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Starke Rendite, aber teuer erkauft: ALL-IN-ONE überzeugt 2025/26 mit +16,84 %, bleibt jedoch kostenintensiv

geralt (CC0), Pixabay

Der ALL-IN-ONE hat im Geschäftsjahr vom 1. Juni 2025 bis 31. Mai 2026 ein starkes Anlageergebnis erzielt. Die Wertentwicklung lag nach BVI-Methode bei +16,84 %. Gleichzeitig stieg der Anteilwert von 17,10 Euro auf 19,98 Euro. Über die drei Geschäftsjahre seit 2022/23 erhöhte sich der Anteilwert damit von 14,63 Euro auf 19,98 Euro, was einem Wertzuwachs von rund 36,6 % entspricht.

Das positive Jahresergebnis basiert allerdings vor allem auf Kursgewinnen und deutlich weniger auf laufenden Erträgen. Den Gesamterträgen von lediglich rund 0,72 Mio. Euro standen Aufwendungen von rund 4,46 Mio. Euro gegenüber, sodass das ordentliche Nettoergebnis mit –3,74 Mio. Euro negativ ausfiel. Erst realisierte Veräußerungsgewinne von netto 10,90 Mio. Euro sowie insbesondere nicht realisierte Wertsteigerungen von 23,56 Mio. Euro führten zu einem positiven Geschäftsjahresergebnis von 30,72 Mio. Euro. Für Anleger bedeutet dies: Die Rendite des Fonds hängt wesentlich von steigenden Kapitalmärkten und einer erfolgreichen Titelauswahl ab; ein ausgeprägter laufender Ertragspuffer besteht dagegen nicht.

Die Portfolioausrichtung ist breit diversifiziert, gleichzeitig aber komplex. Rund 95 % des Fondsvermögens stecken in anderen Investmentfonds, während direkte Aktien lediglich 1,66 % und Zertifikate 3,38 % ausmachen. Der ALL-IN-ONE ist damit im Kern ein aktiv gemanagter Dachfonds. Die Strategie orientiert sich überwiegend am MSCI World, ergänzt diesen jedoch um aktive Manager, Länder-, Branchen- und Themenfonds. Zu den Schwerpunkten zählen unter anderem Emerging Markets, europäische Small Caps, Japan, Infrastruktur, Technologie sowie US-Small- und Mid-Caps. Damit besitzt der Fonds zusätzliche Renditechancen, entfernt sich aber zugleich stärker von einer einfachen MSCI-World-Anlage.

Positiv hervorzuheben ist die aktive Weiterentwicklung des Portfolios. Mehrere Positionen wurden vollständig verkauft und durch neue Strategien ersetzt. Unter anderem kamen Japan-, Infrastruktur-, Value-, Technologie-Long/Short- und Dividendenstrategien hinzu. Das Management versucht damit, verschiedene Renditequellen miteinander zu kombinieren und Klumpenrisiken zu reduzieren. Die Kehrseite ist eine hohe Abhängigkeit von der Qualität der ausgewählten Fondsmanager. Aufgrund des Dachfondsaufbaus können zudem Überschneidungen zwischen einzelnen Zielfonds entstehen. Das Management bezeichnet die Reduktion solcher Überschneidungen ausdrücklich als ein Ziel der Umschichtungen.

Der größte Kritikpunkt aus Anlegersicht sind die Kosten. Die ausgewiesene Gesamtkostenquote beträgt 3,64 % pro Jahr ohne Transaktionskosten. Das ist eine erhebliche Kostenbelastung, die langfristig einen beträchtlichen Teil der Bruttorendite aufzehren kann. Zudem weisen zahlreiche gehaltene Zielfonds eigene Verwaltungsvergütungen auf. Für Anleger muss ein derart teures Multi-Manager-Konzept deshalb dauerhaft eine entsprechend hohe Mehrleistung gegenüber wesentlich günstigeren globalen Aktienfonds oder ETFs erzielen, damit sich die Mehrkosten rechtfertigen lassen. Besonders wichtig wäre deshalb ein konkreter Renditevergleich mit dem MSCI World Net Return in Euro, der als Vergleichsvermögen angegeben wird. Der Jahresbericht nennt dessen Rendite für denselben Zeitraum jedoch nicht, sodass sich aus dem Bericht allein nicht beurteilen lässt, ob der Fonds tatsächlich einen Mehrwert gegenüber seinem Vergleichsindex erwirtschaftet hat.

Auffällig sind außerdem die anhaltenden Mittelabflüsse. Im Geschäftsjahr flossen netto rund 10,42 Mio. Euro aus dem Fonds ab: Neu investierten 2,84 Mio. Euro standen Anteilsrücknahmen von 13,26 Mio. Euro gegenüber. Trotz dieser Abflüsse stieg das Fondsvermögen dank des guten Anlageergebnisses von rund 189,0 Mio. auf 209,4 Mio. Euro. Gleichzeitig sank die Zahl der umlaufenden Anteile von rund 11,99 Mio. im Geschäftsjahr 2022/23 auf 10,48 Mio. 2025/26. Die rückläufige Anlegerbasis ist daher ein Punkt, den Investoren weiter beobachten sollten.

Beim Risiko ist der Fonds trotz seiner breiten Streuung klar kapitalmarktabhängig. Aktienmarkt-, Zielfonds- und Währungsrisiken bleiben bestehen. Gerade die Beimischung von Emerging und Frontier Markets sowie Themen-, Small-Cap- und Technologiestrategien kann die Schwankungen erhöhen. Andererseits reduziert die Vielzahl unterschiedlicher Fonds und Investmentstile das Risiko einzelner Positionen. Der Fonds war zum Stichtag zudem nahezu vollständig investiert; Bankguthaben machten lediglich rund 0,28 % aus.

Anlegerfazit: Das Geschäftsjahr 2025/26 fällt für den ALL-IN-ONE zunächst überzeugend aus. Eine Rendite von 16,84 %, ein Geschäftsjahresergebnis von mehr als 30 Mio. Euro sowie eine breit diversifizierte und aktiv weiterentwickelte Fondsstruktur sprechen für das Konzept. Dem stehen allerdings drei gewichtige Schwachpunkte gegenüber: die sehr hohe Kostenquote von 3,64 %, die deutlichen Mittelabflüsse und das Fehlen eines konkreten Performancevergleichs mit dem MSCI World im Bericht. Der Fonds erscheint damit vor allem für Anleger interessant, die bewusst eine aktive Multi-Manager-Strategie mit speziellen Themen- und Regionalbausteinen suchen. Für kostenorientierte Langfristanleger ist dagegen entscheidend, ob das Management über mehrere Marktzyklen hinweg nach Kosten tatsächlich einen Mehrwert gegenüber preisgünstigen globalen Indexlösungen erzielen kann.

Insgesamt ist der Jahresbericht daher positiv mit Vorbehalt zu bewerten: operativ und hinsichtlich der Performance war 2025/26 ein starkes Jahr, doch die hohe Kostenbelastung setzt die Messlatte für die zukünftige Rendite sehr hoch. Positiv ist zudem, dass der unabhängige Abschlussprüfer den Jahresbericht als in allen wesentlichen Belangen mit den einschlägigen Vorschriften übereinstimmend beurteilt hat.

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