Die Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (BaFin) warnt vor Finanzdienstleistungsangeboten auf der Internetseite captrader(.)group. Nach Erkenntnissen der Aufsichtsbehörde besteht der Verdacht, dass die bislang unbekannten Betreiber ohne die erforderliche behördliche Erlaubnis Finanzdienstleistungen anbieten.
Besonders schwer wiegt dabei der Vorwurf des Identitätsdiebstahls: Die Betreiber der Website erwecken offenbar den Eindruck, im Namen der tatsächlich existierenden CapTrader GmbH zu handeln. Nach ausdrücklicher Mitteilung der BaFin besteht jedoch keinerlei Verbindung zwischen dem Unternehmen und der genannten Internetseite.
Identität eines bestehenden Unternehmens wird missbraucht
Nach Angaben der BaFin wird die Website captrader(.)group entgegen den dort veröffentlichten Informationen nicht von der CapTrader GmbH betrieben.
Die echte CapTrader GmbH steht weder mit der Internetseite noch mit den dort angebotenen Dienstleistungen in Verbindung.
Die Finanzaufsicht bezeichnet diesen Vorgang ausdrücklich als Identitätsdiebstahl.
Bei einer solchen Vorgehensweise nutzen unbekannte Anbieter den Namen oder die Identität eines tatsächlich bestehenden Unternehmens, um gegenüber potenziellen Kunden einen vertrauenswürdigen Eindruck zu erwecken.
Für Verbraucherinnen und Verbraucher besteht dadurch die Gefahr, eine betrügerische oder nicht zugelassene Plattform mit einem seriösen Finanzdienstleister zu verwechseln.
Verdacht auf unerlaubte Finanzdienstleistungen
Neben dem Identitätsmissbrauch untersucht die BaFin den Verdacht, dass über die betreffende Website Finanzdienstleistungen ohne die notwendige Erlaubnis angeboten werden.
In Deutschland unterliegen Bankgeschäfte, Finanz- und Wertpapierdienstleistungen, Kryptowerte-Dienstleistungen sowie Zahlungsdienste gesetzlichen Zulassungs- beziehungsweise Erlaubnispflichten.
Unternehmen, die entsprechende Tätigkeiten ausüben möchten, müssen die jeweils geltenden aufsichtsrechtlichen Voraussetzungen erfüllen.
Anbieter, die ohne eine erforderliche Genehmigung tätig werden, umgehen diese gesetzlichen Anforderungen.
Die BaFin weist regelmäßig auf Internetplattformen hin, bei denen der Verdacht unerlaubter Finanzgeschäfte besteht.
⚠️ Vorsicht vor möglichen finanziellen Verlusten
Die aktuelle Warnung zeigt, wie wichtig eine sorgfältige Überprüfung von Online-Finanzangeboten ist.
Insbesondere dann, wenn eine Internetseite den Namen eines bekannten oder zugelassenen Unternehmens verwendet, sollten Verbraucher genau prüfen, ob die angegebene Internetadresse tatsächlich zum betreffenden Anbieter gehört.
Ein bekannter Firmenname oder eine professionell gestaltete Website allein sind kein Nachweis für eine behördliche Zulassung.
Verbraucher sollten deshalb insbesondere folgende Vorsichtsmaßnahmen beachten:
- Keine Gelder an unbekannte oder nicht eindeutig identifizierte Anbieter überweisen.
- Keine Ausweiskopien, Bankdaten oder Zugangsdaten an zweifelhafte Plattformen übermitteln.
- Internetadressen und Unternehmensangaben mit offiziellen Registereinträgen vergleichen.
- Bei bereits erfolgten Zahlungen unverzüglich die eigene Bank kontaktieren und gegebenenfalls Strafanzeige erstatten.