Beim Kauf von Nahrungsergänzungsmitteln im Internet ist Vorsicht geboten. Am Beispiel des Onlineshops alimora.shop zeigt sich, wie auffällige Gesundheitsversprechen mit undurchsichtigen Bestellabläufen und möglichen Abonnements verbunden sein können. Besonders kritisch sind Angebote, die sich an Eltern und Kinder richten.
Im Mittelpunkt steht unter anderem das Produkt „DetoxMini“. Es wird mit dem Versprechen angeboten, bei Kindern Schwermetalle und Parasiten „auszuleiten“. Gleichzeitig nennt der Anbieter bestimmte Verhaltensweisen, anhand derer Eltern angeblich erkennen könnten, dass ihr Kind eine solche „Entgiftung“ benötige.
Dazu gehören beispielsweise wenig Sprechen, sozialer Rückzug oder Wutausbrüche. Solche Verhaltensweisen können jedoch zahlreiche unterschiedliche Ursachen haben und lassen für sich genommen keinen Schluss auf eine Belastung mit Schwermetallen zu. Eine medizinische Diagnose kann eine solche Symptomliste eines Onlineshops nicht ersetzen.
Zweifel an den versprochenen Wirkungen
Nach den vorliegenden Angaben enthält „DetoxMini“ Vitamin D, Vitamin B12 und Zeolith. Die enthaltenen Vitamine belegen jedoch keine Wirkung zur Ausleitung von Schwermetallen. Auch für eine Wirkung von Zeolith gegen Parasiten fehlt demnach ein entsprechender wissenschaftlicher Nachweis.
Besonders kritisch sind Aussagen wie „tötet Parasiten sofort ab“ oder das Versprechen einer „Schwermetall-Entgiftung“.
Für Nahrungsergänzungsmittel dürfen gesundheitliche Wirkungen nicht beliebig versprochen werden. Gesundheitsbezogene Angaben unterliegen in der Europäischen Union strengen rechtlichen Vorgaben und müssen entsprechend abgesichert sein.
Gerade bei Kindern sollte die Einnahme von Nahrungsergänzungsmitteln nicht aufgrund einer Internetwerbung erfolgen. Besteht der Verdacht auf eine Erkrankung, einen Nährstoffmangel, eine Schwermetallbelastung oder einen Parasitenbefall, sollte dies medizinisch abgeklärt werden.
Zusätzliches Produkt landet offenbar im Warenkorb
Die Kritik betrifft nicht nur die Gesundheitswerbung, sondern auch den Bestellvorgang.
Bei einem Test wurde nach den vorliegenden Angaben beim Hinzufügen eines gewünschten Produkts ein weiteres Produkt in den Warenkorb gelegt, ohne dass dies sofort auffiel. Kunden könnten dadurch einen höheren Betrag bezahlen als ursprünglich beabsichtigt.
Außerdem soll während der Bestellung die Möglichkeit bestehen, ein Abonnement zu aktivieren, ohne dass dies auf den ersten Blick ausreichend deutlich erkennbar ist.
Verbraucher sollten deshalb vor dem endgültigen Absenden einer Bestellung genau kontrollieren, welche Produkte sich im Warenkorb befinden, welche Gesamtsumme verlangt wird und ob es sich tatsächlich um einen einmaligen Kauf oder um ein Abonnement mit wiederkehrenden Zahlungen handelt.
Kunden berichten von weiteren Problemen
Auch Kundenbewertungen enthalten nach den vorliegenden Informationen zahlreiche kritische Berichte. Mehrere Käufer geben demnach an, dass Produkte aus China versandt worden seien und die Lieferung teilweise mehrere Wochen gedauert habe.
Andere berichten von Problemen bei Rücksendungen und davon, dass sie die Kosten dafür selbst tragen sollten.
Der Shop wirbt außerdem mit einer 30-Tage-Geld-zurück-Garantie. Kunden schildern jedoch, dass Rückerstattungen trotz Kontaktaufnahme teilweise nicht oder nur unter Schwierigkeiten erfolgt seien.
Besonders aufmerksam machen sollten Berichte über unerwartete zusätzliche Abbuchungen, die von Betroffenen nicht eindeutig einer Bestellung zugeordnet werden konnten.
Solche Erfahrungsberichte beweisen für sich genommen allerdings nicht, dass jeder Kunde entsprechende Probleme haben wird oder dass sämtliche Vorwürfe zutreffen. Sie sind aber ein Grund, vor einer Bestellung besonders sorgfältig zu prüfen.
Vor dem Kauf Warenkorb und Zahlungsbedingungen kontrollieren
Verbraucher sollten sich insbesondere von außergewöhnlichen Gesundheitsversprechen nicht zu einer schnellen Bestellung verleiten lassen. Vor dem Bezahlen sollte der gesamte Warenkorb nochmals kontrolliert werden.
Wichtig ist außerdem, genau darauf zu achten, ob ein Einmalkauf oder ein Abo vereinbart wird. Wiederkehrende Zahlungen, Lieferintervalle und Kündigungsbedingungen sollten eindeutig erkennbar sein.
Auch die Widerrufs- und Rückgabebedingungen sollten vor der Bestellung gelesen werden. Sitzt der Anbieter außerhalb der Europäischen Union oder wird die Ware aus einem Drittstaat verschickt, können Rücksendungen komplizierter und teurer werden.
Was tun bei einem ungewollten Abo?
Wer feststellt, dass entgegen seiner Absicht ein Abonnement abgeschlossen wurde, sollte schnell reagieren und schriftlich widersprechen beziehungsweise kündigen. Unberechtigte Abbuchungen sollten ebenfalls schriftlich beanstandet und die Rückzahlung verlangt werden.
Reagiert das Unternehmen nicht, kann zusätzlich die eigene Bank oder der verwendete Zahlungsdienstleister kontaktiert werden. Dabei sollte genau geschildert werden, welche Zahlung autorisiert wurde und welche Abbuchungen nach Auffassung des Kunden ohne Zustimmung erfolgt sind.
Bestellbestätigung, Screenshots des Bestellvorgangs, Rechnungen, Kontoauszüge und der gesamte Schriftverkehr mit dem Anbieter sollten als Nachweise aufbewahrt werden.
Besondere Vorsicht ist insgesamt geboten, wenn ein Onlineshop außergewöhnliche Heil- oder Gesundheitswirkungen verspricht und zugleich der Bestellvorgang nicht eindeutig erkennen lässt, welche Produkte und laufenden Kosten tatsächlich vereinbart werden.