Die NEW Windpark Jülich GmbH & Co. KG mit Sitz in Mönchengladbach hat ihren Jahresabschluss für das Geschäftsjahr 2025 veröffentlicht. Die Zahlen zeigen ein Unternehmen, das weiterhin erheblich in Windenergieanlagen investiert ist und dessen Finanzierung maßgeblich auf langfristigen Bankdarlehen beruht. Während die Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten im vergangenen Jahr zurückgingen, schloss die Gesellschaft das Geschäftsjahr mit einem Verlust von rund 399.000 Euro ab.
Besonders auffällig ist die Entwicklung der liquiden Mittel. Die Bankguthaben sanken von rund 1,38 Millionen Euro zum Jahresende 2024 auf nur noch rund 27.700 Euro zum 31. Dezember 2025. Gleichzeitig weist die Bilanz erstmals eine größere Forderung gegenüber einem verbundenen Unternehmen aus. Diese Veränderungen machen deutlich, dass bei der Beurteilung der finanziellen Lage nicht allein der Bestand auf den Bankkonten betrachtet werden darf.
Die NEW Windpark Jülich GmbH & Co. KG wurde im Dezember 2022 in das Handelsregister eingetragen. Gegenstand des Unternehmens ist die Errichtung und der Betrieb von Windenergieanlagen in Jülich. Die Gesellschaft gehört zum Unternehmensverbund der NEW Kommunalholding GmbH in Mönchengladbach und wird in deren Konzernabschluss einbezogen.
Zum Bilanzstichtag am 31. Dezember 2025 belief sich die Bilanzsumme auf 17.725.039,34 Euro. Ein Jahr zuvor waren es noch 19.780.745,16 Euro gewesen. Damit verringerte sich die Bilanzsumme um rund 2,06 Millionen Euro beziehungsweise etwa 10,4 Prozent.
Den größten Vermögenswert bilden weiterhin die Sachanlagen. Ihr Buchwert betrug Ende 2025 rund 16,58 Millionen Euro, nachdem im Vorjahr noch rund 17,89 Millionen Euro ausgewiesen worden waren. Der Rückgang um etwa 1,31 Millionen Euro entspricht rund 7,3 Prozent.
Nach den Angaben im Jahresabschluss werden die Sachanlagen grundsätzlich zu Anschaffungs- beziehungsweise Herstellungskosten bilanziert und um planmäßige Abschreibungen vermindert. Der Rückgang der Buchwerte ist deshalb nicht ohne Weiteres mit einem entsprechenden Verlust an wirtschaftlicher Leistungsfähigkeit gleichzusetzen. Er kann wesentlich durch die laufende Abschreibung der Windenergieanlagen geprägt sein.
Die Gesellschaft betreibt nach den Erläuterungen im Anhang Windenergieanlagen an den Standorten Jülich-Ost und Jülich-Broich. Beide Anlagen dienen zugleich als Sicherheiten für Bankdarlehen.
Die Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten gingen im Geschäftsjahr 2025 von 15.350.557 Euro auf 14.412.569 Euro zurück. Das entspricht einer Verringerung um 937.988 Euro oder rund 6,1 Prozent.
Im Anhang wird erläutert, dass es sich um zweckgebundene Darlehen der Deutschen Kreditbank AG handelt, die zur Finanzierung der Windenergieanlagen aufgenommen wurden. Der Rückgang der Bankverbindlichkeiten ist grundsätzlich ein positives Signal, weil dadurch die bilanziell ausgewiesene Darlehensbelastung geringer geworden ist.
Allerdings bleibt die Fremdfinanzierung erheblich. Die Bankverbindlichkeiten allein entsprechen rund 81 Prozent der gesamten Bilanzsumme. Eine solche Finanzierungsstruktur ist bei kapitalintensiven Energieprojekten nicht ungewöhnlich, macht die wirtschaftliche Entwicklung jedoch besonders abhängig von stabilen Einnahmen und der Fähigkeit, die vereinbarten Zins- und Tilgungsleistungen zu erbringen.
Insgesamt beliefen sich die Verbindlichkeiten zum Jahresende 2025 auf 14.580.942,96 Euro. Im Vorjahr hatten sie noch 15.919.438,69 Euro betragen. Damit wurden die bilanzierten Verpflichtungen um rund 1,34 Millionen Euro reduziert.
Neben den Bankdarlehen bestanden zum Bilanzstichtag Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen in Höhe von 102.966,44 Euro. Ein Jahr zuvor waren es noch 474.855,66 Euro gewesen. Auch hier zeigt sich ein deutlicher Rückgang.
Die Verbindlichkeiten gegenüber verbundenen Unternehmen verringerten sich von 67.450,23 Euro auf 50.876,20 Euro. Nach den Angaben im Anhang handelt es sich dabei um Verpflichtungen gegenüber der NEW Re GmbH aus der umsatzsteuerlichen Organschaft.
Auf der Aktivseite fällt insbesondere die Entwicklung des Umlaufvermögens auf. Dieses sank von rund 1,87 Millionen Euro auf rund 1,11 Millionen Euro.
Die Forderungen aus Lieferungen und Leistungen blieben mit rund 327.700 Euro nahezu unverändert. Neu ausgewiesen wurden dagegen Forderungen gegenüber verbundenen Unternehmen in Höhe von 657.000 Euro.
Nach dem Bilanzanhang handelt es sich hierbei um Forderungen aus dem konzerninternen Cash-Pooling gegenüber der NEW AG. An anderer Stelle des Anhangs wird hierfür allerdings ein Betrag von 675.000 Euro genannt. Zwischen der Bilanzposition und der erläuternden Angabe besteht somit eine Abweichung von 18.000 Euro, die sich anhand der vorliegenden Unterlagen nicht auflösen lässt.
Ein Cash-Pooling-System dient dazu, die Liquidität innerhalb eines Unternehmensverbunds zentral zu steuern. Einzelne Gesellschaften können dabei Mittel an eine zentrale Konzerngesellschaft übertragen und erhalten im Gegenzug entsprechende Forderungen.
Vor diesem Hintergrund muss der starke Rückgang des Bankguthabens differenziert betrachtet werden. Die ausgewiesenen Bankbestände sanken zwar um rund 1,36 Millionen Euro, gleichzeitig entstanden jedoch Forderungen aus der konzerninternen Liquiditätssteuerung.
Dennoch ist die Entwicklung für die finanzielle Beurteilung wichtig. Ein Guthaben auf dem eigenen Bankkonto ist nicht in jeder Hinsicht mit einer Forderung gegenüber einer anderen Konzerngesellschaft gleichzusetzen. Entscheidend sind unter anderem die vertraglichen Bedingungen, die Verfügbarkeit der Mittel und die Zahlungsfähigkeit des jeweiligen Schuldners.
Die vorliegenden Angaben enthalten keine ausreichenden Informationen, um die konkreten Abrufbedingungen der Cash-Pool-Forderungen zu beurteilen.
Das Eigenkapital der NEW Windpark Jülich GmbH & Co. KG belief sich Ende 2025 auf 3.075.829,84 Euro. Im Vorjahr waren es noch 3.774.934,59 Euro gewesen. Damit ging das bilanzielle Eigenkapital um rund 699.105 Euro zurück.
Die Eigenkapitalquote sank von etwa 19,1 Prozent auf rund 17,4 Prozent. Die Gesellschaft verfügt somit weiterhin über positives Eigenkapital, allerdings hat sich der bilanzielle Eigenkapitalpuffer im Vergleich zum Vorjahr verringert.
Das Kommanditkapital blieb mit 1.000 Euro unverändert. Den wesentlichen Teil des Eigenkapitals bildet eine Rücklage, die zum Jahresende 2025 mit 3.074.829,84 Euro ausgewiesen wurde.
Besondere Aufmerksamkeit verdient das Jahresergebnis. Nach den Angaben im Anhang erwirtschaftete die Gesellschaft 2025 einen Jahresfehlbetrag von 399.104,75 Euro. Dieser wurde mit der Rücklage der Kommanditistin verrechnet.
Der Rückgang der Rücklage zwischen den beiden Bilanzstichtagen beträgt allerdings rund 699.105 Euro und ist damit um 300.000 Euro höher als der ausgewiesene Jahresfehlbetrag. Welche weiteren Eigenkapitalbewegungen zu dieser Differenz geführt haben, lässt sich aus den bereitgestellten Angaben nicht abschließend nachvollziehen.
Eine detaillierte Gewinn- und Verlustrechnung ist in dem vorliegenden Material nicht enthalten. Deshalb lässt sich nicht feststellen, welche Umsatzerlöse die Windenergieanlagen im Geschäftsjahr 2025 tatsächlich erzielt haben und wie sich die einzelnen Aufwandspositionen entwickelt haben.
Insbesondere können aus dem Jahresfehlbetrag allein keine verlässlichen Aussagen über die technische Leistungsfähigkeit der Anlagen, die tatsächlichen Stromproduktionsmengen oder die Entwicklung der Betriebskosten abgeleitet werden.
Der Bilanzanhang enthält jedoch Angaben zu den an die finanzierende Bank abgetretenen Forderungen aus der Stromeinspeisung.
Für die Windenergieanlage Jülich-Ost werden entsprechende Forderungen von derzeit jährlich rund 693.000 Euro genannt. Im Vorjahr hatte der Vergleichswert bei 741.000 Euro gelegen.
Für die Anlage Jülich-Broich werden jährlich rund 834.000 Euro ausgewiesen, gegenüber 886.000 Euro im Vorjahr.
Zusammen ergeben sich damit aktuelle jährliche Beträge von rund 1,53 Millionen Euro. Im Vorjahr lagen die entsprechenden Angaben bei rund 1,63 Millionen Euro.
Diese Werte betreffen die im Zusammenhang mit der Darlehensbesicherung genannten Forderungen aus der Stromeinspeisung. Sie dürfen nicht ohne Weiteres mit den tatsächlich im Geschäftsjahr 2025 erzielten Umsatzerlösen gleichgesetzt werden.
Die Forderungen aus der Stromeinspeisung wurden nach den Angaben im Anhang bis zum Jahr 2041 an die Deutsche Kreditbank AG abgetreten. Darüber hinaus wurde die Windenergieanlage Jülich-Ost zur Sicherung eines Darlehens an die Bank sicherungsübereignet.
Auch die Windenergieanlage Jülich-Broich wurde sicherungsübereignet. Zusätzlich wurden Ansprüche aus einem Wartungsvertrag mit einem angegebenen jährlichen Betrag von rund 39.000 Euro bis zum Jahr 2042 als Sicherheit abgetreten.
Diese Sicherungsvereinbarungen verdeutlichen die langfristige Finanzierungsstruktur der Windenergieprojekte. Banken sichern ihre Darlehen bei solchen Investitionen häufig durch Rechte an den finanzierten Anlagen und durch die Abtretung bestimmter Zahlungsansprüche ab.
Aus den Sicherungsvereinbarungen allein ergibt sich jedoch kein Hinweis darauf, dass die Bank die Sicherheiten tatsächlich verwertet oder eine entsprechende Maßnahme eingeleitet hätte.
Die Gesellschaft selbst bewertet eine Inanspruchnahme aus den im Anhang erläuterten Haftungsverhältnissen aufgrund ihrer Vermögens-, Finanz- und Ertragslage als sehr unwahrscheinlich.
Die Rückstellungen beliefen sich zum Jahresende 2025 auf 68.266,54 Euro. Im Vorjahr waren es 86.371,88 Euro gewesen. Während die Steuerrückstellungen vollständig entfielen, stiegen die sonstigen Rückstellungen von rund 50.850 Euro auf rund 68.267 Euro.
Nach den Angaben im Anhang betreffen die sonstigen Rückstellungen im Wesentlichen die voraussichtlichen Kosten für die Erstellung und Prüfung des Jahresabschlusses sowie Verpflichtungen im Zusammenhang mit dem späteren Rückbau der Anlagen.
Gerade Rückbauverpflichtungen sind bei Windenergieprojekten von Bedeutung. Nach dem Ende der Nutzungsdauer müssen Anlagen unter den jeweils geltenden rechtlichen und vertraglichen Voraussetzungen zurückgebaut werden. Die damit verbundenen zukünftigen Aufwendungen sind bei der bilanziellen Bewertung zu berücksichtigen.
Die NEW Windpark Jülich GmbH & Co. KG beschäftigt nach eigenen Angaben kein Personal. Die Geschäftsführung erfolgt durch die NEW Windenergie Verwaltung GmbH. Diese wird durch ihren Geschäftsführer Michael Theisejans vertreten. Eine gesonderte Vergütung für die Geschäftsführung wird laut Jahresabschluss nicht gewährt.
Die Gesellschaft ist in die Konzernstruktur der NEW Kommunalholding GmbH eingebunden. Der entsprechende Konzernabschluss wird im Unternehmensregister veröffentlicht.
Für die wirtschaftliche Beurteilung ist diese Einbindung relevant, da organisatorische, finanzielle und administrative Aufgaben innerhalb eines Unternehmensverbunds zentral wahrgenommen werden können. Zugleich sollten die wirtschaftlichen Risiken der einzelnen Gesellschaft nicht automatisch mit denen des gesamten Konzerns gleichgesetzt werden.
Der Jahresabschluss enthält außerdem Angaben zur buchhalterischen Trennung der Tätigkeiten nach dem Energiewirtschaftsgesetz. Demnach werden Geschäftsvorfälle durch entsprechende Kostenstellen und weitere Zuordnungen erfasst, um die verschiedenen Tätigkeitsbereiche nachvollziehbar voneinander abzugrenzen.
Nach den Angaben im Anhang wurden im Geschäftsjahr keine Geschäfte größeren Umfangs mit verbundenen oder assoziierten Unternehmen im Sinne der entsprechenden energiewirtschaftsrechtlichen Berichtspflicht getätigt. Auch Geschäfte mit nahestehenden Personen oder Unternehmen zu nicht marktüblichen Bedingungen werden verneint.
Die Geschäftsführung erklärt darüber hinaus, dass nach dem Bilanzstichtag keine Vorgänge von besonderer Bedeutung für die Vermögens-, Finanz- und Ertragslage eingetreten seien.
Der Jahresabschluss wurde am 28. Mai 2026 unterzeichnet und am 16. Juli 2026 festgestellt.
Insgesamt ergibt sich für das Geschäftsjahr 2025 ein gemischtes Bild. Positiv ist insbesondere, dass die Bankverbindlichkeiten um fast 938.000 Euro zurückgeführt wurden. Auch die übrigen Verbindlichkeiten gingen deutlich zurück.
Gleichzeitig sank das Eigenkapital um rund 699.000 Euro, während ein Jahresfehlbetrag von gut 399.000 Euro ausgewiesen wurde. Die Bankguthaben reduzierten sich erheblich, wobei die neu ausgewiesenen konzerninternen Cash-Pool-Forderungen bei der Einordnung berücksichtigt werden müssen.
Für die weitere wirtschaftliche Entwicklung wird entscheidend sein, ob die Windenergieanlagen ausreichende Einnahmen erwirtschaften, um laufende Betriebskosten sowie die langfristigen Finanzierungsverpflichtungen zu decken.
Der Jahresabschluss zeigt damit die typische Herausforderung eines kapitalintensiven Energieprojekts: Hohe Sachanlagenwerte und langfristige Finanzierungen stehen einem laufenden Bedarf an stabilen Zahlungsströmen gegenüber.