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Windpark Viertkamp verdient 701.000 Euro und baut Bankschulden deutlich ab

Shutterbug75 (CC0), Pixabay

Die Windpark Viertkamp GmbH & Co. KG aus Hamburg hat das Geschäftsjahr 2025 erneut mit einem deutlichen Gewinn abgeschlossen. Der Jahresüberschuss erreichte 701.024 Euro. Damit blieb die Gesellschaft profitabel, musste gegenüber dem Vorjahr allerdings einen Ergebnisrückgang hinnehmen. 2024 hatte der Jahresüberschuss noch bei 828.562 Euro gelegen.

Damit verringerte sich der Gewinn innerhalb eines Jahres um rund 127.500 Euro beziehungsweise gut 15 Prozent.

Gleichzeitig zeigt die Bilanz eine deutliche Rückführung der Bankfinanzierung. Die Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten sanken um rund 1,27 Millionen Euro auf noch 15,25 Millionen Euro.

Gewinn geht um gut 15 Prozent zurück

Der Jahresüberschuss von rund 701.000 Euro ist eine der wichtigsten Kennzahlen des veröffentlichten Abschlusses.

Im Vorjahr waren noch rund 828.600 Euro verdient worden. Damit erreichte die Windparkgesellschaft 2025 nur noch knapp 85 Prozent des Vorjahresergebnisses.

Aus den veröffentlichten Angaben lässt sich allerdings nicht erkennen, welche Faktoren konkret für den Gewinnrückgang verantwortlich waren.

Für eine detaillierte Analyse wären insbesondere Angaben zu Umsatzerlösen, Stromproduktion, Einspeiseerlösen, sonstigen betrieblichen Aufwendungen, Abschreibungen und Zinskosten erforderlich. Diese Informationen sind in den vorliegenden veröffentlichten Zahlen nicht enthalten.

Deshalb lässt sich zwar der Ergebnisrückgang feststellen, nicht aber belastbar erklären.

Anlagevermögen von mehr als 19 Millionen Euro

Die Dimension des Windparks zeigt sich vor allem auf der Aktivseite der Bilanz.

Zum 31. Dezember 2025 standen Sachanlagen im Wert von rund 19,34 Millionen Euro in den Büchern. Ende 2024 waren es noch rund 20,35 Millionen Euro.

Der Buchwert verringerte sich damit innerhalb eines Jahres um knapp 1,02 Millionen Euro.

Das Unternehmen gibt an, sein Sachanlagevermögen zu Anschaffungskosten abzüglich planmäßiger linearer Abschreibungen über die betriebsgewöhnliche Nutzungsdauer zu bilanzieren.

Bei einer Windparkgesellschaft bilden die technischen Anlagen naturgemäß den mit Abstand größten Teil des Vermögens.

Bilanzsumme sinkt um gut eine Million Euro

Die Bilanzsumme reduzierte sich ebenfalls.

Ende 2024 standen noch rund 22,27 Millionen Euro in der Bilanz. Zum 31. Dezember 2025 waren es rund 21,25 Millionen Euro.

Damit sank die Bilanzsumme um gut 1,02 Millionen Euro beziehungsweise rund 4,6 Prozent.

Der Rückgang entspricht in seiner Größenordnung weitgehend der Verringerung des Sachanlagevermögens.

Das Umlaufvermögen entwickelte sich dagegen leicht nach oben. Es erhöhte sich von rund 1,447 Millionen Euro auf rund 1,458 Millionen Euro.

Bankguthaben steigt auf 1,16 Millionen Euro

Positiv entwickelte sich die Liquiditätsposition.

Kassenbestand und Guthaben bei Kreditinstituten erhöhten sich von rund 1,013 Millionen Euro Ende 2024 auf rund 1,155 Millionen Euro Ende 2025.

Das entspricht einem Zuwachs von knapp 142.000 Euro beziehungsweise rund 14 Prozent.

Bemerkenswert ist diese Entwicklung insbesondere vor dem Hintergrund des gleichzeitigen Schuldenabbaus.

Die Gesellschaft verfügte am Jahresende also über mehr liquide Mittel als zwölf Monate zuvor, obwohl sie ihre Bankverbindlichkeiten im selben Zeitraum erheblich reduzierte.

Forderungen gehen deutlich zurück

Die Forderungen und sonstigen Vermögensgegenstände entwickelten sich in die andere Richtung.

Sie reduzierten sich von rund 433.000 Euro auf knapp 303.000 Euro.

Das entspricht einem Rückgang um etwa 130.000 Euro beziehungsweise rund 30 Prozent.

Nach Angaben im Anhang besitzen sämtliche Forderungen und sonstigen Vermögensgegenstände eine Restlaufzeit von weniger als einem Jahr.

Zusammen mit dem höheren Bankguthaben ergibt sich daraus ein Umlaufvermögen von insgesamt rund 1,46 Millionen Euro.

Mehr als 450.000 Euro Rechnungsabgrenzung

Zusätzlich weist die Gesellschaft aktive Rechnungsabgrenzungsposten von rund 451.300 Euro aus.

Im Vorjahr waren es etwa 470.400 Euro.

Dabei handelt es sich um Ausgaben vor dem Bilanzstichtag, die wirtschaftlich erst späteren Geschäftsjahren als Aufwand zuzurechnen sind.

Die Position ging damit um rund 19.000 Euro zurück.

Bankschulden sinken um 1,27 Millionen Euro

Besonders deutlich fällt die Veränderung auf der Finanzierungsseite aus.

Die Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten beliefen sich Ende 2025 auf rund 15,247 Millionen Euro. Ein Jahr zuvor waren es noch rund 16,518 Millionen Euro.

Innerhalb eines Jahres wurden die Bankschulden damit um exakt 1.270.592 Euro reduziert.

Das entspricht einem Rückgang um rund 7,7 Prozent.

Damit zeigt die Bilanz einen kontinuierlichen Abbau der Fremdfinanzierung.

Großteil der Bankdarlehen langfristig

Von den verbleibenden Bankverbindlichkeiten von rund 15,25 Millionen Euro sind 1,27 Millionen Euro innerhalb eines Jahres fällig.

Rund 13,98 Millionen Euro besitzen eine Restlaufzeit von mehr als einem Jahr.

Davon entfallen rund 8,89 Millionen Euro auf Bankverbindlichkeiten mit einer Restlaufzeit von mehr als fünf Jahren.

Der größte Teil der Bankfinanzierung ist damit langfristiger Natur.

Das passt grundsätzlich zur Struktur eines Windparkprojekts: Hohe Investitionen in die Anlagen werden typischerweise über längere Zeiträume finanziert, während die Darlehen aus den laufenden Einnahmen des Projekts bedient werden.

Langfristige Verpflichtungen gehen zurück

Auch bei der Betrachtung sämtlicher Verbindlichkeiten mit sehr langer Restlaufzeit zeigt sich ein Rückgang.

Nach Angaben im Anhang betrugen die Verbindlichkeiten mit einer Restlaufzeit von mehr als fünf Jahren Ende 2025 insgesamt rund 9,88 Millionen Euro.

Im Vorjahr waren es noch rund 11,11 Millionen Euro.

Damit gingen diese langfristigen Verpflichtungen um rund 1,22 Millionen Euro zurück.

Das zeigt, dass die Entschuldung nicht nur auf kurzfristige Bilanzverschiebungen zurückzuführen ist, sondern auch die langfristige Finanzierungsstruktur betrifft.

Mehr Schulden gegenüber verbundenen Unternehmen

Während die Bankverbindlichkeiten zurückgingen, stiegen die Verpflichtungen gegenüber verbundenen Unternehmen.

Sie erhöhten sich von rund 5,54 Millionen Euro auf rund 5,73 Millionen Euro.

Das entspricht einem Zuwachs von etwa 183.000 Euro.

Von den Ende 2025 ausgewiesenen rund 5,73 Millionen Euro bestanden laut Bilanz sämtliche Beträge gegenüber Gesellschaftern.

Im Vorjahr waren von den 5,54 Millionen Euro Verbindlichkeiten gegenüber verbundenen Unternehmen rund 5,43 Millionen Euro Gesellschaftern zuzurechnen.

Damit bleibt die Finanzierung durch Unternehmen beziehungsweise Gesellschafter innerhalb der Unternehmensgruppe ein bedeutender Bestandteil der Kapitalstruktur.

Insgesamt mehr als 21 Millionen Euro Verbindlichkeiten

Insgesamt weist die Windpark Viertkamp GmbH & Co. KG zum Jahresende Verbindlichkeiten von rund 21,01 Millionen Euro aus.

Ende 2024 waren es rund 22,06 Millionen Euro.

Die gesamten Verbindlichkeiten reduzierten sich damit um rund 1,05 Millionen Euro.

Der Rückgang der Bankschulden wurde teilweise durch die gestiegenen Verbindlichkeiten gegenüber verbundenen Unternehmen kompensiert.

Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen spielen dagegen mit rund 33.400 Euro nur eine vergleichsweise geringe Rolle. Im Vorjahr waren es allerdings lediglich rund 853 Euro.

Auffällig geringe Eigenkapitalposition

Besonders auffällig ist die Eigenkapitalposition der Gesellschaft.

In der veröffentlichten Bilanz werden lediglich 2.000 Euro Eigenkapital ausgewiesen. Dieser Betrag entspricht dem Festkapital und ist gegenüber dem Vorjahr unverändert.

Gemessen an einer Bilanzsumme von rund 21,25 Millionen Euro entspricht dies rechnerisch einer äußerst niedrigen bilanziellen Eigenkapitalquote von nur rund 0,01 Prozent.

Diese Zahl sollte jedoch nicht isoliert interpretiert werden.

Die Gesellschaft weist gleichzeitig Verbindlichkeiten gegenüber verbundenen Unternehmen beziehungsweise Gesellschaftern von rund 5,73 Millionen Euro aus. Für eine umfassende Beurteilung der wirtschaftlichen Finanzierungsstruktur müsste insbesondere geklärt werden, welche konkreten Bedingungen für diese konzerninternen beziehungsweise gesellschafterbezogenen Finanzierungen gelten.

Allein aus dem niedrigen Festkapital lässt sich deshalb noch keine Aussage über eine wirtschaftliche Gefährdung der Gesellschaft ableiten.

Rückstellungen steigen

Die Rückstellungen erhöhten sich 2025 von rund 205.900 Euro auf rund 237.300 Euro.

Der Zuwachs beträgt damit gut 31.000 Euro beziehungsweise rund 15 Prozent.

Nach den Angaben des Unternehmens berücksichtigen die Rückstellungen sämtliche erkennbaren Risiken und ungewissen Verpflichtungen und werden mit dem nach vernünftiger kaufmännischer Beurteilung notwendigen Erfüllungsbetrag bewertet.

Eine detaillierte Aufschlüsselung der Rückstellungen ist in den vorliegenden Angaben allerdings nicht enthalten.

Keine eigenen Arbeitnehmer

Die Windpark Viertkamp GmbH & Co. KG beschäftigte während des gesamten Geschäftsjahres 2025 keine eigenen Arbeitnehmer.

Auch das ist bei Projektgesellschaften im Bereich der erneuerbaren Energien nicht ungewöhnlich. Betrieb, Verwaltung und technische Dienstleistungen können durch andere Unternehmen beziehungsweise externe Dienstleister übernommen werden.

Zur Geschäftsführung und Vertretung ist die persönlich haftende Gesellschafterin Capital Stage Wind Beteiligungs GmbH aus Hamburg berechtigt und verpflichtet.

Als Geschäftsführer werden Ingo Ermel und Michael Kubicek genannt.

100-prozentige Tochter von Capital Stage Wind IPP

Die Windpark Viertkamp GmbH & Co. KG ist eine hundertprozentige Tochtergesellschaft der Capital Stage Wind IPP GmbH mit Sitz in Hamburg.

Zudem wird die Windparkgesellschaft zum 31. Dezember 2025 in den Konzernabschluss der Encavis Management GmbH & Co. KG in Hamburg einbezogen.

Dieser Konzernabschluss wird nach den International Financial Reporting Standards – IFRS – aufgestellt.

Die Windparkgesellschaft selbst erstellt ihren Jahresabschluss dagegen nach den einschlägigen Vorschriften des Handelsgesetzbuches.

Gewinn trotz hoher Fremdfinanzierung

Aus wirtschaftlicher Sicht ergibt sich damit ein interessantes Bild.

Die Gesellschaft verfügt über Sachanlagen von mehr als 19 Millionen Euro und ist entsprechend stark fremdfinanziert. Gleichzeitig erwirtschaftete sie 2025 einen Jahresüberschuss von gut 701.000 Euro.

Zudem wurden die Bankverbindlichkeiten um rund 1,27 Millionen Euro reduziert und das Bankguthaben um rund 142.000 Euro erhöht.

Das spricht dafür, dass im Geschäftsjahr erhebliche Mittel für die Bedienung der Finanzierung zur Verfügung standen.

Allerdings reicht der veröffentlichte Jahresabschluss in der vorliegenden Form nicht aus, um daraus einen vollständigen Cashflow abzuleiten. Gewinn, Abschreibungen, Tilgungen und Veränderungen bei Forderungen beziehungsweise Verbindlichkeiten wirken unterschiedlich auf die tatsächlichen Zahlungsströme.

Ergebnisrückgang bleibt der Schwachpunkt

Der auffälligste negative Punkt ist der Rückgang des Jahresüberschusses.

Mit rund 701.000 Euro liegt das Ergebnis zwar weiterhin deutlich im positiven Bereich. Gegenüber den rund 829.000 Euro des Vorjahres fehlen jedoch rund 127.500 Euro.

Ob dafür beispielsweise geringere Stromerlöse, höhere Zins- oder Betriebskosten oder andere Faktoren verantwortlich waren, lässt sich anhand der veröffentlichten Angaben nicht feststellen.

Gerade bei Windparkgesellschaften können zudem unterschiedliche Windverhältnisse die Stromproduktion und damit die Erlöse beeinflussen. Für den konkreten Ergebnisrückgang bei Windpark Viertkamp lässt sich aus den vorliegenden Unterlagen allerdings keine solche Ursache ableiten.

Kennzahlen zeigen deutliche Entschuldung

Ein Vergleich der wichtigsten Bilanzpositionen macht die Entwicklung besonders deutlich:

Bilanzsumme: 21,25 Millionen Euro nach 22,27 Millionen Euro.

Sachanlagen: 19,34 Millionen Euro nach 20,35 Millionen Euro.

Bankguthaben: 1,16 Millionen Euro nach 1,01 Millionen Euro.

Bankverbindlichkeiten: 15,25 Millionen Euro nach 16,52 Millionen Euro.

Gesamtverbindlichkeiten: 21,01 Millionen Euro nach 22,06 Millionen Euro.

Jahresüberschuss: 701.024 Euro nach 828.562 Euro.

Damit verbindet sich 2025 ein niedrigerer Jahresgewinn mit einer gleichzeitig deutlich reduzierten Bankverschuldung und einem höheren Liquiditätsbestand.

Fazit: Profitabel, aber Ergebnis schwächer

Der Jahresabschluss 2025 der Windpark Viertkamp GmbH & Co. KG zeigt eine weiterhin profitable Windparkgesellschaft.

Der Jahresüberschuss von rund 701.000 Euro liegt zwar gut 15 Prozent unter dem Vorjahreswert. Gleichzeitig gelang es jedoch, die Bankverbindlichkeiten um rund 1,27 Millionen Euro zu reduzieren. Das Bankguthaben stieg auf rund 1,16 Millionen Euro.

Die langfristige Fremdfinanzierung bleibt mit Millionenbeträgen hoch, geht jedoch zurück. Hinzu kommen rund 5,73 Millionen Euro Verbindlichkeiten gegenüber verbundenen Unternehmen beziehungsweise Gesellschaftern.

Besonders auffällig bleibt das in der Bilanz ausgewiesene Eigenkapital von lediglich 2.000 Euro. Diese Position muss allerdings im Zusammenhang mit der Finanzierung innerhalb der Unternehmensgruppe betrachtet werden und erlaubt für sich allein keine Aussage über die wirtschaftliche Stabilität.

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