Künstliche Intelligenz macht es zunehmend einfacher, Videos in großer Zahl zu produzieren. Stimmen, Bilder und ganze Präsentationen können automatisiert erzeugt werden. Problematisch wird das, wenn solche Inhalte den Anschein seriöser Wissensvermittlung erwecken, tatsächlich aber falsche oder irreführende Informationen transportieren.
Mehr als 1.800 Videos untersucht
CeMAS untersuchte mehr als 1.800 vermeintliche Erklärvideos auf Plattformen wie YouTube auf KI-generierte Inhalte.
Das Ergebnis gibt Anlass zur Vorsicht: Viele der untersuchten Angebote dienen demnach nicht in erster Linie dazu, komplexe Themen verständlich zu erklären. Stattdessen werden entsprechende Formate auch zur gezielten Verbreitung von Desinformation eingesetzt.
Gerade die Aufmachung als Erklärvideo kann dabei problematisch sein. Das Format vermittelt zunächst den Eindruck, Zuschauer bekämen sachlich aufbereitete Informationen präsentiert.
KI senkt die Hürde für massenhaft produzierte Inhalte
Die Entwicklung zeigt eine neue Herausforderung im Umgang mit Informationen im Internet.
Mit generativer KI lassen sich Inhalte schneller und mit geringerem Aufwand produzieren. Dadurch können auch vermeintliche Informationsvideos in großer Zahl entstehen.
Für Nutzer wird damit eine entscheidende Frage wichtiger: Wer steht tatsächlich hinter einem Video – und auf welchen Quellen beruhen die darin verbreiteten Behauptungen?
Ein professionelles Erscheinungsbild allein sagt wenig über die Zuverlässigkeit eines Inhalts aus.
Erklärvideo bedeutet nicht automatisch Aufklärung
Gerade bei Videos, die komplizierte politische, gesellschaftliche oder wissenschaftliche Zusammenhänge scheinbar einfach erklären, ist deshalb Quellenkritik gefragt.
Zuschauer sollten sich nicht allein auf eine überzeugende Stimme, professionell wirkende Bilder oder eine selbstbewusste Darstellung verlassen. Entscheidend ist vielmehr, ob Behauptungen nachvollziehbar belegt werden und ob sich zentrale Aussagen durch seriöse, unabhängige Quellen bestätigen lassen.
Die CeMAS-Untersuchung macht damit auf ein grundsätzliches Problem aufmerksam: KI kann nicht nur dabei helfen, Wissen verständlicher aufzubereiten. Dieselben technischen Möglichkeiten können auch eingesetzt werden, um Desinformation wie seriöse Wissensvermittlung aussehen zu lassen.
Für Internetnutzer bedeutet das: Je professioneller KI-generierte Inhalte werden, desto wichtiger wird die Fähigkeit, nicht nur das Video selbst, sondern auch Absender, Quellen und Aussagen kritisch zu überprüfen.