Der in Suhl ansässige Windpark schloss das Geschäftsjahr 2025 mit einem Jahresüberschuss von 404.128 Euro ab. Im Jahr zuvor hatte die Gesellschaft noch einen Gewinn von 619.802 Euro ausgewiesen.
Damit verringerte sich der Jahresüberschuss um rund 215.700 Euro beziehungsweise knapp 35 Prozent.
Aus dem veröffentlichten Zahlenwerk geht allerdings nicht hervor, welcher konkrete Faktor für den Ergebnisrückgang verantwortlich war. Im Anhang wird lediglich festgestellt, dass es 2025 keine Erträge oder Aufwendungen von außergewöhnlicher Größenordnung oder außergewöhnlicher Bedeutung gegeben habe.
Bankschulden innerhalb eines Jahres halbiert
Während der Gewinn zurückging, machte die Gesellschaft beim Abbau ihrer Bankverbindlichkeiten einen großen Schritt.
Ende 2024 standen noch 1,429 Millionen Euro Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten in der Bilanz. Ein Jahr später waren es nur noch 714.256 Euro.
Die Bankschulden wurden damit um 714.288 Euro beziehungsweise rund 50 Prozent reduziert.
Auch die gesamten Verbindlichkeiten gingen kräftig zurück: von knapp 1,492 Millionen Euro auf rund 818.727 Euro.
Bemerkenswert ist zudem die kurze Restlaufzeit. Nach Angaben im Jahresabschluss sind sämtliche Verbindlichkeiten innerhalb eines Jahres fällig. Verpflichtungen mit einer Restlaufzeit von mehr als einem Jahr werden nicht ausgewiesen.
Mehr Geld auf den Konten
Trotz des Schuldenabbaus erhöhte sich der Bestand an liquiden Mitteln.
Die Guthaben bei Kreditinstituten und sonstigen Zahlungsmittel stiegen von rund 545.000 Euro auf 688.764 Euro. Das entspricht einem Plus von knapp 144.000 Euro beziehungsweise rund 26 Prozent.
Auch die Forderungen und sonstigen Vermögensgegenstände nahmen zu. Sie erhöhten sich von rund 295.553 Euro auf 466.694 Euro.
Besonders stark stiegen dabei die sonstigen Vermögensgegenstände: von lediglich rund 12.500 Euro auf gut 180.000 Euro.
Insgesamt wuchs das Umlaufvermögen damit von rund 842.000 Euro auf 1,157 Millionen Euro.
Windkraftanlagen verlieren bilanziell an Wert
In die entgegengesetzte Richtung entwickelte sich das Anlagevermögen.
Dieses sank innerhalb eines Jahres von rund 2,71 Millionen Euro auf 1,83 Millionen Euro. Besonders deutlich zeigt sich das bei den technischen Anlagen und Maschinen, die den wesentlichen Teil des Anlagevermögens ausmachen.
Ihr Bilanzwert verringerte sich von rund 2,45 Millionen Euro auf 1,61 Millionen Euro.
Das bedeutet allerdings nicht automatisch, dass die Windkraftanlagen wirtschaftlich entsprechend an Wert verloren haben. Laut Jahresabschluss wird das Sachanlagevermögen zu Anschaffungs- beziehungsweise Herstellungskosten bilanziert und über die voraussichtliche Nutzungsdauer planmäßig linear abgeschrieben.
Auch die immateriellen Vermögensgegenstände gingen von 262.500 Euro auf 225.000 Euro zurück.
Eigenkapital steigt trotz niedrigerem Gewinn
Auf der Passivseite zeigt sich eine weitere interessante Entwicklung: Trotz des niedrigeren Jahresüberschusses ist das Eigenkapital gestiegen.
Es erhöhte sich von rund 1,63 Millionen Euro auf 1,73 Millionen Euro.
Bei einer Bilanzsumme von knapp 2,993 Millionen Euro entspricht das rechnerisch einer Eigenkapitalquote von rund 58 Prozent. Ende 2024 hatte sie bei rund 46 Prozent gelegen.
Die Bilanzstruktur hat sich damit deutlich zugunsten des Eigenkapitals verschoben.
Das Festkapital blieb mit 750.100 Euro unverändert. Das variable Kapital erhöhte sich dagegen von rund 258.000 Euro auf 577.521 Euro.
Bilanzsumme schrumpft deutlich
Insgesamt wurde die Bilanz des Windparks kleiner.
Die Bilanzsumme sank von rund 3,55 Millionen Euro auf knapp 2,99 Millionen Euro. Wesentliche Ursache auf der Aktivseite ist der Rückgang des Anlagevermögens.
Auf der Passivseite steht insbesondere der deutliche Abbau der Bankverbindlichkeiten.
Die Rückstellungen veränderten sich dagegen nur geringfügig und lagen Ende 2025 bei rund 442.500 Euro. Davon entfielen rund 70.500 Euro auf Steuerrückstellungen und knapp 372.000 Euro auf sonstige Rückstellungen.
Windpark kommt ohne eigene Mitarbeiter aus
Die Gesellschaft beschäftigte während des gesamten Geschäftsjahres keine Arbeitnehmer.
Geführt wurden die Geschäfte durch die Provent Betriebs- und Verwaltungs GmbH aus Suhl, vertreten durch die Geschäftsführer Heiko Schmidt und Klaus-Dieter Markgraf. Die Provent Betriebs- und Verwaltungs GmbH ist zugleich persönlich haftende Gesellschafterin der Windparkgesellschaft.
Der Jahresabschluss wurde am 13. März 2026 festgestellt beziehungsweise gebilligt.
Weniger Gewinn, aber stärkere Bilanzstruktur
Damit ergibt sich für 2025 ein zweigeteiltes Bild.
Auf der einen Seite sank der Jahresüberschuss von rund 620.000 Euro auf 404.000 Euro und damit um knapp 35 Prozent.
Auf der anderen Seite halbierte die Gesellschaft ihre Bankschulden, erhöhte ihre liquiden Mittel und steigerte ihr Eigenkapital. Die rechnerische Eigenkapitalquote verbesserte sich dadurch deutlich.
Der Gewinnrückgang allein erzählt deshalb nur einen Teil der Geschichte.