Dark Mode Light Mode

BaFin warnt vor Kreditangeboten über WhatsApp: Verbraucher sollen fremde Gelder über ihr eigenes Bankkonto weiterleiten

geralt (CC0), Pixabay

Die Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (BaFin) warnt seit dem 18. September 2026 vor angeblichen Kreditangeboten, die über mehrere WhatsApp-Gruppen verbreitet werden. Nach Erkenntnissen der Finanzaufsicht bieten die unbekannten Betreiber dort ohne die erforderliche Erlaubnis Kredite an.

Die Warnung betrifft die WhatsApp-Gruppen beziehungsweise Bezeichnungen „+33 7 48 66 83 14“, „KREDIT ONLINE DIENST“, „kundenonlinedienst“, „Neu-Global Finanzen“ und „Global Finanzen Aktuell“.

Besonders auffällig ist die Bedingung, die Verbraucher angeblich erfüllen sollen, bevor sie den versprochenen Kredit erhalten.

Kreditinteressenten sollen fremde Zahlungen entgegennehmen

Nach Angaben der BaFin werden Verbraucher aufgefordert, zunächst Zahlungen von Dritten auf ihrem eigenen deutschen Bankkonto entgegenzunehmen. Anschließend sollen sie das eingegangene Geld entsprechend den Anweisungen der unbekannten Betreiber weiterleiten.

Damit geht die Warnung deutlich über ein gewöhnliches unerlaubtes Kreditangebot hinaus.

Wer sein eigenes Konto für den Empfang und die Weiterleitung fremder Gelder zur Verfügung stellt, setzt sich erheblichen Risiken aus. Verbraucher können dadurch beispielsweise in Zahlungsströme einbezogen werden, deren Herkunft und wirtschaftlichen Hintergrund sie nicht kennen.

Die BaFin nennt in ihrer aktuellen Mitteilung zwar keine konkreten Straftatbestände und stellt auch nicht fest, dass die betroffenen Verbraucher Geldwäsche begehen. Die beschriebene Vorgehensweise ist jedoch ein deutliches Warnsignal. Ein seriöser Kreditgeber macht die Auszahlung eines Darlehens nicht davon abhängig, dass der Kreditnehmer zuvor sein privates Bankkonto für die Weiterleitung fremder Zahlungen zur Verfügung stellt.

Betreiber verfügen nicht über erforderliche Erlaubnis

Nach Erkenntnissen der BaFin verfügen die Betreiber nicht über die notwendige Erlaubnis für die beanstandeten Tätigkeiten.

Wer in Deutschland erlaubnispflichtige Bankgeschäfte, Finanz- oder Wertpapierdienstleistungen beziehungsweise Zahlungsdienste erbringt, benötigt dafür grundsätzlich eine entsprechende aufsichtsrechtliche Erlaubnis.

Die aktuelle Veröffentlichung der BaFin erfolgt auf Grundlage von § 8 Absatz 7 Satz 1 Zahlungsdiensteaufsichtsgesetz (ZAG).

Besondere Vorsicht bei Kreditangeboten über Messenger

Kreditangebote über WhatsApp und andere Messenger-Dienste sollten besonders sorgfältig überprüft werden. Die Nutzung von WhatsApp allein beweist zwar keinen Betrug. Im vorliegenden Fall liegt jedoch eine ausdrückliche Warnung der deutschen Finanzaufsicht vor.

Verbraucher sollten insbesondere niemals ihr Bankkonto zur Verfügung stellen, um im Auftrag unbekannter Personen Gelder von Dritten entgegenzunehmen und anschließend weiterzuleiten.

Auch Zugangsdaten zum Onlinebanking, TAN-Nummern, Kreditkartendaten oder Kopien von Ausweisdokumenten sollten unbekannten Anbietern nicht übermittelt werden.

Wer bereits Geld erhalten hat, sollte nicht einfach weiterüberweisen

Besondere Vorsicht ist geboten, wenn aufgrund eines solchen Kreditangebots bereits eine fremde Zahlung auf dem eigenen Konto eingegangen ist.

Betroffene sollten das Geld nicht eigenmächtig entsprechend den WhatsApp-Anweisungen weiterleiten. Sinnvoll ist es, zunächst die eigene Bank über den Vorgang zu informieren und den Sachverhalt zu klären. Bei einem konkreten Betrugsverdacht kann außerdem eine Meldung an die Polizei beziehungsweise die zuständigen Behörden erforderlich sein.

Fazit

Die BaFin warnt ausdrücklich vor angeblichen Kreditangeboten über die WhatsApp-Gruppen „+33 7 48 66 83 14“, „KREDIT ONLINE DIENST“, „kundenonlinedienst“, „Neu-Global Finanzen“ und „Global Finanzen Aktuell“.

Nach Erkenntnissen der Finanzaufsicht werden dort ohne erforderliche Erlaubnis Kredite angeboten. Besonders problematisch ist die Forderung, Kreditinteressenten müssten zunächst Geld von unbekannten Dritten über ihr eigenes Bankkonto empfangen und anschließend nach Anweisung weiterleiten.

Verbraucher sollten sich darauf keinesfalls einlassen. Das eigene Bankkonto sollte niemals als Durchgangskonto für fremde Gelder zur Verfügung gestellt werden, insbesondere nicht als angebliche Voraussetzung für die Auszahlung eines Kredits.

 

Hier die Bafin-Meldung:

WhatsApp-Gruppen „+33 7 48 66 83 14“, „KREDIT ONLINE DIENST“, „kundenonlinedienst“, „‎Neu-Global Finanzen“ sowie „Global Finanzen Aktuell“:Bafin warnt vor angeblichen Kreditangeboten

Die Finanzaufsicht Bafin warnt vor Angeboten in den WhatsApp-Gruppen „+33 7 48 66 83 14“, „KREDIT ONLINE DIENST“, „kundenonlinedienst“, „‎Neu-Global Finanzen“ sowie „Global Finanzen Aktuell“. Nach Erkenntnissen der Bafin bieten die Betreiber dort ohne Erlaubnis Kredite an.

18.09.2026

Um den Kredit zu erhalten, sollen die Verbraucher vorher Zahlungen Dritter über das eigene inländische Bankkonto entgegennehmen und nach Anweisung weiterleiten.

Wer in Deutschland Bankgeschäfte, Finanz- und Wertpapierdienstleistungen anbietet, benötigt dazu die Erlaubnis der Bafin. Einige Unternehmen bieten solche Dienstleistungen jedoch ohne die erforderliche Erlaubnis an.

Informationen darüber, ob ein Unternehmen von der Bafin zugelassen ist, finden Sie in der  Unternehmensdatenbank.

Die Information der Bafin basiert auf § 8 Absatz 7 Satz 1 Zahlungsdiensteaufsichtsgesetz.

 

Vorsicht!

Die Bafin, das Bundeskriminalamt und die Landeskriminalämter warnen vor Finanzbetrug im Internet. Seien Sie äußerst vorsichtig, wenn Sie online Geld anlegen wollen und recherchieren Sie gründlich, um Betrugsversuche rechtzeitig zu erkennen.

In der Rubrik „Finanzbetrug erkennen“ finden Sie aktuelle Warnungen der Bafin zu unerlaubt tätigen Unternehmen und erfahren, wie Sie sich vor Betrug am Finanzmarkt schützen können.

Kommentar hinzufügen Kommentar hinzufügen

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert

Previous Post

CONSOB lässt sechs neue Internetseiten wegen unerlaubter Finanzangebote sperren

Next Post

FINMA setzt Corpholding auf Warnliste – Anbieter nennt prominente Zürcher Adresse ohne Handelsregistereintrag