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Bürgerenergie-Windpark Langwieden dreht ins Plus – zwei Millionen Euro an Kommanditisten ausgeschüttet

Shutterbug75 (CC0), Pixabay

Die Bürgerenergie Windpark Langwieden GmbH & Co. KG mit Sitz in Itzehoe weist zum Jahresende 2025 eine Bilanzsumme von 15,415 Millionen Euro aus. Ein Jahr zuvor waren es noch 18,329 Millionen Euro.

Damit ist die Bilanz innerhalb eines Jahres um rund 2,91 Millionen Euro beziehungsweise 15,9 Prozent geschrumpft.

Aus 365.000 Euro Verlust werden 235.000 Euro Gewinn

Die auffälligste Veränderung findet sich in der Gewinn- und Verlustrechnung.

2024 hatte der Windpark noch einen Jahresfehlbetrag von 365.351 Euro verbucht. 2025 steht dagegen ein Überschuss von 235.376 Euro in den Büchern.

Die Ergebnisverbesserung beträgt damit rund 600.700 Euro.

Das ist eine deutliche Wende innerhalb eines Jahres.

Dabei entwickelt sich auch das eigentliche Geschäft positiv: Die Umsatzerlöse steigen von 2,099 Millionen auf 2,301 Millionen Euro – ein Plus von rund 9,6 Prozent.

Einspeiseerlöse steigen auf mehr als zwei Millionen Euro

Den größten Anteil am Umsatz liefern die Einspeisevergütungen.

Sie erhöhten sich von rund 1,820 Millionen auf 2,028 Millionen Euro. Gleichzeitig gingen die Erlöse aus der Marktprämie von 194.000 auf 57.000 Euro zurück.

Deutlich gestiegen sind dagegen die Kompensationen für Ertragsausfälle. Sie legten von lediglich 21.000 Euro im Vorjahr auf 130.000 Euro zu.

Der Umsatzanstieg ist damit nicht ausschließlich auf höhere Einspeiseerlöse zurückzuführen. Auch die erheblich höheren Kompensationszahlungen haben dazu beigetragen.

Kosten sinken um rund 354.000 Euro

Ein weiterer wichtiger Grund für die Ergebnisverbesserung liegt auf der Kostenseite.

Die sonstigen betrieblichen Aufwendungen sanken von 894.416 auf 539.924 Euro.

Das entspricht einer Verringerung um rund 354.500 Euro beziehungsweise 39,6 Prozent.

Zu den größten Aufwendungen gehörten 2025 Pachtzahlungen von rund 204.000 Euro sowie Service- und Wartungskosten von 122.000 Euro.

Weitere 56.000 Euro entfielen auf die Partizipationsvergütung nach dem EEG, 51.000 Euro auf Eigenstromverbrauch und 31.000 Euro auf die Zuführung zu Rückstellungen für den späteren Rückbau.

Für technische und kaufmännische Betriebsführung wurden rund 23.000 Euro aufgewendet.

Abschreibungen bleiben bei 1,16 Millionen Euro

Der größte einzelne Aufwandsposten bleibt allerdings die Abschreibung.

Sie betrug 2025 1,155 Millionen Euro und lag damit praktisch exakt auf dem Vorjahresniveau.

Davon entfielen rund 1,132 Millionen Euro auf die technischen Anlagen und Maschinen sowie 23.016 Euro auf immaterielle Vermögensgegenstände.

Die technischen Anlagen hatten ursprünglich Anschaffungskosten von rund 18,104 Millionen Euro. Zum Jahresende 2025 standen sie nach kumulierten Abschreibungen von 7,161 Millionen Euro noch mit 10,943 Millionen Euro in der Bilanz.

Neue Investitionen oder Anlagenzugänge weist der Anlagenspiegel für 2025 nicht aus.

Zwei Millionen Euro an Kommanditisten ausgeschüttet

Die vielleicht bemerkenswerteste Position des Abschlusses steht jedoch in der Eigenkapitalrechnung.

Für 2025 wird eine Ausschüttung an die Kommanditisten von zwei Millionen Euro ausgewiesen.

Das Festkapital beträgt unverändert eine Million Euro. Hinzu kommen variable Kapitalkonten von 1,384 Millionen Euro sowie der Jahresüberschuss von 235.376 Euro.

Nach Berücksichtigung der Zwei-Millionen-Euro-Ausschüttung verbleibt einschließlich der Rücklage ein Eigenkapital von lediglich 619.983 Euro.

Im Vorjahr waren es noch 2,385 Millionen Euro.

Damit sinkt das ausgewiesene Eigenkapital trotz des positiven Jahresergebnisses um rund 1,765 Millionen Euro beziehungsweise 74 Prozent.

Eigenkapitalquote fällt auf rund vier Prozent

Die Ausschüttung verändert damit auch die Bilanzstruktur erheblich.

Bei 619.983 Euro Eigenkapital und einer Bilanzsumme von 15,415 Millionen Euro beträgt die rechnerische Eigenkapitalquote zum Jahresende nur noch rund 4,0 Prozent.

Ende 2024 waren es noch etwa 13,0 Prozent.

Der starke Rückgang ist deshalb nicht als Folge eines Jahresverlusts zu interpretieren. Im Gegenteil: Das operative Jahr endete mit einem Gewinn.

Der wesentliche bilanzielle Effekt ergibt sich aus der ausgewiesenen Ausschüttung von zwei Millionen Euro.

Liquidität sinkt um 1,82 Millionen Euro

Parallel dazu ging der Bestand an liquiden Mitteln deutlich zurück.

Ende 2024 verfügte die Gesellschaft noch über Kassen- und Bankguthaben von 5,267 Millionen Euro. Ende 2025 waren es 3,443 Millionen Euro.

Das entspricht einem Rückgang um rund 1,824 Millionen Euro beziehungsweise 34,6 Prozent.

Trotz dieses Rückgangs bleibt der ausgewiesene Liquiditätsbestand mit mehr als 3,4 Millionen Euro erheblich.

Aus der Bilanz allein lässt sich allerdings nicht eindeutig ableiten, in welchem Umfang der Rückgang unmittelbar auf die Ausschüttung, Kredittilgungen oder andere Zahlungsströme zurückzuführen ist. Eine Kapitalflussrechnung ist in den vorliegenden Unterlagen nicht enthalten.

Bankkredite sinken um knapp 888.000 Euro

Gleichzeitig wurde die klassische Bankfinanzierung weiter zurückgeführt.

Die Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten sanken von 10,382 Millionen auf 9,494 Millionen Euro.

Das entspricht einem Rückgang um rund 887.600 Euro beziehungsweise 8,6 Prozent.

Davon werden 887.591 Euro innerhalb eines Jahres fällig. Rund 8,606 Millionen Euro haben eine Laufzeit von mehr als einem Jahr, davon wiederum 5,112 Millionen Euro von mehr als fünf Jahren.

Die Bankverbindlichkeiten sind vollständig besichert. Als Sicherheiten nennt die Gesellschaft unter anderem die Windparkinfrastruktur, Ansprüche aus Stromvergütungen, Versicherungen und Projektverträgen sowie Dienstbarkeiten und Vormerkungen.

Auffällige Verschiebung innerhalb der Verbindlichkeiten

Beim Blick auf die gesamten Verbindlichkeiten fällt allerdings eine Besonderheit auf.

Die Schulden gegenüber verbundenen Unternehmen werden für 2025 mit 4,895 Millionen Euro ausgewiesen. Im Vorjahr standen an dieser Stelle lediglich 3.852 Euro.

Gleichzeitig fallen die sonstigen Verbindlichkeiten von 4,939 Millionen auf nur noch 13.306 Euro.

Der detaillierte Verbindlichkeitenspiegel zeigt ebenfalls einen Betrag von 4,895 Millionen Euro, der im Vorjahr unter den sonstigen Verbindlichkeiten mit einer langfristigen Laufzeit ausgewiesen war.

Das spricht für eine erhebliche Umgliederung beziehungsweise veränderte Zuordnung innerhalb der Verbindlichkeiten. Aus den vorliegenden Angaben lässt sich dagegen nicht belastbar ableiten, dass 2025 tatsächlich neue Schulden gegenüber verbundenen Unternehmen in dieser Größenordnung aufgenommen wurden.

Die gesamten Verbindlichkeiten gingen vielmehr von 15,580 Millionen auf 14,505 Millionen Euro zurück.

Insgesamt gut eine Million Euro weniger Verbindlichkeiten

Unter dem Strich verringerte sich die Verschuldung damit um rund 1,075 Millionen Euro beziehungsweise 6,9 Prozent.

Neben den niedrigeren Bankkrediten sanken auch die Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen deutlich – von 255.592 auf 102.920 Euro.

Dennoch bleibt die Fremdfinanzierung im Verhältnis zum nach der Ausschüttung verbliebenen Eigenkapital hoch.

Zinsaufwand bleibt über 400.000 Euro

Die Finanzierung belastet das Ergebnis weiterhin spürbar.

Die Zinsen und ähnlichen Aufwendungen beliefen sich 2025 auf 417.364 Euro, nach 421.571 Euro im Vorjahr.

Der Rückgang fällt damit trotz der niedrigeren Bankverbindlichkeiten bislang gering aus.

Auf der anderen Seite erhöhten sich die Zinserträge von 8.385 auf 26.231 Euro.

Weitere Verpflichtungen aus Wartungsvertrag

Zusätzlich zu den bilanzierten Schulden bestehen langfristige finanzielle Verpflichtungen aus einem Wartungsvertrag für die Windenergieanlagen.

Diese beziffert die Gesellschaft mit insgesamt 2,340 Millionen Euro.

Der Vertrag läuft über insgesamt 20 Jahre. Die tatsächlichen Zahlungen sind von der erzeugten Strommenge abhängig; für die angegebene Verpflichtung wurde die vertragliche Mindestvergütung zugrunde gelegt.

PROKON-Konzern im Hintergrund

Die Geschäftsführung und Vertretung der Gesellschaft übernimmt die PROKON Windenergieanlagen Verwaltungsgesellschaft mbH.

Als deren Geschäftsführer werden Dr. Georg Henning Alexander Freiherr von Stechow und Katharina Beyer genannt, die zugleich Vorstände der PROKON Regenerative Energien eG sind.

Die Bürgerenergie Windpark Langwieden GmbH & Co. KG wird in den Konzernabschluss der PROKON Regenerative Energien eG einbezogen.

Der Jahresabschluss wurde am 19. Juni 2026 unterzeichnet und am 25. Juni 2026 festgestellt.

Gewinnwende trifft auf massive Ausschüttung

Der Abschluss 2025 erzählt damit zwei sehr unterschiedliche Geschichten.

Operativ entwickelt sich der Windpark deutlich besser: Der Umsatz steigt um knapp zehn Prozent, die sonstigen betrieblichen Aufwendungen sinken um fast 40 Prozent und aus dem Vorjahresverlust von 365.351 Euro wird ein Gewinn von 235.376 Euro.

Gleichzeitig werden zwei Millionen Euro an die Kommanditisten ausgeschüttet. Dadurch fällt das Eigenkapital trotz des Jahresgewinns von 2,385 Millionen auf nur noch rund 620.000 Euro und die rechnerische Eigenkapitalquote sinkt von etwa 13 auf nur noch vier Prozent.

Parallel reduziert die Gesellschaft ihre Bankkredite um knapp 888.000 Euro und ihre gesamten Verbindlichkeiten um gut eine Million Euro. Die liquiden Mittel gehen allerdings ebenfalls kräftig zurück – von 5,27 auf 3,44 Millionen Euro.

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