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Analyse der Bilanz der HEP – Solar England 1 GmbH & Co. KG aus Anlegersicht

ASPhotohrapy (CC0), Pixabay

Die HEP – Solar England 1 GmbH & Co. KG hat ihren Jahresabschluss für das Geschäftsjahr 01.07.2021 bis 30.06.2022 veröffentlicht. Die Bilanzsumme beträgt 333.201,04 Euro und ist im Vergleich zum Vorjahr (7.115.724,08 Euro) drastisch gesunken.


1. Vermögenslage (Aktiva)

Anlagevermögen:

  • Im Vorjahr betrugen die Finanzanlagen (Beteiligungen) noch 4,12 Millionen Euro. Im aktuellen Jahresabschluss sind diese jedoch auf null gesunken.

  • Grund hierfür ist die vollständige Entnahme der Beteiligungen an der HEP Solar Private Equity III GmbH & Co. KG.

Umlaufvermögen:

  • Forderungen gegen verbundene Unternehmen: Diese betrugen im Vorjahr 2,87 Millionen Euro, sind jedoch ebenfalls auf null gesunken.

  • Sonstige Vermögensgegenstände: 92.239,60 Euro (Vorjahr: 89.177,92 Euro)

  • Kassenbestand und Bankguthaben: Starker Anstieg von 14.245,04 Euro auf 240.961,44 Euro

Rechnungsabgrenzungsposten:

  • Im Vorjahr noch 23.217,14 Euro, nun ebenfalls null

Einschätzung:

  • Der drastische Rückgang des Anlagevermögens zeigt, dass die Beteiligung veräußert oder abgeschrieben wurde.

  • Der Anstieg der liquiden Mittel ist positiv, aber im Vergleich zur vorherigen Finanzkraft gering.

  • Das Umlaufvermögen besteht fast ausschließlich aus Bar- und Bankguthaben.


2. Kapitalstruktur (Passiva)

Eigenkapital:

  • Das Eigenkapital beträgt 46.868,40 Euro und hat sich im Vergleich zum Vorjahr (7,03 Millionen Euro) stark verringert.

  • Grund: Hohe Entnahmen und die Auflösung der Beteiligung.

Rückstellungen:

  • Sonstige Rückstellungen bleiben unverändert bei 20.000 Euro.

  • Diese Rückstellungen dürften hauptsächlich Kosten für Jahresabschluss und Prüfung umfassen.

Verbindlichkeiten:

  • Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen: 77.604,70 Euro (leichter Anstieg gegenüber Vorjahr: 69.471,14 Euro)

  • Sonstige Verbindlichkeiten: 188.727,94 Euro, im Vorjahr noch null

  • Die Gesamtverbindlichkeiten betragen 266.332,64 Euro und machen 80 % der Bilanzsumme aus.

Einschätzung:

  • Die Kapitalstruktur ist stark verschlechtert. Der Eigenkapitalanteil ist deutlich gesunken, während die Verbindlichkeiten erheblich gestiegen sind.

  • Das Verhältnis von Eigenkapital zu Verbindlichkeiten ist kritisch.

  • Anleger sollten hier aufmerksam beobachten, wie die Gesellschaft ihre Verbindlichkeiten bedienen will.


3. Ertragslage

Erträge:

  • Sonstige betriebliche Erträge: 646.698,88 Euro (Vorjahr: 1.714,58 Euro)

  • Erträge aus Beteiligungen: 9,59 Millionen Euro (Vorjahr: 818.761,03 Euro)

  • Der hohe Ertrag aus Beteiligungen resultiert aus der Auflösung der Beteiligung.

Aufwendungen:

  • Sonstige betriebliche Aufwendungen: 2,86 Millionen Euro (Vorjahr: 95.145,90 Euro)

  • Dies könnte auf Kosten im Zusammenhang mit der Veräußerung der Beteiligung hinweisen.

Gewinn:

  • Jahresüberschuss: 7,38 Millionen Euro (Vorjahr: 728.572,44 Euro)

  • Der Gewinn wurde vollständig ausgeschüttet und auf den Kapitalkonten gutgeschrieben.

Einschätzung:

  • Der hohe Jahresüberschuss ist auf die Entnahme der Beteiligung zurückzuführen.

  • Langfristig betrachtet sind diese Erträge jedoch nicht nachhaltig, da die Beteiligung nun auf null steht.

  • Die finanzielle Substanz der Gesellschaft ist damit weitgehend verloren.


4. Liquiditäts- und Finanzrisiko

Die Verbindlichkeiten (266.332,64 Euro) übersteigen das vorhandene Eigenkapital (46.868,40 Euro) deutlich.

  • Liquide Mittel: 240.961,44 Euro

  • Das heißt, das Unternehmen kann seine kurzfristigen Verbindlichkeiten decken, ist aber auf weitere Einnahmen angewiesen.

Einschätzung:

  • Durch die vollständige Ausschüttung des Jahresüberschusses ist kein Kapitalpolster mehr vorhanden.

  • Sollte es zu unvorhergesehenen Ausgaben kommen, besteht ein Liquiditätsrisiko.


5. Chancen und Risiken

Chancen:

  • Die Auflösung der Beteiligung hat kurzfristig Liquidität geschaffen.

  • Die vorhandenen liquiden Mittel könnten für neue Projekte genutzt werden.

Risiken:

  • Das Unternehmen hat seine Substanz weitgehend aufgelöst.

  • Da die Beteiligung nicht mehr vorhanden ist, fehlen künftig die regelmäßigen Erträge.

  • Hohe Ausschüttungen können die Finanzkraft langfristig schwächen.

  • Mit einem Eigenkapitalanteil von nur 14 % ist die Kapitalstruktur extrem risikobehaftet.


6. Fazit aus Anlegersicht

Die HEP – Solar England 1 GmbH & Co. KG hat mit der Veräußerung ihrer Beteiligung kurzfristig einen hohen Gewinn erzielt. Allerdings wurde dieser vollständig ausgeschüttet, sodass die finanzielle Substanz drastisch gesunken ist.

Empfehlung:

Anleger sollten sich bewusst sein, dass die hohen Erträge einmaliger Natur sind und die langfristige Ertragsbasis entfallen ist. Die Gesellschaft hat keine bedeutenden Vermögenswerte mehr und ist stark fremdfinanziert.

  • Bei einer erneuten Kapitalrunde sollte genau geprüft werden, ob die Mittel sinnvoll eingesetzt werden können.

  • Die Risikoanalyse sollte die drastisch gesunkene Eigenkapitalquote berücksichtigen.

  • Angesichts der aktuellen Lage ist eine vorsichtige Anlagestrategie ratsam.

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