarife.

Jahresüberschuss als Ergebnis von Produktionssteigerung

Mit einem Jahresüberschuss von 1,59 Mio. Euro kehrt die Gesellschaft in die Gewinnzone zurück (Vorjahr: -175.932 Euro). Bemerkenswert ist auch, dass der bislang bilanzierte Verlustanteil der Kommanditisten (204.458 Euro) vollständig abgebaut wurde. Das Eigenkapital ist damit wieder positiv, wenn auch mit 1,39 Mio. Euro noch moderat.

Diese Erholung basiert jedoch nicht auf einem nachhaltigen Polster, sondern ist Ergebnis erster planmäßiger Erträge nach Abschluss der Aufbauphase. Es bleibt abzuwarten, wie sich das Ergebnis in windschwächeren Jahren oder bei veränderten Strompreisen entwickeln wird.

Sachanlagen massiv erweitert – hohe Verschuldung als Kehrseite

Die Bilanzsumme stieg von 15,16 Mio. Euro auf 24,06 Mio. Euro, getrieben vor allem durch einen Anstieg der technischen Anlagen und Maschinen um knapp 7 Mio. Euro auf nunmehr 19,6 Mio. Euro. Diese Investition war offenbar notwendig für die Inbetriebnahme, macht aber auch die Kehrseite sichtbar: Die langfristigen Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten wuchsen auf über 17,5 Mio. Euro – eine klare Hebelwirkung auf das Geschäftsmodell.

Der Großteil dieser Kredite hat eine Laufzeit von mehr als fünf Jahren, was zunächst für Planungssicherheit spricht. Allerdings sind sie vollständig durch Sicherungsübereignungen und Abtretungen von Einnahmeansprüchen besichert – Anleger müssen sich darüber im Klaren sein, dass bei etwaigen Störungen im Betrieb ein signifikanter Teil des Windparkvermögens zugunsten der Kreditgeber gesichert ist.

Betriebskosten im Griff – aber mit steigender Tendenz

Die betrieblichen Aufwendungen (ohne Abschreibungen) stiegen um rund 31 % auf 656.241 Euro, was angesichts der erhöhten Betriebsaktivität erwartbar ist. Dominierend sind der Pachtaufwand (271.000 Euro) sowie Service- und Wartungskosten (148.000 Euro). Die weiteren Aufwandspositionen sind typisch für Windparks in der Betriebsphase.

Die Abschreibungen betrugen über 1,41 Mio. Euro, was auf die hohe Investitionssumme zurückzuführen ist – ein Effekt, der sich in den kommenden Jahren fortsetzen wird und potenziell drückt, sollte das Betriebsergebnis nicht stabil bleiben.

Verpflichtungen aus Wartungsverträgen langfristig bindend

Aus dem Wartungsvertrag bestehen weitere finanzielle Verpflichtungen in Höhe von rund 1,52 Mio. Euro über eine Laufzeit von 20 Jahren. Diese Zahlungen sind an die Stromproduktion gekoppelt, basieren aber auf Mindestvergütungen – was langfristig Liquiditätsbindung bedeutet. Die Kalkulation wirkt professionell, dennoch ist es ein weiterer Faktor, der die Flexibilität bei schwankenden Erträgen einschränken kann.

Bewertung aus Anlegersicht

Die Gesellschaft hat mit dem Übergang in den Regelbetrieb eine zentrale Projektphase erfolgreich abgeschlossen. Die Umsatzzahlen und der Jahresüberschuss sind ermutigend. Die Kapitalstruktur bleibt jedoch stark fremdfinanziert, und der Schuldendienst ist langfristig bindend. Das Investitionsvolumen wurde sauber aktiviert und die Abschreibungen korrekt abgebildet. Die Rückführung von Verlusten und der Turnaround bei den Kapitalkonten sind klare Fortschritte.

Allerdings besteht ein hohes Maß an Kapitalbindung und Sicherheiten, das Anleger im Blick behalten müssen. Die Ertragslage ist aktuell positiv, aber noch nicht ausreichend robust, um etwaige Produktionsausfälle oder drastische Marktänderungen aus eigener Kraft abzufedern.

Fazit

Der Jahresabschluss 2022 der PROKON Windpark Oldendorf GmbH & Co. KG zeigt ein Projekt, das sich auf dem Weg der Stabilisierung befindet – mit großer Kapitalbindung, hoher Verschuldung, aber starken ersten Betriebsergebnissen. Für Anleger, die in der Aufbauphase investiert waren, bringt dieses Ergebnis eine klare Aufwertung. Neueinsteiger sollten sich jedoch der strukturellen Risiken bewusst sein: Die wirtschaftliche Tragfähigkeit ist stark an die Auslastung und die regulatorischen Rahmenbedingungen geknüpft. Solide geführt – aber nur bei gleichbleibendem Wind ein verlässliches Investment.

Stellungnahme der Firma:

bereits im März wunderten wir uns über den auf Ihrem Portal

Verbraucherschutzforum.berlin veröffentlichten Artikel:

PROKON Windpark Sembten II GmbH & Co. KG: Umsatzrückgang, hohe Schulden
und sinkendes Eigenkapital – Ein Warnsignal für Anleger? – Das
Verbraucherschutzforum [1]

Jetzt haben Sie bzw. Ihr Autor „WG“ den Jahresabschluss der PROKON
Windpark Oldendorf GmbH & Co. KG vorgenommen: PROKON Windpark Oldendorf
GmbH & Co. KG: Hohe Investitionen tragen Früchte – aber auch
Schuldenlast bleibt stattlich – Das Verbraucherschutzforum [2]

Grundsätzlich sind das spannende Analysen. Allerdings sind wir
dahingehend etwas verwundert, das es gar keine öffentliche
Beteiligungsmöglichkeiten für diese Windparks gibt – eine Überschrift
wie „Umsatzrückgang, hohe Schulden und sinkendes Eigenkapital – Ein
Warnsignal für Anleger?“ ist daher irreführend. Die beiden
Windparkgesellschaften sind sogenannte SPVs , die von der Prokon
Regenerative Energien eG in der Regel als Projektgesellschaften
gegründet werden. Im Fall dieser beiden Windparkgesellschaften hat die
Prokon eG jeweils 80.1 % der Anteile an die Energiegenossenschaft
Windauf eG verkauft. Beide Windparks werden so in der Bilanz der Windauf
eG konsolidiert. Entscheidend für Anleger wären daher nicht die
Jahresabschlüsse der einzelnen Projektgesellschaften, sondern der
Jahresabschluss der Windauf eG, einzusehen auf www.windauf.de [3]

Im Sinne der Verbraucher, an die sich Ihr Portal wendet, wären also
Analysen der Geschäftsberichte der Prokon eG und/oder der Windauf eG
relevanter und aussagekräftiger.

Wir vermuten sogar, dass Überschriften, in denen „PROKON“ genannt
wird und in denen dann von „Schuldenlast“, „Schulden“, „Warnsignal
für Anleger“ gerade vor dem Hintergrund der Prokon-Geschichte falsch
interpretiert werden könnten und das in den letzten 10 Jahren im
erfolgreichen Aufbau der Prokon eG als stabile und transparente
Genossenschaft hart erarbeitete Vertrauen schädigen könnten.

Daher möchten wir Sie bitten, einmal zu prüfen, ob Ihr Fokus auf die
Jahresabschlüsse der Projektgesellschaften richtig gelegt ist.

Bei Fragen zur wirtschaftlichen  Entwicklung der Prokon Regenerative
Energien eG, der Prokon-Gruppe mit ihren Beteiligungen oder auch der
Windauf eG stehen wir Ihnen gern zur Verfügung.

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