Staatsanwaltschaft Heidelberg
660 VA 280 Js 31069/22
Durch das Landgericht Heidelberg ist am 18.07.2023 ein Urteil ergangen, welches seit dem 26.07.2023 rechtskräftig ist. Gegen Viktoriya Hristova wurde dabei die Einziehung des Wertes von Taterträgen in Höhe von 11.925,00 € gesamtschuldnerisch .
Dem genannten Urteil liegt folgender Sachverhalt zugrunde:
Die Verurteilte verübte im Zeitraum 13.05.2022 bis 03.11.2022 mit einer Mittäterin Diebstähle in verschiedenen Orten Deutschlands und erwarb dabei Geld und EC-und Kreditkarten, letztere um anschließend Bargeldabhebungen an den Bankautomaten zu tätigen. Dies erfolgte in Trier, Augsburg, Kitzingen, Rastatt, Pforzheim, Heidelberg, Ochsenfurt, Marktheidenfeld, Sommerhausen zum Nachteil der Geschädigten Alois Schünemann, Lidia Maria Schirra ( beide Trier ), Tatiana Ponasenkova, Natalia Ivanova Korin ( beide Augsburg), Ingrid Hentschel ( Kitzingen ), Rigobert Wurster ( Rastatt ), Helga Gretel Poganatz ( Pforzheim ), Doris Schlechter ( Heidelberg ), Cornelia Baumann, Anita Schneider ( beide Ochsenfurt ), Verena Jeßberger ( Marktheidenfeld ), Werner Wenninger ( Sommerhausen ). Der Gesamtschaden betrug 11.956 EUR. Es konnten 1814,80 EUR beigetrieben werden.
Ihren Anspruch auf Auskehrung des Verwertungserlöses können Sie innerhalb von sechs Monaten bei der Staatsanwaltschaft Mannheim anmelden, § 459k Abs. 1 StPO.
Sofern Sie Ihren Anspruch auf Auskehrung des Verwertungserlöses bei der Staatsanwaltschaft binnen der sechsmonatigen Frist anmelden, kann eine Auskehrung an Sie nur dann erfolgen, sofern sich Ihr Anspruch ohne weiteres aus der Einziehungsanordnung ergibt. Sollte sich der Anspruch nicht ohne weiteres aus der Einziehungsanordnung ergeben, bedarf es der Zulassung durch das Gericht, § 459k Abs. 2 StPO.
Unabhängig von der Sechsmonatsfrist können Sie Ihren Anspruch auf Auskehrung des Verwertungserlöses bei der Staatsanwaltschaft anmelden. In diesem Fall müssen Sie allerdings ein Endurteil im Sinne des § 704 ZPO oder einen sonstigen Vollstreckungstitel im Sinne des § 794 ZPO vorlegen, aus dem sich Ihr Anspruch auf Rückgewähr des Erlangten ergibt, § 459k Abs. 5 StPO.
Sofern Sie von demjenigen, gegen den sich die Einziehung von Wertersatz richtet, befriedigt werden/worden sind, legen Sie der Staatsanwaltschaft hierüber bitte eine Quittung vor, da der Einziehungsbetroffene in diesem Fall von der Staatsanwaltschaft in dem Umfang einen Ausgleich aus dem Verwertungserlös verlangen kann, in dem dieser an Sie auszukehren gewesen wäre, § 459l Abs. 2 S. 1, 2 StPO.
Sie können zudem eine Auskehrung von der Staatsanwaltschaft verlangen,
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sofern nach der Aufhebung eines Insolvenzverfahrens ein Überschuss verbleibt und Sie keine Quote im Insolvenzverfahren erhalten haben, § 459m Abs. 1 S. 1 StPO (nur möglich innerhalb einer Frist von 2 Jahren ab Aufhebung des Insolvenzverfahrens), |
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wenn ein Insolvenzverfahren nicht durchgeführt wird, weil die Staatsanwaltschaft im Sinne des § 111i Abs. 2 S. 2 StPO von einer Antragstellung absieht, § 459m Abs. 1 S. 4 StPO (nur möglich innerhalb einer Frist von 2 Jahren ab Absehen von der Antragstellung), |
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wenn nach rechtskräftiger Aufhebung des Insolvenzverfahrens oder nach Abschluss der Auskehrung des Verwertungserlöses bei der Vollstreckung einer Wertersatzeinziehung erfolgreich durch die Staatsanwaltschaft vollstreckt wird, §459m Abs. 2 StPO. |
In den genannten Fällen des § 459m StPO ist eine Auskehrung durch die Staatsanwaltschaft allerdings nur unter Vorlage eines Endurteils im Sinne des § 704 ZPO oder eines sonstigen Vollstreckungstitels im Sinne des § 794 ZPO, aus dem sich der geltend gemachte Anspruch ergibt, möglich.
In den Fällen des § 459m StPO erfolgt die Auskehrung an den jeweiligen Verletzten nach dem Prioritätsprinzip, also nach der Reihenfolge der Anmeldungen bei der Staatsanwaltschaft.
Abschließend werden Sie darauf hingewiesen, dass Ihr Rechtnachfolger (bei: Erbschaft, gesetzlichem Forderungsübergang auf den Versicherer, Forderungsabtretung) an Ihre Stelle tritt und dazu berechtigt ist, den Anspruch auf Auskehrung des Verwertungserlöses an sich zu verlangen.
Der Verletzte möge sich bitte mit der Staatsanwaltschaft Heidelberg zu obigem Aktenzeichen schriftlich in Verbindung setzen.
Grimm, Rechtspflegerin
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