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Mutmaßlicher Anschlagsversuch auf Passagierflugzeug: Flydubai-Copilot soll Absturz am Flughafen Tel Aviv geplant haben

CDD20 (CC0), Pixabay

Nach einem schweren Zwischenfall an Bord eines Passagierflugzeugs der Fluggesellschaft Flydubai haben Ermittlungsbehörden der Vereinigten Arabischen Emirate neue Einzelheiten zu einem mutmaßlich geplanten Anschlag bekannt gegeben. Ein Copilot steht im Verdacht, während eines Fluges von Dubai nach Tel Aviv den verantwortlichen Flugkapitän angegriffen zu haben. Nach Darstellung der Ermittler soll er beabsichtigt haben, das Flugzeug am israelischen Flughafen Ben Gurion zum Absturz zu bringen.

Die Maschine konnte nach dem Vorfall sicher in Saudi-Arabien landen. An Bord befanden sich mehr als 170 Menschen.

Die Ermittlungen dauern an. Eine rechtskräftige Verurteilung des Beschuldigten liegt bislang nicht vor.

Angriff auf Flugkapitän während des Fluges

Der Vorfall ereignete sich nach den veröffentlichten Informationen in der vergangenen Woche auf dem Flydubai-Flug FZ1073 von Dubai nach Tel Aviv.

Nach Angaben der Ermittlungsbehörden soll der Copilot während des Fluges den verantwortlichen Kapitän mit einer im Cockpit befindlichen Notfallaxt angegriffen haben.

Der Flugkapitän, ein indischer Staatsangehöriger, erlitt dabei schwere Verletzungen.

Trotz seiner Verletzungen soll es ihm gelungen sein, die Cockpittür zu öffnen und dadurch anderen Besatzungsmitgliedern sowie Passagieren die Möglichkeit zu geben, einzugreifen.

Der mutmaßliche Angreifer wurde anschließend überwältigt.

Ersatzpilot bringt Flugzeug sicher nach Saudi-Arabien

Nach dem Angriff übernahm ein weiterer Pilot die Steuerung des Flugzeugs. Dieser befand sich nach den vorliegenden Berichten als zusätzlicher Pilot an Bord.

Er leitete eine Ausweichlandung in Saudi-Arabien ein und brachte die Maschine sicher zu Boden.

Damit konnte eine weitere Gefährdung der Passagiere und Besatzungsmitglieder verhindert werden.

Der schwer verletzte Flugkapitän erhielt medizinische Hilfe. Über seinen aktuellen Gesundheitszustand liegen keine abschließend gesicherten Angaben vor.

Ermittler sprechen von mutmaßlich geplantem Anschlag

Nach Angaben der Behörden der Vereinigten Arabischen Emirate soll der festgenommene Copilot bei Vernehmungen erklärt haben, dass er sich gezielt bei Flydubai beworben habe, weil die Fluggesellschaft Verbindungen nach Israel anbietet.

Die Ermittler gehen deshalb dem Verdacht nach, dass der Angriff bereits vor dem Flug geplant gewesen sein könnte.

Der Generalstaatsanwalt der Vereinigten Arabischen Emirate bezeichnete den Vorfall nach den veröffentlichten Angaben als terroristischen Anschlag.

Diese Einordnung gibt die derzeitige Auffassung der Ermittlungsbehörden wieder. Ob die strafrechtlichen Voraussetzungen eines terroristischen Delikts tatsächlich erfüllt sind, muss im weiteren Verfahren geklärt werden.

Auch die Angaben über ein mögliches Geständnis beruhen bislang auf Mitteilungen der Ermittlungsbehörden. Eine unabhängige gerichtliche Überprüfung der Aussagen steht noch aus.

Mehr als 170 Menschen an Bord

Zum Zeitpunkt des Zwischenfalls befanden sich mehr als 170 Passagiere und Besatzungsmitglieder im Flugzeug. Ein großer Teil der Reisenden soll aus Israel stammen.

Nach der bisherigen Darstellung der Ermittlungsbehörden hätte ein gezielt herbeigeführter Absturz zahlreiche Menschenleben gefährden können.

Dass es nicht zu einer solchen Katastrophe kam, wird insbesondere dem Eingreifen der Besatzung und mehrerer Passagiere zugeschrieben.

Die genauen Abläufe im Cockpit sowie die einzelnen Beiträge der Beteiligten müssen allerdings noch vollständig rekonstruiert werden.

Fragen zur Sicherheit im internationalen Luftverkehr

Der Vorfall wirft Fragen zu den Sicherheitsvorkehrungen bei internationalen Fluggesellschaften auf.

Dabei geht es insbesondere um die Überprüfung von Flugpersonal, den Schutz des Cockpits und die Möglichkeiten der Besatzung, auf gewaltsame Zwischenfälle während eines Fluges zu reagieren.

Aus dem mutmaßlichen Verhalten eines einzelnen Beschäftigten lässt sich jedoch nicht ohne Weiteres ableiten, dass die Fluggesellschaft bestehende Sicherheitsvorschriften verletzt hat.

Ob es konkrete Versäumnisse bei der Einstellung oder Sicherheitsüberprüfung des Beschuldigten gab, ist bislang nicht bekannt.

Auch hierzu wären weitere Ermittlungen und gegebenenfalls behördliche Untersuchungen erforderlich.

Strafrechtliche Verantwortung noch nicht geklärt

Die Ermittlungen in den Vereinigten Arabischen Emiraten konzentrieren sich auf den Verdacht eines gezielt vorbereiteten Angriffs auf die Besatzung und die Sicherheit des Flugzeugs.

Zu klären ist insbesondere, ob der Beschuldigte tatsächlich beabsichtigte, die Maschine zum Absturz zu bringen, und ob der Angriff Teil einer längerfristigen Planung war.

Die Ermittlungsbehörden müssen außerdem prüfen, ob weitere Personen von einem möglichen Vorhaben wussten oder daran beteiligt waren.

Bislang liegen keine gesicherten Informationen über mögliche Mittäter oder Hintermänner vor.

Nach dem derzeitigen Ermittlungsstand steht der Copilot im Verdacht, den Flugkapitän angegriffen und einen Anschlag auf das Flugzeug geplant zu haben. Die Maschine konnte sicher landen. Über die strafrechtliche Schuld des Beschuldigten wurde noch nicht rechtskräftig entschieden. Es gilt die Unschuldsvermutung.

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