Ein paar Klicks, und der neue Fernseher, das Sofa oder die Waschmaschine ist bestellt. Doch spätestens an der virtuellen Kasse stellt sich eine Frage, die viele Käufer unterschätzen: Wie soll bezahlt werden?
Rechnung, Überweisung, Lastschrift, Kreditkarte oder PayPal wirken zunächst wie unterschiedliche Wege zum selben Ziel. Für Verbraucher macht die gewählte Zahlungsart jedoch einen erheblichen Unterschied. Denn sobald das Geld überwiesen ist, bevor die Ware geliefert wurde, trägt zunächst der Käufer einen wesentlichen Teil des Risikos.
Besonders deutlich wird das bei der klassischen Vorkasse per Überweisung. Der Kunde schickt sein Geld an den Händler und wartet anschließend auf die Lieferung. Funktioniert alles wie vereinbart, ist das kein Problem. Gerät der Händler jedoch in Schwierigkeiten oder handelt es sich sogar um einen unseriösen Anbieter, kann es kompliziert werden, das bereits überwiesene Geld zurückzubekommen.
Beim Kauf auf Rechnung ist die Situation praktisch umgekehrt. Hier erhält der Kunde zunächst die Ware und bezahlt anschließend. Aus Verbrauchersicht ist das nach Darstellung des SWR-Beitrags die sicherste Variante. Der Käufer kann prüfen, ob das bestellte Produkt tatsächlich angekommen ist und ob es der Bestellung entspricht, bevor er sein Geld überweist.
Für Händler bedeutet dieses Modell allerdings ein höheres Risiko. Sie liefern die Ware aus, ohne sicher zu wissen, ob der Kunde anschließend bezahlt. Deshalb bieten längst nicht alle Online-Shops einen Rechnungskauf an. Teilweise steht die Möglichkeit nur Stammkunden oder Kunden mit entsprechender Bonität zur Verfügung.
Eine Besonderheit nennt der Beitrag allerdings auch beim Rechnungskauf: Wer sehr häufig auf Rechnung bestellt, könne damit unter Umständen seinen SCHUFA-Score beeinflussen. Das ändert nichts an dem grundlegenden Vorteil dieser Zahlungsart: Das Geld verlässt das Konto des Kunden erst, nachdem die Ware eingetroffen ist.
Ganz anders sieht es bei der Vorkasse per Banküberweisung aus. Hier sollten Verbraucher besonders vorsichtig sein. Nach Einschätzung des Beitrags eignet sich diese Zahlungsart vor allem bei Händlern, die bereits bekannt und bewährt sind.
Der Grund ist einfach: Eine selbst veranlasste Überweisung lässt sich nicht ohne Weiteres zurückholen, nur weil die bestellte Ware nicht geliefert wird. Ist das Geld beim Empfänger angekommen, benötigt der Käufer gegebenenfalls andere Wege, um seinen Anspruch durchzusetzen.
Für Händler ist die Überweisung dagegen attraktiv. Sie ist vergleichsweise unkompliziert und verursacht nicht dieselben Gebühren, die bei der Nutzung bestimmter Zahlungsdienstleister entstehen können.
Genau dieser Interessengegensatz macht die klassische Überweisung zur Vorkasse für Verbraucher problematisch: Der Händler besitzt bereits das Geld, während der Kunde die Ware noch nicht besitzt.
Das Risiko wird besonders groß, wenn der Online-Shop unbekannt ist. Ein professionelles Design, attraktive Preise oder vermeintliche Gütesiegel sagen allein noch nichts darüber aus, ob hinter einer Internetseite tatsächlich ein zuverlässiger Händler steht. Gerade bei außergewöhnlich günstigen Angeboten sollte deshalb nicht nur der Preis, sondern auch die verlangte Zahlungsart beachtet werden.
Wenn ein unbekannter Shop ausschließlich Vorkasse per Überweisung verlangt und sichere Alternativen fehlen, ist besondere Vorsicht angebracht.
Mehr Schutz können Zahlungsarten bieten, bei denen Verbraucher unter bestimmten Voraussetzungen eine Zahlung zurückholen oder einen Käuferschutz nutzen können. Dazu gehören je nach konkretem Fall beispielsweise Lastschrift, Kreditkarte und PayPal. Die Möglichkeiten unterscheiden sich jedoch deutlich voneinander und sind an unterschiedliche Voraussetzungen und Fristen gebunden.
Bei einer Lastschrift zieht der Zahlungsempfänger das Geld vom Konto des Kunden ein. Das ist rechtlich und praktisch etwas anderes als eine Überweisung, die der Kunde selbst ausführt. Gerade diese Unterscheidung kann im Streitfall wichtig werden, weil für Lastschriften Möglichkeiten zur Rückgabe beziehungsweise Erstattung bestehen.
Auch bei Kreditkartenzahlungen kann unter bestimmten Voraussetzungen ein sogenanntes Chargeback-Verfahren infrage kommen. Dabei handelt es sich jedoch nicht um eine pauschale Garantie, dass jede problematische Zahlung automatisch zurückgebucht wird. Die Voraussetzungen müssen im jeweiligen Fall geprüft werden.
PayPal wiederum bietet für bestimmte Transaktionen einen eigenen Käuferschutz. Er kann beispielsweise relevant werden, wenn eine gekaufte Ware nicht ankommt oder erheblich von der Beschreibung abweicht. Auch hier gelten allerdings Bedingungen, Ausschlüsse und Fristen. Ein PayPal-Konto macht einen Einkauf deshalb nicht automatisch risikolos.
Der entscheidende Unterschied zur einfachen Überweisung liegt darin, dass bei solchen Zahlungswegen zusätzliche Mechanismen existieren können, über die ein Konflikt um die Zahlung geklärt werden kann.
Besonders relevant wird die Frage der Vorkasse nicht nur beim klassischen Online-Shopping. Auch bei größeren Anschaffungen verlangen Händler häufig Anzahlungen oder vollständige Vorauszahlungen.
Ein Beispiel sind Küchenstudios. Bevor eine individuell zusammengestellte Küche geliefert werden kann, müssen Geräte, Schränke und Arbeitsplatten bestellt oder teilweise speziell angefertigt werden. Ähnliches gilt für maßgefertigte Möbel und andere individuelle Produkte.
Dass ein Unternehmen bei solchen Aufträgen eine Anzahlung verlangt, ist deshalb zunächst nicht ungewöhnlich. Für Kunden stellt sich jedoch die Frage, wie hoch die Vorauszahlung sein soll und welches Risiko sie damit übernehmen.
Je größer der Betrag, der bereits vor Lieferung gezahlt wird, desto größer kann der finanzielle Schaden sein, wenn das Unternehmen später nicht wie vereinbart liefert oder wirtschaftliche Probleme bekommt.
Gerade bei Anschaffungen im vier- oder fünfstelligen Bereich sollte die Zahlungsvereinbarung deshalb nicht als unwichtiges Detail des Kaufvertrags behandelt werden.
Eine vermeintlich günstige Küche kann erheblich weniger attraktiv werden, wenn der komplette Kaufpreis lange vor Lieferung überwiesen werden soll und der Kunde damit einen großen Geldbetrag aus der Hand gibt.
Für Verbraucher lässt sich daraus eine einfache Grundregel ableiten: Je weniger bekannt der Händler und je höher der Kaufpreis, desto wichtiger ist eine Zahlungsart mit möglichst wenig Vorleistungsrisiko.
Wird Kauf auf Rechnung angeboten, besitzt der Kunde grundsätzlich eine komfortable Ausgangsposition: Ware erhalten, kontrollieren und anschließend bezahlen.
Bei einer Lastschrift bestehen andere Möglichkeiten als bei einer selbst ausgeführten Überweisung. Kreditkarten und Zahlungsdienste wie PayPal können ebenfalls zusätzliche Schutzmechanismen bieten, deren Bedingungen allerdings genau beachtet werden müssen.
Am vorsichtigsten sollten Verbraucher bei der klassischen Vorkasse per Überweisung sein. Sie kann bei einem langjährig bekannten und vertrauenswürdigen Händler problemlos funktionieren. Bei einem unbekannten Online-Shop bedeutet sie jedoch, dass der Kunde sein stärkstes Druckmittel bereits aus der Hand gegeben hat: sein Geld.
Deshalb sollte vor dem Klick auf „Jetzt kaufen“ nicht nur der Preis verglichen werden.