Der Jahresabschluss 2025 der MBBF Windpark Birkholz GmbH & Co. Betriebs KG gibt Einblick in die Vermögens- und Finanzierungsstruktur eines Windparkbetreibers, der weiterhin in erheblichem Umfang fremdfinanziert ist.
Die Bilanzsumme sank innerhalb eines Jahres von rund 10,59 Millionen Euro auf 9,82 Millionen Euro.
Der Rückgang betrifft vor allem das Anlagevermögen, die liquiden Mittel und die ausgewiesenen Verbindlichkeiten.
Besonders bemerkenswert ist allerdings, dass die Gesellschaft trotz des Schuldenabbaus einen Rückgang ihres Eigenkapitals verzeichnete.
Ob dies auf Verluste, Entnahmen der Gesellschafter oder andere Veränderungen der Kapitalkonten zurückzuführen ist, lässt sich aus den veröffentlichten Unterlagen nicht feststellen.
Eigenkapital fällt um mehr als 188.000 Euro
Zum 31. Dezember 2025 weist die MBBF Windpark Birkholz GmbH & Co. Betriebs KG ein Eigenkapital von 873.095,20 Euro aus.
Ein Jahr zuvor waren es noch 1.061.429,38 Euro.
Damit verringerte sich das Eigenkapital um 188.334,18 Euro.
Das entspricht einem Rückgang von rund 17,7 Prozent.
Die Eigenkapitalposition besteht vollständig aus den Kapitalanteilen der Kommanditisten.
Ein gesonderter Bilanzgewinn oder Bilanzverlust wird sowohl für 2024 als auch für 2025 mit null Euro ausgewiesen.
Daraus lässt sich allerdings nicht ableiten, dass die Gesellschaft keinen Gewinn oder Verlust erwirtschaftet hat.
Bei einer Kommanditgesellschaft können Jahresergebnisse unmittelbar über die Kapitalkonten der Gesellschafter verbucht werden.
Auch Entnahmen und Ausschüttungen können die Höhe dieser Kapitalanteile verändern.
Der veröffentlichte Jahresabschluss enthält keine detaillierte Entwicklung der Gesellschafterkonten.
Deshalb bleibt offen, welche Vorgänge den Rückgang um mehr als 188.000 Euro verursacht haben.
Eigenkapitalquote sinkt auf unter neun Prozent
Noch deutlicher wird die Entwicklung beim Blick auf die Eigenkapitalquote.
Ende 2024 lag diese rechnerisch bei rund 10,0 Prozent.
Zum 31. Dezember 2025 betrug sie nur noch etwa 8,9 Prozent.
Damit werden weniger als neun Prozent der bilanzierten Vermögenswerte durch Eigenkapital gedeckt.
Eine niedrige Eigenkapitalquote bedeutet nicht automatisch, dass ein Unternehmen wirtschaftlich gefährdet ist.
Gerade Windparks werden häufig mit einem hohen Fremdkapitalanteil finanziert.
Dennoch ist die Eigenkapitalausstattung für die finanzielle Widerstandsfähigkeit von Bedeutung.
Sie beeinflusst, wie stark unerwartete Verluste die bilanzielle Situation belasten können.
Bei einer Gesellschaft mit einer Eigenkapitalquote von weniger als neun Prozent fällt dieser Puffer vergleichsweise gering aus.
Das verdient insbesondere dann Aufmerksamkeit, wenn gleichzeitig langfristige Finanzierungs- und Nutzungsverpflichtungen bestehen.
Verbindlichkeiten weiterhin bei 8,42 Millionen Euro
Die gesamten bilanzierten Verbindlichkeiten beliefen sich zum Jahresende 2025 auf 8.415.953,61 Euro.
Im Vorjahr waren es noch 9.085.006,89 Euro.
Damit reduzierte die Gesellschaft ihre Verbindlichkeiten um 669.053,28 Euro.
Das entspricht einem Rückgang von rund 7,4 Prozent.
Der Schuldenabbau ist grundsätzlich positiv.
Er zeigt, dass die bilanzierten Verpflichtungen gegenüber dem Vorjahr geringer geworden sind.
Allerdings bleiben die Verbindlichkeiten im Verhältnis zur Bilanzsumme hoch.
Die ausgewiesenen Schulden entsprechen rund 85,7 Prozent der gesamten Bilanzsumme.
Hinzu kommen Rückstellungen und weitere Verpflichtungen.
Für die Beurteilung der finanziellen Stabilität ist daher entscheidend, ob die Gesellschaft dauerhaft ausreichende Einnahmen erwirtschaftet, um ihren Kapitaldienst und die laufenden Betriebskosten zu tragen.
Die veröffentlichten Angaben enthalten jedoch keine detaillierte Gewinn- und Verlustrechnung mit Umsatzerlösen, Jahresergebnis und operativen Zahlungsströmen.
Langfristige Schulden von fast acht Millionen Euro
Von den gesamten Verbindlichkeiten entfallen nach der Bilanz 7.931.158 Euro auf Verpflichtungen mit einer Restlaufzeit von mehr als einem Jahr.
Im Vorjahr hatte dieser Betrag noch 8.507.970 Euro betragen.
Damit ging die langfristige Verschuldung um 576.812 Euro zurück.
Die Bilanz weist außerdem kurzfristige Verbindlichkeiten von 484.795,61 Euro aus.
Allerdings fällt bei der Prüfung des Anhangs eine Unstimmigkeit auf.
Dort werden Verbindlichkeiten mit einer Restlaufzeit von bis zu einem Jahr in Höhe von 694.174,72 Euro genannt.
Diese Angabe weicht um 209.379,11 Euro von dem in der Bilanz ausgewiesenen Betrag ab.
Zudem ergibt die Addition der im Anhang genannten kurz- und langfristigen Verbindlichkeiten einen höheren Wert als die bilanzierten Gesamtverbindlichkeiten.
Warum diese Beträge voneinander abweichen, wird im veröffentlichten Abschluss nicht erläutert.
Für die Beurteilung der kurzfristigen finanziellen Belastung ist dieser Unterschied nicht unerheblich.
Es bleibt daher offen, welcher Betrag die tatsächlichen Fälligkeiten innerhalb eines Jahres zutreffend wiedergibt.
Bankguthaben sinken um rund 129.000 Euro
Zum 31. Dezember 2025 verfügte die Gesellschaft über Bankguthaben und sonstige liquide Mittel von 1.558.515,51 Euro.
Ende 2024 waren es noch 1.687.304,96 Euro.
Damit verringerte sich der Zahlungsmittelbestand um 128.789,45 Euro.
Das entspricht einem Rückgang von rund 7,6 Prozent.
Trotz dieses Rückgangs verfügt die Gesellschaft weiterhin über einen erheblichen Liquiditätsbestand.
Die vorhandenen Zahlungsmittel übersteigen sowohl die in der Bilanz als auch die im Anhang genannten kurzfristigen Verbindlichkeiten.
Dies ist ein positiver Gesichtspunkt.
Allerdings müssen aus den liquiden Mitteln auch laufende betriebliche Verpflichtungen erfüllt werden.
Zudem lässt sich aus einem einzelnen Bilanzstichtag nicht erkennen, wie sich die Liquidität während des Jahres entwickelt hat.
Ob der Rückgang der Bankguthaben vor allem mit Kredittilgungen, Ausschüttungen oder anderen Zahlungen zusammenhängt, geht aus dem Abschluss nicht hervor.
Anlagevermögen sinkt um rund 549.000 Euro
Das Anlagevermögen der MBBF Windpark Birkholz GmbH & Co. Betriebs KG belief sich zum Jahresende 2025 auf 6.961.916 Euro.
Ein Jahr zuvor waren es noch 7.511.290 Euro.
Damit verringerte sich der Buchwert um 549.374 Euro.
Der größte Teil des Anlagevermögens entfällt auf Sachanlagen.
Diese wurden Ende 2025 mit 6.960.916 Euro bilanziert.
Hinzu kommen Finanzanlagen in Höhe von 1.000 Euro.
Nach den Angaben im Anhang werden die Sachanlagen zu Anschaffungskosten angesetzt und über ihre voraussichtliche Nutzungsdauer linear abgeschrieben.
Der Rückgang des Anlagevermögens kann daher insbesondere durch planmäßige Abschreibungen verursacht sein.
Ob zusätzlich Anlagenabgänge oder andere Veränderungen stattgefunden haben, lässt sich aus den veröffentlichten Angaben nicht vollständig nachvollziehen.
Eine außerordentliche Wertminderung ist damit nicht nachgewiesen.
Rückstellungen steigen um fast 20 Prozent
Während die Verbindlichkeiten zurückgingen, erhöhten sich die Rückstellungen.
Zum 31. Dezember 2025 betrugen diese 523.126,51 Euro.
Im Vorjahr waren es 438.494,63 Euro.
Damit stiegen die Rückstellungen um 84.631,88 Euro beziehungsweise rund 19,3 Prozent.
Rückstellungen dienen der bilanziellen Berücksichtigung von Verpflichtungen, deren genaue Höhe oder Fälligkeit noch nicht endgültig feststeht.
Nach Angaben im Anhang wurden sowohl Steuerrückstellungen als auch sonstige Rückstellungen für ungewisse Verbindlichkeiten berücksichtigt.
Eine detaillierte Aufschlüsselung der einzelnen Rückstellungsarten enthält der bereitgestellte Abschluss jedoch nicht.
Deshalb bleibt offen, welche konkreten Sachverhalte den Anstieg verursacht haben.
Für die wirtschaftliche Bewertung wäre insbesondere von Interesse, in welchem Umfang langfristige Verpflichtungen aus dem Betrieb oder dem späteren Rückbau des Windparks berücksichtigt wurden.
Ob solche Verpflichtungen im konkreten Fall Bestandteil der Rückstellungen sind, lässt sich aus den vorliegenden Angaben nicht bestimmen.
Langfristige Nutzungsverträge bis 2042
Neben den bilanzierten Verbindlichkeiten bestehen weitere finanzielle Verpflichtungen aus den Nutzungsverträgen für das Windparkgebiet.
Der Jahresabschluss nennt drei entsprechende Vertragspositionen.
Für den ersten Nutzungsvertrag werden Gesamtverpflichtungen von 28.333,16 Euro ausgewiesen. Die Betrachtung reicht bis zum 14. Dezember 2028.
Beim zweiten Nutzungsvertrag werden Gesamtverpflichtungen von 27.526,44 Euro bis Ende 2026 genannt.
Besonders ins Gewicht fällt der dritte Nutzungsvertrag.
Hier weist die Gesellschaft Gesamtverpflichtungen von 1.869.218,51 Euro aus.
Der berücksichtigte Zeitraum reicht bis zum 31. Dezember 2042.
Insgesamt ergeben sich aus den drei Positionen rechnerisch rund 1,93 Millionen Euro an angegebenen Verpflichtungen.
Allerdings handelt es sich bei zwei der drei Vergütungen um ertragsabhängige Zahlungen.
Nach Angaben im Anhang wurde für deren Berechnung die im Geschäftsjahr 2025 gezahlte Pacht zugrunde gelegt.
Die ausgewiesenen langfristigen Beträge sind deshalb nicht zwingend mit künftig feststehenden Zahlungen in exakt dieser Höhe gleichzusetzen.
Pachtzahlungen hängen teilweise vom Ertrag ab
Für das Geschäftsjahr 2025 werden im Zusammenhang mit den Nutzungsverträgen Zahlungen von insgesamt rund 177.701 Euro genannt.
Davon entfallen etwa 117.573 Euro auf den dritten Vertrag.
Weitere rund 52.972 Euro betreffen den zweiten Vertrag.
Für den ersten Vertrag werden etwa 7.157 Euro ausgewiesen.
Die ertragsabhängige Ausgestaltung einzelner Nutzungsentgelte kann für einen Windpark wirtschaftlich bedeutsam sein.
Wenn die Vergütung mit den Erträgen schwankt, können sich die entsprechenden Zahlungsverpflichtungen bei veränderten Einnahmen ebenfalls verändern.
Ob die Vertragsgestaltung insgesamt günstig oder belastend ist, lässt sich aus den veröffentlichten Angaben allein nicht beurteilen.
Dafür wären unter anderem Informationen über die Stromproduktion, die erzielten Vergütungen und die gesamten Betriebskosten erforderlich.
Rechnungsabgrenzungsposten von mehr als einer Million Euro
Eine weitere auffällige Bilanzposition betrifft die aktiven Rechnungsabgrenzungsposten.
Diese beliefen sich zum Jahresende 2025 auf 1.001.612 Euro.
Im Vorjahr waren es 1.056.862,78 Euro.
Damit ging die Position um rund 55.251 Euro zurück.
Aktive Rechnungsabgrenzungsposten betreffen Ausgaben, die bereits vor dem Bilanzstichtag angefallen sind, wirtschaftlich aber zukünftigen Zeiträumen zugeordnet werden.
Mit mehr als einer Million Euro handelt es sich um eine erhebliche Position.
Sie entspricht rund 10,2 Prozent der gesamten Bilanzsumme.
Welche konkreten Aufwendungen dahinterstehen und über welche Zeiträume sie aufgelöst werden, wird im vorliegenden Anhang nicht erläutert.
Für eine transparente Beurteilung der Vermögenslage wäre eine nähere Aufschlüsselung dieser Position hilfreich.
Denn Rechnungsabgrenzungsposten sind nicht mit frei verfügbaren Zahlungsmitteln gleichzusetzen.
Keine eigenen Arbeitnehmer
Die MBBF Windpark Birkholz GmbH & Co. Betriebs KG beschäftigte im Geschäftsjahr 2025 keine eigenen Arbeitnehmer.
Die Gesellschaft hat ihren Sitz in Varel und wird beim Amtsgericht Oldenburg unter der Handelsregisternummer 204402 geführt.
Der Jahresabschluss wurde am 31. März 2026 von Jan Holst als Geschäftsführer der JWP Jade Windpark Beteiligungs GmbH unterzeichnet.
Die Feststellung erfolgte am 29. Juni 2026.
Welche Fragen bleiben offen?
Der Jahresabschluss zeigt einen Rückgang der bilanzierten Verbindlichkeiten und einen weiterhin erheblichen Zahlungsmittelbestand.
Gleichzeitig wirft er mehrere Fragen auf.
Besonders wichtig ist die Ursache für den Eigenkapitalrückgang um rund 188.000 Euro.
Ohne veröffentlichte Gewinn- und Verlustrechnung lässt sich nicht beurteilen, ob die Gesellschaft im Geschäftsjahr 2025 einen Gewinn oder Verlust erzielt hat.
Auch die Entwicklung der Rückstellungen und die Zusammensetzung der hohen aktiven Rechnungsabgrenzungsposten bleiben unklar.
Hinzu kommt die Abweichung zwischen den Angaben zu den kurzfristigen Verbindlichkeiten in der Bilanz und im Anhang.
Diese Unstimmigkeit sollte für eine belastbare finanzielle Beurteilung aufgeklärt werden.