Aktuell kursieren gefälschte Nachrichten, die den Eindruck erwecken, von DHL zu stammen. Den Empfängern wird mitgeteilt, dass eine Paketzustellung gescheitert sei und nun eine neue Zustelloption ausgewählt oder eine Abholadresse bestätigt werden müsse.
Besonders perfide: Die Betrüger drohen damit, dass nach 48 Stunden tägliche Lagergebühren entstehen könnten. Über eine Schaltfläche mit der Aufschrift „Lieferung verwalten“ sollen Empfänger anschließend auf eine externe Seite gelockt werden.
Die wichtigste Regel: Nicht auf den Link klicken und dort keine persönlichen Daten eingeben.
Wer tatsächlich ein DHL-Paket erwartet, sollte dessen Status unabhängig von der Nachricht über die offizielle DHL-App oder die selbst aufgerufene DHL-Website überprüfen.
Die Masche beginnt mit einem alltäglichen Problem
Ein Paket konnte angeblich nicht zugestellt werden.
Das klingt zunächst vollkommen plausibel. Millionen Menschen bestellen regelmäßig Waren im Internet, und nicht jeder weiß auswendig, wann welches Paket eintreffen soll.
Genau diesen Umstand machen sich die Täter zunutze.
Die Nachricht erweckt den Eindruck, die Sendung könne momentan nicht weiterbefördert werden. Der Empfänger müsse deshalb selbst aktiv werden und neue Zustellanweisungen erteilen.
Formulierungen wie „Handlung erforderlich“ oder „Aktualisierung Ihrer Lieferung“ sollen zusätzlich vermitteln, dass es sich um einen dringenden Vorgang handelt.
Dann kommt die 48-Stunden-Drohung
Der eigentliche psychologische Trick folgt anschließend.
Dem Empfänger wird suggeriert, er habe nur begrenzt Zeit, um zu reagieren. Nach 48 Stunden könnten angeblich tägliche Lagergebühren entstehen.
Damit verwandeln die Kriminellen ein vermeintliches Zustellproblem plötzlich in ein finanzielles Risiko.
Das Ziel liegt auf der Hand: Wer befürchtet, jeden weiteren Tag Geld bezahlen zu müssen, überprüft möglicherweise nicht mehr sorgfältig, ob die Nachricht tatsächlich von DHL stammt.
Stattdessen soll der Empfänger möglichst schnell auf „Lieferung verwalten“ klicken.
Genau hier beginnt die eigentliche Phishing-Falle.
Mehrere Details können den Betrug verraten
Die vorliegende Warnung nennt verschiedene Auffälligkeiten, anhand derer sich die Nachricht erkennen lässt.
So bleibt die Anrede unpersönlich. Auch die angegebene Sendungsnummer kann ungewöhnlich wirken. Besonders entscheidend ist jedoch das Ziel des enthaltenen Links: Dieser führt nicht auf eine offizielle DHL-Seite.
Hinzu kommen die künstlich erzeugte Frist und die Drohung mit zusätzlichen Gebühren.
Dabei sollten Verbraucher allerdings nicht davon ausgehen, dass betrügerische Nachrichten immer voller Rechtschreibfehler oder offensichtlich schlecht gestaltet sind.
Die sicherere Vorgehensweise lautet deshalb: Nicht über den zugeschickten Link prüfen, sondern den vermeintlichen Absender unabhängig davon selbst aufrufen.
Warum gerade Paketbenachrichtigungen so gefährlich sind
Die Geschichte hinter der Masche ist geschickt gewählt.
Bei einer angeblichen Nachricht von einer unbekannten Bank werden viele Menschen sofort skeptisch, wenn sie dort gar kein Konto besitzen.
Bei Paketdiensten funktioniert dieser Filter deutlich schlechter.
Wer kürzlich bei mehreren Onlineshops bestellt hat, kann tatsächlich verschiedene Pakete erwarten. Andere Menschen wissen, dass Familienmitglieder gelegentlich Sendungen an ihre Adresse schicken.
Eine Nachricht über eine angeblich fehlgeschlagene Zustellung kann deshalb genau im richtigen Moment eintreffen.
Das bedeutet jedoch nicht, dass die Täter tatsächlich wissen müssen, ob der Empfänger ein Paket erwartet. Bereits massenhaft verschickte Nachrichten können genügend Personen erreichen, bei denen die Geschichte zufällig plausibel erscheint.
Was könnte hinter „Lieferung verwalten“ stecken?
Der Link ist der kritische Bestandteil einer Phishing-Nachricht.
Eine darüber aufgerufene Seite kann optisch den Eindruck einer legitimen Paketdienst-Seite vermitteln. Anschließend können Nutzer aufgefordert werden, persönliche Informationen einzugeben.
Je nach konkreter Variante können Betrüger beispielsweise versuchen, Namen, Anschriften, Telefonnummern, E-Mail-Adressen oder Zahlungsinformationen abzugreifen.
Die im Ausgangsbericht genannte Warnung weist ausdrücklich darauf hin, dass eingegebene Daten später für Identitätsdiebstahl missbraucht werden könnten.
Erwarten Sie wirklich ein Paket? So prüfen Sie es sicher
Eine verdächtige Nachricht bedeutet nicht, dass man eine tatsächlich erwartete Sendung ignorieren muss.
Stattdessen sollte lediglich der Kommunikationsweg gewechselt werden.
Öffnen Sie die bereits installierte DHL-App oder rufen Sie die bekannte DHL-Internetseite selbst auf. Dort lässt sich der Sendungsstatus unabhängig von der erhaltenen Nachricht kontrollieren.
Ist eine Sendungsnummer vorhanden, kann sie auf diesem sicheren Weg überprüft werden.
So lässt sich vermeiden, dass eine möglicherweise manipulierte Verknüpfung darüber entscheidet, welche Internetseite geöffnet wird.
Diese fünf Warnsignale sollten Paketempfänger kennen
Besondere Vorsicht ist angebracht, wenn mehrere typische Merkmale zusammenkommen:
1. Künstlicher Zeitdruck: Angeblich bleiben nur 24 oder 48 Stunden.
2. Finanzielle Drohungen: Bei Nichtreaktion sollen Gebühren oder andere Kosten entstehen.
3. Unpersönliche Ansprache: Die Nachricht enthält keine nachvollziehbare persönliche Zuordnung.
4. Auffällige Sendungsdaten: Nummern oder andere Angaben wirken ungewöhnlich oder lassen sich nicht unabhängig bestätigen.
5. Aufforderung zum Klick: Statt die Information lediglich mitzuteilen, soll der Empfänger über einen Link sofort persönliche Angaben machen.
Gerade die Kombination aus Zeitdruck + Geldandrohung + Link sollte die Alarmglocken schrillen lassen.
Schon geklickt? Nicht automatisch in Panik geraten
Wer versehentlich auf den Link geklickt hat, sollte zunächst unterscheiden, was danach passiert ist.
Wurde lediglich eine Internetseite geöffnet und anschließend wieder geschlossen, ist das eine andere Situation als die Eingabe persönlicher oder finanzieller Informationen.
Wurden dagegen sensible Daten übermittelt, sollte schnell gehandelt werden.
Welche Maßnahmen notwendig sind, hängt davon ab, welche Informationen preisgegeben wurden. Bei Zahlungsinformationen kann beispielsweise eine unverzügliche Kontaktaufnahme mit Bank oder Kartenanbieter erforderlich sein. Bei kompromittierten Zugangsdaten sollten betroffene Passwörter über die echte Website beziehungsweise App geändert werden.
Außerdem ist erhöhte Aufmerksamkeit bei nachfolgenden Nachrichten sinnvoll. Bereits erbeutete persönliche Informationen können schließlich genutzt werden, um weitere Betrugsversuche glaubwürdiger erscheinen zu lassen.
Verdächtige Nachricht nicht weiterverwenden
Nach Angaben des zugrunde liegenden Berichts können verdächtige Nachrichten an den DHL-Kundenservice weitergeleitet und anschließend gelöscht werden.
Wichtig ist vor allem, nicht auf die Nachricht zu antworten und keine weiteren darin enthaltenen Links zu verwenden.
Auch eine vermeintliche Schaltfläche zum „Abmelden“, „Stornieren“ oder „Kontaktieren“ sollte bei einer erkennbar betrügerischen Nachricht nicht genutzt werden.
Die Betrüger verkaufen keine Zustellung – sondern Dringlichkeit
Der vielleicht wichtigste Punkt dieser Betrugsmasche betrifft gar nicht DHL.
Cyberkriminelle arbeiten immer wieder mit demselben psychologischen Muster:
Es gibt angeblich ein Problem. Es droht eine unangenehme Konsequenz. Die Zeit läuft ab. Und direkt daneben befindet sich ein Link, der das Problem angeblich sofort löst.
Mal ist es ein gesperrtes Benutzerkonto, mal eine ungewöhnliche Bankzahlung und diesmal ein Paket, für das angeblich Lagergebühren entstehen.
Wer dieses Muster erkennt, kann viele Phishing-Angriffe bereits entschärfen, bevor überhaupt geprüft werden muss, wie professionell Logo, Absender oder Internetseite aussehen.