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Zeitumstellung auf Winterzeit: Was die zusätzliche Stunde Schlaf wirklich mit unserem Körper macht

MARXCINE (CC0), Pixabay

Eine Stunde geschenkt – aber der Körper muss sich umstellen

Es ist wieder so weit: Deutschland dreht an der Uhr.

In der Nacht vom 24. auf den 25. Oktober 2026 endet die Sommerzeit. Die Uhren werden um 3 Uhr morgens auf 2 Uhr zurückgestellt.

Damit beginnt wieder die sogenannte Winterzeit, die offiziell als Mitteleuropäische Zeit bezeichnet wird.

Für viele Menschen klingt das zunächst nach einer guten Nachricht: eine Stunde länger schlafen.

Doch während Smartphones, Computer und Funkuhren die Umstellung meist automatisch erledigen, funktioniert das beim menschlichen Körper nicht ganz so einfach.

Unsere innere Uhr lässt sich schließlich nicht per Knopfdruck zurückstellen.

Warum die Winterzeit leichter zu verkraften ist

Nach Einschätzung von Schlafmedizinern kommen die meisten Menschen mit der Umstellung im Herbst besser zurecht als mit dem Wechsel zur Sommerzeit im Frühjahr.

Der Grund liegt in der Richtung der Zeitverschiebung.

Im Frühjahr werden die Uhren vorgestellt. Dadurch müssen viele Menschen plötzlich eine Stunde früher aufstehen, obwohl ihre innere Uhr noch auf den bisherigen Rhythmus eingestellt ist.

Im Herbst ist es umgekehrt.

Die Uhr wird zurückgestellt, sodass der gewohnte Tagesablauf nach der neuen Uhrzeit eine Stunde später stattfindet.

Für viele Menschen ist es einfacher, ihren Schlafrhythmus etwas nach hinten zu verschieben, als plötzlich früher einschlafen und aufstehen zu müssen.

Allerdings reagiert nicht jeder Körper gleich.

Unsere innere Uhr bestimmt mehr als nur den Schlaf

Der menschliche Organismus folgt einem biologischen Tagesrhythmus.

Dieser wird als zirkadianer Rhythmus bezeichnet und beeinflusst zahlreiche körperliche Prozesse.

Dazu gehören unter anderem Schlaf und Wachheit, Körpertemperatur, Hormonfreisetzung, Konzentration und Stoffwechsel.

Eine wichtige Rolle spielt dabei das Tageslicht.

Licht am Morgen hilft dem Körper, den Beginn des Tages zu erkennen. Dunkelheit am Abend unterstützt die Vorbereitung auf den Schlaf.

Wird die gesetzliche Uhrzeit verändert, kann deshalb vorübergehend eine Abweichung zwischen dem gewohnten biologischen Rhythmus und dem gesellschaftlichen Tagesablauf entstehen.

Manche Menschen bemerken davon kaum etwas. Andere fühlen sich einige Tage lang müde oder weniger konzentriert.

Wer besonders empfindlich auf die Umstellung reagiert

Nicht alle Menschen vertragen die Zeitumstellung gleich gut.

Besonders empfindlich können Personen reagieren, die ohnehin Schlafprobleme haben oder einen sehr regelmäßigen Schlafrhythmus benötigen.

Auch kleine Kinder können Schwierigkeiten haben, ihre gewohnten Schlafenszeiten kurzfristig anzupassen.

Bei älteren Menschen oder Schichtarbeitern kann die Umstellung ebenfalls spürbar sein.

Hinzu kommt der individuelle Chronotyp.

Während manche Menschen morgens früh leistungsfähig sind, werden andere erst am Abend richtig aktiv.

Diese Unterschiede beeinflussen, wie leicht sich der Schlaf-Wach-Rhythmus verschieben lässt.

Die Zeitumstellung ist deshalb nicht für jeden Menschen einfach nur eine zusätzliche Stunde Schlaf.

Warum man trotz einer Stunde mehr Schlaf müde sein kann

Auf den ersten Blick klingt es widersprüchlich.

Die Uhr wird zurückgestellt, theoretisch steht eine zusätzliche Stunde zur Verfügung – und trotzdem fühlen sich manche Menschen am nächsten Morgen nicht ausgeruht.

Das liegt daran, dass die Schlafqualität nicht allein von der verfügbaren Zeit abhängt.

Wer am Abend zur gewohnten biologischen Zeit müde wird, kann nach der Umstellung früher aufwachen als geplant.

Auch der Wechsel der Tageslichtverhältnisse kann den gewohnten Ablauf beeinflussen.

Zwar wird es nach der Uhr morgens zunächst früher hell, dafür setzt die Dunkelheit am Abend ebenfalls eine Stunde früher ein.

Gerade in den Herbst- und Wintermonaten, wenn die Tage ohnehin kürzer werden, empfinden manche Menschen das als belastend.

Dabei ist zu unterscheiden: Die kürzer werdenden Tage entstehen durch die Jahreszeit, nicht durch die Zeitumstellung selbst. Die Umstellung verschiebt lediglich, wann wir das vorhandene Tageslicht auf der Uhr erleben.

Fünf Tipps für eine entspanntere Zeitumstellung

Wer empfindlich auf die Umstellung reagiert, kann seinen Körper mit einfachen Maßnahmen unterstützen.

  • Regelmäßige Schlafenszeiten beibehalten: Ein möglichst gleichmäßiger Rhythmus hilft der inneren Uhr.
  • Morgens Tageslicht nutzen: Ein Spaziergang am Morgen kann die Anpassung des Schlaf-Wach-Rhythmus unterstützen.
  • Bewegung einplanen: Regelmäßige körperliche Aktivität kann die Schlafqualität verbessern.
  • Abends zur Ruhe kommen: Eine entspannte Abendroutine erleichtert vielen Menschen das Einschlafen.
  • Nicht krampfhaft länger schlafen: Wer nach der Zeitumstellung früher wach wird, muss nicht unbedingt versuchen, die zusätzliche Stunde vollständig auszuschöpfen.

Für die meisten Menschen ist keine besondere Vorbereitung erforderlich.

Wer jedoch bereits unter ausgeprägten Schlafstörungen leidet, sollte anhaltende Beschwerden medizinisch abklären lassen.

Warum gibt es die Zeitumstellung überhaupt?

Die Geschichte der Zeitumstellung reicht weit zurück.

In Deutschland wurde die Sommerzeit erstmals 1916 während des Ersten Weltkriegs eingeführt.

Hintergrund war die Hoffnung, durch eine bessere Nutzung des Tageslichts Energie einzusparen.

Die Regelung blieb allerdings nicht durchgehend bestehen.

Im Laufe der Jahrzehnte wurde die Sommerzeit mehrfach abgeschafft und erneut eingeführt.

Die heutige regelmäßige Sommerzeit gilt in Deutschland seit 1980. Später wurden die Umstellungstermine innerhalb der Europäischen Union vereinheitlicht.

Seitdem gehört das zweimalige Drehen an der Uhr für viele Menschen zum Jahresablauf.

Spart die Zeitumstellung tatsächlich Energie?

Die ursprüngliche Idee war einfach: Wenn es abends länger hell bleibt, wird weniger künstliche Beleuchtung benötigt.

Ob dadurch insgesamt nennenswert Energie eingespart wird, ist allerdings umstritten.

Denn der Energieverbrauch hängt nicht nur von der Beleuchtung ab.

Auch Heizung, Klimatisierung, Arbeitszeiten und das Verhalten der Bevölkerung spielen eine Rolle.

Mögliche Einsparungen bei der Beleuchtung können durch andere Verbrauchseffekte teilweise ausgeglichen werden.

Deshalb lässt sich die Zeitumstellung heute nicht ohne Weiteres als wirksame Energiesparmaßnahme bezeichnen.

Warum wird die Zeitumstellung nicht abgeschafft?

Seit Jahren wird darüber diskutiert, ob die halbjährliche Zeitumstellung noch sinnvoll ist.

Kritiker verweisen unter anderem auf die Belastung des Schlafrhythmus und den fraglichen Nutzen für die Energieeinsparung.

Befürworter unterschiedlicher Zeitmodelle argumentieren dagegen mit der besseren Nutzung des Tageslichts.

Innerhalb der Europäischen Union gab es bereits Bestrebungen, die regelmäßige Zeitumstellung abzuschaffen.

Eine endgültige gemeinsame Regelung wurde jedoch bislang nicht umgesetzt.

Dabei stellt sich auch die Frage, welche Zeit dauerhaft gelten sollte: die Normalzeit oder die Sommerzeit.

Beide Varianten hätten unterschiedliche Auswirkungen darauf, wann es morgens hell und abends dunkel wird.

Bis zu einer politischen Einigung bleibt es deshalb beim bisherigen Wechsel.

Wann werden die Uhren wieder vorgestellt?

Nach der Umstellung im Oktober gilt in Deutschland wieder die Mitteleuropäische Zeit.

Der nächste Wechsel erfolgt im Frühjahr 2027.

<escape>Die nächsten Termine im Überblick:</escape>

Datum Umstellung
25. Oktober 2026 Von 3 Uhr auf 2 Uhr zurück
28. März 2027 Von 2 Uhr auf 3 Uhr vor
31. Oktober 2027 Von 3 Uhr auf 2 Uhr zurück

Im März 2027 beginnt damit erneut die Sommerzeit.

Dann fällt die Nacht durch das Vorstellen der Uhr um eine Stunde kürzer aus.

 

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