Das Zweitligaspiel zwischen Dynamo Dresden und dem 1. FC Magdeburg am Sonntag, dem 18. Oktober 2026, steht unter besonderen Sicherheitsvorkehrungen. Die Begegnung beginnt um 13.30 Uhr im Dresdner Rudolf-Harbig-Stadion. Polizei und Stadtverwaltung haben das Aufeinandertreffen als Hochrisikospiel eingestuft.
Hintergrund sind insbesondere die schweren Ausschreitungen beim letzten Duell der beiden Vereine im Januar 2026 in Magdeburg. Damals wurden rund 70 Polizeibeamte verletzt. Nach den veröffentlichten Angaben hatten vermummte Personen Einsatzkräfte unter anderem mit Sitzschalen, Pflastersteinen und Gullydeckeln angegriffen. Gegen zwei Männer wurde inzwischen unter anderem Anklage wegen versuchten Mordes erhoben. Für die Angeklagten gilt die Unschuldsvermutung.
Um vergleichbare Vorfälle zu verhindern, werden am Sonntag mehrere Hundertschaften der Bereitschaftspolizei aus Sachsen und Sachsen-Anhalt sowie Kräfte der Bundespolizei eingesetzt.
Die Stadt Dresden hat für das Stadionumfeld besondere Sicherheitsregelungen erlassen. Zwischen 10.30 Uhr und 17.30 Uhr gelten in festgelegten Bereichen unter anderem Verbote für Pyrotechnik, Messer und bestimmte Gegenstände, die bei gewalttätigen Auseinandersetzungen verwendet werden könnten. Betroffen sind unter anderem der Lennéplatz sowie Teile der Parkstraße, Zinzendorfstraße, Grunaer Straße und Lennéstraße.
Auch die Anreise der rund 2.700 erwarteten Magdeburger Anhänger wird besonders organisiert. Die Deutsche Bahn stellt einen zusätzlichen Zug bereit, der um 8.22 Uhr in Magdeburg startet und über Zerbst, Rodleben und Lutherstadt Wittenberg nach Dresden fährt.
Von einer Anreise mit regulären Nahverkehrszügen über Leipzig rät die Bundespolizei wegen begrenzter Kapazitäten und der vorgesehenen Fantrennung ab. Zusätzlich findet am Sonntag nahezu zeitgleich die Begegnung zwischen Erzgebirge Aue und dem Halleschen FC statt.
Für Magdeburger Fans, die mit dem Auto oder Kleinbus anreisen, ist der Kaufpark Nickern als Anlaufstelle vorgesehen. Von dort sollen Shuttlebusse zum Stadion fahren.
Die Polizei appelliert unter dem Motto „Fair geht vor“ an die Anhänger beider Mannschaften, sich respektvoll und friedlich zu verhalten.
Die Einstufung als Hochrisikospiel bedeutet nicht, dass es zwangsläufig zu Ausschreitungen kommen wird. Sie dient vielmehr dazu, auf Grundlage früherer Vorfälle und der aktuellen Gefahreneinschätzung vorbeugende Sicherheitsmaßnahmen zu treffen.
Für friedliche Fußballfans bleibt zu hoffen, dass am Sonntag ausschließlich das sportliche Geschehen im Mittelpunkt steht und sich die schweren Vorfälle des vergangenen Aufeinandertreffens nicht wiederholen.