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Verbraucherzentrale warnt vor Energy Shots und Koffeinpulver: Schon kleine Dosierungsfehler können gefährlich werden

Bububácsi (CC0), Pixabay

Energy Shots sind hochkonzentrierte koffeinhaltige Getränke, die meist in kleinen Fläschchen mit einem Inhalt von 25 bis 60 Millilitern verkauft werden. Sie gelten als Nahrungsergänzungsmittel und enthalten im Verhältnis zu herkömmlichen Energy Drinks deutlich größere Mengen Koffein. Einzelne Produkte liefern bis zu 230 Milligramm Koffein pro Portion. Das entspricht einer Konzentration von rund 3.800 Milligramm pro Liter. Nach Angaben der Verbraucherzentrale sollte eine einzelne Portion aus Sicherheitsgründen jedoch nicht mehr als 200 Milligramm Koffein enthalten.

Neben Koffein enthalten viele Energy Shots weitere Inhaltsstoffe wie Taurin, Guarana, Glucuronolacton, Aromen und Vitamine. Auch diese Zusätze können unter bestimmten Umständen problematisch sein. So kann beispielsweise die enthaltene Nikotinsäure, eine Form von Vitamin B3, bei entsprechend hoher Dosierung Hautrötungen, Hitzegefühl und Nesselsucht auslösen.

Beworben werden die Produkte häufig mit Begriffen wie „Booster“, „Attack“ oder „Focus“. Sie sollen die Aufmerksamkeit erhöhen, die Konzentration verbessern, Müdigkeit vorbeugen und die körperliche Leistungsfähigkeit steigern. Die versprochene Wirkung beruht dabei vor allem auf dem hohen Koffeingehalt, der das Herz-Kreislauf-System sowie das Atem- und Nervensystem beeinflusst.

Besonders kritisch sehen die Verbraucherschützer die Werbung im Sportbereich. Dort werden Energy Shots und Koffeinpulver häufig als leistungssteigernde Mittel angeboten, die die Ausdauer verbessern und das subjektive Anstrengungsempfinden beim Training verringern sollen. Zwar kann Koffein bestimmte leistungsfördernde Wirkungen haben, bei hoch dosierten Produkten können die gesundheitlichen Risiken jedoch überwiegen. Insbesondere die Kombination aus hohen Koffeinmengen und intensiver körperlicher Belastung kann das Herz-Kreislauf-System erheblich beanspruchen.

Noch größere Risiken können von reinem Koffeinpulver ausgehen. Es wird ebenfalls als Nahrungsergänzungsmittel verkauft und unter anderem von Sportlern als sogenanntes Pre-Workout-Produkt verwendet. Andere Verbraucher greifen darauf zurück, um beim Autofahren oder nächtlichen Lernen länger wach zu bleiben.

Das Problem liegt vor allem in der schwierigen Dosierung. Bereits eine Messerspitze reinen Koffeinpulvers kann ungefähr 200 Milligramm Koffein enthalten. Diese geringe Menge lässt sich mit einer gewöhnlichen Haushaltswaage kaum zuverlässig abmessen. Auch mitgelieferte Dosierlöffel sind häufig zu ungenau. Schon kleine Messfehler können deshalb zu einer erheblichen Überdosierung führen.

Nach Angaben der Verbraucherzentrale können bereits fünf bis zehn Gramm reines Koffein lebensgefährlich sein. Entsprechende Todesfälle sind selten, wurden aber auch in Deutschland bereits dokumentiert. Die Verbraucherschützer betonen daher, dass die angegebenen Dosierungsempfehlungen unbedingt eingehalten werden müssen.

Als gesundheitlich unbedenkliche Höchstmenge für gesunde Erwachsene gelten bis zu 200 Milligramm Koffein auf einmal und insgesamt höchstens 400 Milligramm über den Tag verteilt. Schwangere und Stillende sollten eine tägliche Koffeinmenge von 200 Milligramm nicht überschreiten. Für Kinder und Jugendliche wird eine Höchstmenge von drei Milligramm pro Kilogramm Körpergewicht und Tag genannt.

Dabei muss berücksichtigt werden, dass nicht nur Energy Shots und Koffeinpulver zur täglichen Koffeinaufnahme beitragen. Auch Kaffee, schwarzer und grüner Tee, Cola, Energy Drinks, Mate und Schokolade enthalten Koffein. Wer mehrere dieser Produkte konsumiert, kann die empfohlenen Mengen deshalb schneller überschreiten, als ihm möglicherweise bewusst ist.

Eine übermäßige Koffeinaufnahme kann zahlreiche gesundheitliche Beschwerden hervorrufen. Dazu gehören Nervosität, Schlaflosigkeit, Übelkeit, Kopfschmerzen, Schweißausbrüche, Bluthochdruck und Herzrasen. Bei höheren Dosierungen können außerdem unkontrolliertes Muskelzittern, Angstzustände, Wahrnehmungsstörungen, Herzrhythmusstörungen und im schlimmsten Fall ein Kreislaufkollaps auftreten.

Besonders problematisch ist nach Einschätzung des Bundesinstituts für Risikobewertung die Kombination hoher Koffeinmengen mit Alkohol oder starker körperlicher Anstrengung. In diesen Situationen können die gesundheitlichen Risiken zusätzlich steigen.

Für bestimmte Personengruppen rät die Verbraucherzentrale grundsätzlich vom Konsum hochkonzentrierter Energy Shots ab. Dazu zählen insbesondere koffeinempfindliche Menschen, Schwangere, Stillende sowie Kinder und Jugendliche. Bei Schwangeren kann eine Koffeinaufnahme von mehr als 200 Milligramm täglich nach Angaben der Europäischen Behörde für Lebensmittelsicherheit das Wachstum des ungeborenen Kindes beeinträchtigen.

Die Verbraucherzentralen und das Bundesinstitut für Risikobewertung fordern angesichts der gesundheitlichen Risiken und der Missbrauchsgefahr ein Verbot von Energy Shots. Die Verbraucherschützer sprechen sich insbesondere dafür aus, den Verkauf an Minderjährige zu untersagen.

Ein weiteres Problem sehen sie in der Kennzeichnung der Produkte. Zwar müssen Energy Shots Angaben zum Koffeingehalt, Verzehrempfehlungen und Warnhinweise tragen. Diese Informationen sind jedoch häufig klein gedruckt und werden von Verbrauchern leicht übersehen. Gerade bei hochkonzentrierten Produkten kann das erhebliche Folgen haben, wenn mehrere Portionen innerhalb kurzer Zeit konsumiert werden.

Die Verbraucherzentrale empfiehlt deshalb, bei Energy Shots und Koffeinpulver besonders auf die Dosierung zu achten und die tägliche Koffeinaufnahme aus sämtlichen Lebensmitteln zu berücksichtigen. Für Menschen mit einer erhöhten Empfindlichkeit gegenüber Koffein sowie für Schwangere, Stillende, Kinder und Jugendliche ist der Verzicht auf Energy Shots die sicherere Entscheidung.

Die Warnung macht deutlich, dass die gesundheitlichen Gefahren nicht allein von der Konzentration eines einzelnen Produkts abhängen. Entscheidend sind auch die insgesamt aufgenommene Koffeinmenge, die Geschwindigkeit des Konsums und die individuelle Empfindlichkeit. Insbesondere bei reinem Koffeinpulver kann schon ein kleiner Dosierungsfehler schwerwiegende Folgen haben.

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