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Windpark Lette West: Jahresverlust verdoppelt sich – mehr als 9.300 Euro Verluste aufgelaufen

Shutterbug75 (CC0), Pixabay

Die Zahlen verlangen deshalb eine differenzierte Betrachtung. Die Ergebnisentwicklung ist klar negativ. Die Bilanzstruktur selbst wirkt dagegen ausgesprochen solide.

Hinzu kommt: Mit einer Bilanzsumme von lediglich rund 17.000 Euro handelt es sich nicht um den Abschluss eines operativen Windparks mit Windenergieanlagen im Millionenwert, sondern um eine Beteiligungsgesellschaft innerhalb des wpd-Konzerns.

Jahresverlust steigt um mehr als 100 Prozent

Der auffälligste Wert ist der Jahresfehlbetrag.

2025 verliert Windpark Lette West 4.059,47 Euro. Im Vorjahr waren es 2.022,30 Euro.

Damit erhöht sich der Fehlbetrag um 2.037,17 Euro beziehungsweise rund 100,7 Prozent.

Der Jahresverlust hat sich also etwas mehr als verdoppelt.

Warum das Ergebnis deutlich schlechter ausfällt, lässt sich anhand des veröffentlichten Zahlenmaterials allerdings nicht feststellen. Eine detaillierte Gewinn- und Verlustrechnung beziehungsweise Aufschlüsselung der Aufwendungen und Erträge liegt in den vorliegenden Angaben nicht vor.

Über die Ursachen des Verlustanstiegs sollte deshalb nicht spekuliert werden.

Verlustpositionen erreichen 9.341 Euro

Zum aktuellen Jahresfehlbetrag kommt ein bereits bestehender Verlustvortrag von 5.281,53 Euro.

Beide Positionen zusammen ergeben:

9.341,00 Euro.

Damit entsprechen die kumulierten Verlustpositionen inzwischen rund 37,4 Prozent des nominellen Stammkapitals von 25.000 Euro.

Das ist bei einer derart kleinen Gesellschaft eine relevante Größenordnung.

Sollten sich Verluste von rund 4.000 Euro jährlich dauerhaft wiederholen, würde der vorhandene Eigenkapitalpuffer entsprechend weiter zurückgehen.

Der Abschluss liefert allerdings keine Grundlage dafür, eine solche Entwicklung für kommende Jahre vorherzusagen.

Eigenkapital steigt trotzdem um 117 Prozent

Bemerkenswert ist, dass sich die verschlechterte Ergebnislage nicht in einem sinkenden Eigenkapital widerspiegelt.

Im Gegenteil: Das Eigenkapital steigt von 7.218,47 Euro auf 15.659 Euro.

Das entspricht einem Zuwachs von rund 116,9 Prozent.

Der Grund dafür ist jedoch nicht die wirtschaftliche Ertragsentwicklung, sondern die Kapitalstruktur.

Ende 2024 waren vom nominellen Stammkapital von 25.000 Euro noch 12.500 Euro als nicht eingeforderte ausstehende Einlagen abgesetzt.

Damit wurden lediglich 12.500 Euro als eingefordertes Kapital ausgewiesen.

Ende 2025 beträgt dieser Abzug null. Nun stehen die vollständigen 25.000 Euro als eingefordertes Kapital in der Bilanz.

Diese Veränderung stärkt das ausgewiesene Eigenkapital erheblich und überkompensiert den neuen Jahresverlust.

Bilanzsumme fast verdoppelt

Entsprechend wächst auch die Bilanzsumme kräftig.

Sie steigt von 8.781,52 Euro auf 17.052,75 Euro.

Das entspricht einem Plus von rund 94,2 Prozent.

Das Vermögen verteilt sich dabei ausschließlich auf Finanzanlagen und Bankguthaben.

Andere Aktivpositionen werden nicht ausgewiesen.

Finanzanlagen steigen um 80 Prozent

Die Finanzanlagen erhöhen sich von 5.000 Euro auf 9.000 Euro.

Das entspricht einem Zuwachs um 4.000 Euro beziehungsweise 80 Prozent.

Laut Anhang handelt es sich um Anteile an verbundenen Unternehmen, die zu Anschaffungskosten angesetzt werden. Soweit erforderlich, wird ein niedrigerer beizulegender Wert berücksichtigt.

Der Abschluss erläutert allerdings nicht, wodurch der Bilanzwert um 4.000 Euro gestiegen ist.

Deshalb wäre es falsch, daraus automatisch eine Wertsteigerung bestehender Beteiligungen abzuleiten. Der Anstieg kann beispielsweise auch aus zusätzlichen Anteilen beziehungsweise weiteren Anschaffungskosten resultieren. Welche Ursache tatsächlich vorliegt, geht aus den veröffentlichten Angaben nicht hervor.

Bankguthaben steigt um 113 Prozent

Noch deutlicher entwickelt sich die Liquidität.

Das Bankguthaben steigt von 3.781,52 Euro auf 8.052,75 Euro.

Das ist ein Zuwachs von 4.271,23 Euro beziehungsweise rund 112,9 Prozent.

Damit verfügt die Gesellschaft Ende 2025 über mehr als doppelt so viel Bankguthaben wie ein Jahr zuvor – obwohl gleichzeitig ein Jahresverlust von gut 4.000 Euro ausgewiesen wird.

Das ist kein Widerspruch. Gewinn beziehungsweise Verlust und Zahlungsströme sind unterschiedliche Größen.

Ohne Kapitalflussrechnung lässt sich aus der Bilanz allerdings nicht feststellen, aus welchen konkreten Vorgängen der Liquiditätsanstieg resultiert.

Keine Verbindlichkeiten ausgewiesen

Der stärkste positive Punkt findet sich auf der Passivseite.

Windpark Lette West weist zum Jahresende keinerlei Verbindlichkeiten aus.

Es bestehen lediglich Rückstellungen von 1.393,75 Euro, nach 1.563,05 Euro im Vorjahr.

Damit beträgt das Eigenkapital von 15.659 Euro rund 91,8 Prozent der gesamten Bilanzsumme.

Ein klassisches Verschuldungsproblem ist in diesem Einzelabschluss folglich nicht zu erkennen.

Es gibt weder Bankdarlehen noch Gesellschafterdarlehen oder sonstige ausgewiesene Verbindlichkeiten.

Ergebnis schwach, Finanzierung stabil

Genau diese Kombination macht den Abschluss interessant.

Betrachtet man ausschließlich das Ergebnis, fällt die Entwicklung klar negativ aus: Der Verlust hat sich innerhalb eines Jahres etwas mehr als verdoppelt.

Betrachtet man dagegen die Finanzierung, ergibt sich ein wesentlich stabileres Bild: hohe Eigenkapitalquote, keine Verbindlichkeiten, steigende Liquidität und nun vollständig eingefordertes Kapital.

Die Kapitalmaßnahme beziehungsweise vollständige Einforderung des Kapitals verhindert damit, dass sich der neue Verlust unmittelbar in einem niedrigeren Eigenkapital niederschlägt.

Sie löst allerdings nicht das grundlegende Problem wiederkehrender Fehlbeträge.

Keine Aussage über die Rentabilität eines Windparks

Bei der Interpretation ist zudem die Funktion der Gesellschaft entscheidend.

Die Windpark Lette West Beteiligungs GmbH weist lediglich 9.000 Euro Finanzanlagen aus. Windenergieanlagen selbst befinden sich nicht in ihrer Bilanz.

Die Gesellschaft wird in den Konzernabschluss der wpd GmbH mit Sitz in Bremen einbezogen. Geschäftsführer ist Dr. Gernot Blanke.

Ein Jahresverlust dieser Beteiligungsgesellschaft darf daher nicht mit einem entsprechenden Verlust eines operativen Windparks gleichgesetzt werden.

Der vorliegende Abschluss gibt dafür schlicht keine Grundlage.

Entscheidend wird die weitere Verlustentwicklung

Eine akute finanzielle Schieflage lässt sich aus den Zahlen nicht ableiten.

Dafür sprechen insbesondere das positive Eigenkapital von 15.659 Euro, die Eigenkapitalquote von rund 91,8 Prozent, mehr als 8.000 Euro Bankguthaben und das vollständige Fehlen ausgewiesener Verbindlichkeiten.

Die wiederkehrenden Verluste verdienen trotzdem Aufmerksamkeit.

Verlustvortrag und neuer Jahresfehlbetrag summieren sich bereits auf 9.341 Euro. Das sind gut 37 Prozent des nominellen Stammkapitals.

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