Der Jahresabschluss 2025 der Windpark Leipzig GmbH & Co. KG zeigt einen Windpark, dessen Bilanz sich zunehmend durch Abschreibungen und den Abbau bestehender Verpflichtungen verändert.
Die Bilanzsumme sank zum 31. Dezember 2025 auf 5.356.947,65 Euro. Ein Jahr zuvor waren es noch 6.543.301,79 Euro.
Damit verkleinerte sich die Bilanz innerhalb eines Jahres um rund 1,19 Millionen Euro beziehungsweise 18 Prozent.
Besonders deutlich fällt der Rückgang beim Sachanlagevermögen aus.
Anlagenwert sinkt um mehr als eine Million Euro
Ende 2024 standen die Sachanlagen noch mit 4.452.527 Euro in der Bilanz. Zum Jahresende 2025 waren es nur noch 3.425.205 Euro.
Der Buchwert verringerte sich damit um 1.027.322 Euro innerhalb eines Jahres.
Der Jahresabschluss nennt hierfür einen wesentlichen bilanziellen Hintergrund: Das Sachanlagevermögen wird zu Anschaffungskosten abzüglich linearer Abschreibungen bewertet. Für die verschiedenen Vermögensgegenstände werden betriebsgewöhnliche Nutzungsdauern von zehn beziehungsweise 16 Jahren zugrunde gelegt.
Der sinkende Bilanzwert bedeutet deshalb nicht automatisch, dass der tatsächliche technische oder wirtschaftliche Wert der Windenergieanlagen im selben Umfang zurückgegangen ist. Er bildet zunächst den handelsrechtlichen Abschreibungsverlauf ab.
Rückbau der Windräder für 2033 geplant
Eine der interessantesten Angaben findet sich im Anhang des Jahresabschlusses.
Die Gesellschaft plant den Rückbau der im Windpark Leipzig vorhandenen Windenergieanlagen im Jahr 2033.
Die dafür erwarteten Kosten werden derzeit auf rund 527.000 Euro geschätzt.
Damit gibt der Jahresabschluss einen konkreten zeitlichen Hinweis auf die derzeitige Planung für die bestehenden Anlagen.
Bis 2033 sind vom Bilanzstichtag Ende 2025 noch acht Jahre.
Ob die Anlagen tatsächlich genau zu diesem Zeitpunkt stillgelegt und zurückgebaut werden, lässt sich daraus allerdings nicht mit Sicherheit ableiten. Der Jahresabschluss dokumentiert die zum Zeitpunkt seiner Erstellung zugrunde gelegte Planung.
287.820 Euro bereits für Rückbau berücksichtigt
Für die künftigen Rückbaukosten wird bereits heute bilanziell Vorsorge getroffen.
Die entsprechende Rückbaurückstellung beträgt zum Jahresende 287.820,42 Euro.
Dabei wird nicht einfach der für 2033 erwartete Betrag von 527.000 Euro vollständig als heutige Verpflichtung angesetzt. Die Rückstellung wird nach den handelsrechtlichen Vorgaben schrittweise aufgebaut.
Bei der Berechnung berücksichtigt die Gesellschaft unter anderem eine angenommene Preissteigerung von zwei Prozent pro Jahr, entsprechende Zinssätze sowie erwartete Erlöse aus der späteren Verwertung von Schrott.
Damit dürfte die Rückbaurückstellung in den kommenden Jahren grundsätzlich weiter an Bedeutung gewinnen, wobei ihre tatsächliche Entwicklung von den jeweiligen Annahmen und Bewertungen abhängt.
Gesamte Rückstellungen steigen
Insgesamt weist die Gesellschaft Rückstellungen von 481.626,01 Euro aus.
Im Vorjahr waren es 460.910,99 Euro.
Neben der Rückbauverpflichtung bestehen unter anderem Rückstellungen für noch nicht veranlagte Gewerbesteuern. Für das Geschäftsjahr und das Vorjahr werden dafür insgesamt rund 110.000 Euro genannt.
Darüber hinaus wurden passive latente Steuern von rund 67.000 Euro gebildet.
Verbindlichkeiten sinken um mehr als 700.000 Euro
Parallel zum sinkenden Anlagenbuchwert werden bestehende Schulden deutlich reduziert.
Die gesamten Verbindlichkeiten gingen von 2.579.507,63 Euro auf 1.877.741,55 Euro zurück.
Das entspricht einem Abbau von rund 701.766 Euro beziehungsweise 27 Prozent innerhalb eines Jahres.
Von den Ende 2025 bestehenden Verbindlichkeiten sind rund 653.546 Euro innerhalb eines Jahres fällig.
Weitere 1.224.196 Euro besitzen eine Restlaufzeit von mehr als einem Jahr.
Verbindlichkeiten mit einer Laufzeit von mehr als fünf Jahren werden zum Bilanzstichtag nicht mehr ausgewiesen.
Langfristige Verpflichtungen gehen kräftig zurück
Besonders deutlich wird die Entwicklung im Vorjahresvergleich.
Ende 2024 bestanden noch Verbindlichkeiten mit einer Restlaufzeit von mehr als einem Jahr von rund 1,84 Millionen Euro.
Ende 2025 sind es nur noch rund 1,22 Millionen Euro.
Das entspricht einem Rückgang um 615.000 Euro.
Die Bilanz zeigt damit einen fortschreitenden Abbau längerfristiger finanzieller Verpflichtungen.
Auch Gesellschafterforderungen werden reduziert
In den gesamten Verbindlichkeiten befinden sich auch Verpflichtungen gegenüber Gesellschaftern.
Diese gingen von 88.299,51 Euro auf 38.105,82 Euro zurück.
Damit wurden innerhalb eines Jahres mehr als 50.000 Euro beziehungsweise rund 57 Prozent dieser Verpflichtungen abgebaut.
Bankguthaben sinkt auf 1,45 Millionen Euro
Gleichzeitig ist die Liquidität zurückgegangen.
Das Guthaben bei Kreditinstituten betrug Ende 2025 1.454.837,01 Euro. Ein Jahr zuvor waren es noch 1.735.564,28 Euro.
Damit verringerte sich der Bankbestand um rund 280.700 Euro.
Trotz dieses Rückgangs verfügt die Gesellschaft weiterhin über eine erhebliche Liquiditätsposition. Das Bankguthaben entspricht mehr als einem Viertel der gesamten Bilanzsumme.
Forderungen bleiben relativ stabil
Die Forderungen und sonstigen Vermögensgegenstände gingen vergleichsweise moderat zurück.
Ende 2024 betrugen sie 352.698,85 Euro, zum Jahresende 2025 waren es 332.995,70 Euro.
Das entspricht einer Verringerung um knapp 19.700 Euro.
Deutlich auffälliger entwickelt sich dagegen der aktive Rechnungsabgrenzungsposten.
Dieser steigt von lediglich 2.511,66 Euro im Vorjahr auf 143.909,94 Euro.
Solche Abgrenzungsposten entstehen, wenn Ausgaben bereits vor dem Bilanzstichtag geleistet wurden, wirtschaftlich aber einen Zeitraum nach dem Stichtag betreffen.
Welche konkreten Zahlungen den starken Anstieg verursacht haben, wird in den vorliegenden Angaben nicht näher aufgeschlüsselt.
Eigenkapital sinkt auf 2,73 Millionen Euro
Auch das Eigenkapital geht zurück.
Ende 2024 waren 3.202.375,51 Euro ausgewiesen. Zum 31. Dezember 2025 beträgt das Eigenkapital noch 2.732.913,34 Euro.
Damit reduzierte sich die Position um rund 469.462 Euro.
Das Eigenkapital besteht im Wesentlichen aus Kapitalanteilen der Kommanditisten von 2.452.375,51 Euro sowie einem Bilanzgewinn von 280.537,83 Euro.
Kapitalanteile der Komplementärin werden mit null Euro ausgewiesen.
Bilanzgewinn fällt deutlich
Besonders auffällig ist der Rückgang des Bilanzgewinns.
2024 standen hier noch 726.664,44 Euro. Ende 2025 waren es lediglich 280.537,83 Euro.
Das entspricht einem Rückgang um rund 446.127 Euro beziehungsweise gut 61 Prozent.
Aus der Bilanz allein lässt sich allerdings nicht ableiten, welcher Anteil dieser Veränderung auf das Ergebnis des Geschäftsjahres, Entnahmen, Ausschüttungen oder andere Bewegungen innerhalb der Eigenkapitalkonten zurückzuführen ist.
Dafür wären weitere Angaben zur Ergebnisverwendung beziehungsweise die vollständige Gewinn- und Verlustrechnung erforderlich.
Eigenkapitalquote steigt trotzdem
Obwohl das Eigenkapital absolut gesunken ist, ergibt sich bei der Eigenkapitalquote ein anderes Bild.
Ende 2024 entsprachen 3,20 Millionen Euro Eigenkapital etwa 48,9 Prozent der Bilanzsumme.
Ende 2025 entsprechen 2,73 Millionen Euro rund 51 Prozent.
Die rechnerische Eigenkapitalquote hat sich somit leicht erhöht.
Der Grund: Die gesamte Bilanzsumme ist noch stärker zurückgegangen als das Eigenkapital.
Weitere Verträge über 1,83 Millionen Euro
Neben den direkt in der Bilanz ausgewiesenen Verpflichtungen bestehen weitere finanzielle Verpflichtungen aus Wartungs-, Geschäftsbesorgungs- und Pachtverträgen.
Der Gesamtbetrag beläuft sich auf 1,83 Millionen Euro.
Davon entfallen 371.000 Euro auf Verpflichtungen mit einer Restlaufzeit von höchstens einem Jahr. Weitere 1,459 Millionen Euro betreffen spätere Jahre.
Bemerkenswert ist, dass davon noch 866.000 Euro auf Zeiträume von mehr als fünf Jahren entfallen.
Die vertraglichen Verpflichtungen reichen damit deutlich in die Zukunft und passen zur derzeit vorgesehenen Betriebs- beziehungsweise Rückbauplanung.
Passive Abgrenzung geht zurück
Auf der Passivseite bestehen außerdem Rechnungsabgrenzungsposten von 264.666,75 Euro.
Im Vorjahr waren es noch 300.507,66 Euro.
Hierbei handelt es sich um Einnahmen, die bereits vor dem Bilanzstichtag eingegangen sind, wirtschaftlich aber erst späteren Zeiträumen zugeordnet werden.
Bilanz eines Windparks in fortgeschrittener Betriebsphase
Die Kombination mehrerer Kennzahlen zeichnet ein relativ klares Bild.
Der Buchwert der Anlagen sinkt deutlich. Parallel werden Verbindlichkeiten zurückgeführt. Gleichzeitig wird bereits eine erhebliche Rückstellung für den späteren Rückbau aufgebaut.
Hinzu kommt die konkrete Planung, die bestehenden Windenergieanlagen 2033 zurückzubauen.
Die Zahlen sprechen damit für einen Windpark, dessen bestehende Anlagen sich bilanziell in einer fortgeschrittenen Phase ihres Nutzungs- und Finanzierungszyklus befinden.
Das bedeutet allerdings nicht zwangsläufig, dass am Standort nach 2033 keine Windenergie mehr erzeugt wird. Aus dem Jahresabschluss geht beispielsweise nicht hervor, ob ein Repowering – also der Ersatz älterer Anlagen durch neue, leistungsfähigere Windenergieanlagen – geplant ist.
Sitz in Osterburg
Die Windpark Leipzig GmbH & Co. KG hat ihren Sitz in Osterburg in der Altmark und ist beim Amtsgericht Stendal unter HRA 4837 eingetragen.
Persönlich haftende Gesellschafterin ist die SILUX Wind Verwaltungs GmbH mit einem gezeichneten Kapital von 25.000 Euro.
Die Geschäftsführung wurde 2025 durch Christoph Lüken und Alexander Wollin wahrgenommen.
Der Jahresabschluss wurde am 10. August 2026 festgestellt.
Fazit: Entschuldung schreitet voran – 2033 rückt bereits in den Fokus
Der Jahresabschluss 2025 zeigt einen Windpark mit deutlich sinkender Bilanzsumme.
Das Sachanlagevermögen fällt innerhalb eines Jahres um mehr als eine Million Euro auf 3,43 Millionen Euro. Gleichzeitig werden die Verbindlichkeiten um rund 702.000 Euro auf 1,88 Millionen Euro reduziert.
Auch das Eigenkapital sinkt auf 2,73 Millionen Euro, die rechnerische Eigenkapitalquote verbessert sich aufgrund der insgesamt kleineren Bilanz dennoch leicht auf rund 51 Prozent.
Besonders interessant ist jedoch der langfristige Blick: Für 2033 plant die Gesellschaft derzeit den Rückbau der vorhandenen Windenergieanlagen. Die erwarteten Kosten werden mit rund 527.000 Euro angegeben, wofür Ende 2025 bereits eine Rückstellung von knapp 288.000 Euro besteht.
Damit zeigt der Abschluss nicht nur, wie sich der Windpark finanziell im Jahr 2025 entwickelt hat. Er gibt zugleich einen seltenen konkreten Einblick in die Planung für das Ende des derzeitigen Anlagenzyklus.