Im Morgengrauen des gestrigen Tages durchführte die Polizei Berlin, unterstützt von Kräften des Spezialeinsatzkommandos der Polizei Brandenburg und dem Finanzamt für Fahndung und Strafsachen Berlin, eine großangelegte Razzia gegen eine Drogenbande. 262 Einsatzkräfte waren im Einsatz, um Durchsuchungsbeschlüsse an zwölf Wohnanschriften, einer Geschäftsanschrift sowie bei einem Gefangenen in der JVA Niederneuendorfer Allee zu vollstrecken.
Zentrale Figuren:
An der Spitze der Bande sollen ein 36-jähriger Mann und sein 16-jähriger Sohn gestanden haben. Insgesamt bestand die Gruppierung aus elf weiteren Personen – zehn Männer zwischen 17 und 43 Jahren und einer 36-jährigen Frau.
Verdächtige Rollen:
Die beiden Hauptbeschuldigten sollen für den Einkauf der Drogen und die Organisation des Handels verantwortlich gewesen sein. Die weiteren Mitglieder der Bande fungierten mutmaßlich als Händler, Bunkerhalter, Portionierer, Verpacker, Fahrer, Auslieferer, Kurierfahrer und waren für die Einfuhr der Drogen – hauptsächlich aus den Niederlanden – zuständig.
Umfang des Drogenhandels:
Aus der Auswertung von Chatverläufen des Messenger-Dienstes „EncroChat“ ergaben sich Hinweise darauf, dass der Hauptverdächtige bereits zwischen April und Juni 2020 34,5 Kilogramm Kokain, 76 Kilogramm Marihuana, 30 Kilogramm Haschisch und etwa 33 Liter Amphetaminöl eingeführt und veräußert hat.
Ermittlungen und Festnahmen:
Seit Januar 2023 wurden die Beschuldigten überwacht. Bei einem ersten Zugriff am 30. Juni 2023 konnten bereits 36 Kilogramm Amphetaminpaste, 7.000 Ecstasy-Tabletten, 310 Gramm Kokain und 500 Gramm Ketamin sichergestellt werden.
Durchsuchungen und Beschlagnahmen:
Heute Morgen erfolgten die Durchsuchungen an verschiedenen Orten in Berlin und Brandenburg. Dabei wurden größere Mengen Betäubungsmittel (darunter mutmaßlich Cannabis, Kokain, Amphetamine und diverse illegale Arzneimittel), Mobiltelefone, elektronische Geräte, Waffen (eine Schrotflinte und eine Maschinenpistole), Munition, pyrotechnische Erzeugnisse und Bargeld in sechsstelliger Höhe gefunden und beschlagnahmt.
Festnahmen und weitere Schritte:
Fünf der Beschuldigten im Alter von 16 bis 38 Jahren wurden aufgrund bereits bestehender Haftbefehle festgenommen und einem Ermittlungsrichter beim Amtsgericht Tiergarten vorgeführt. Weitere Beschuldigte wurden vorläufig festgenommen, aber nach der erkennungsdienstlichen Behandlung wieder entlassen.
Die Polizei geht davon aus, dass sie mit dieser Razzia einen bedeutenden Schlag gegen den Drogenhandel in Berlin und Brandenburg versetzt hat.