Der Betreiber des Windparks Soltau hat seinen Jahresabschluss für das Geschäftsjahr 2025 veröffentlicht. Die Bilanz und der Lagebericht zeigen, dass das Unternehmen vor allem unter einem außergewöhnlich windarmen Jahr litt. Deutlich geringere Stromerträge führten zu sinkenden Umsätzen und einem Jahresverlust. Dennoch sieht die Gesellschaft ihre wirtschaftliche Basis als stabil an und erwartet für das laufende Jahr wieder eine Rückkehr in die Gewinnzone.
Windaufkommen deutlich unter den Erwartungen
Nach Unternehmensangaben erzeugte der Windpark im Jahr 2025 insgesamt 2,70 Millionen Kilowattstunden Strom. Damit lag die Stromproduktion rund 42 Prozent unter den ursprünglichen Erwartungen. Ursache war vor allem ein außergewöhnlich geringes Windaufkommen über nahezu das gesamte Jahr hinweg.
Die technische Verfügbarkeit der Anlagen erreichte 90,65 Prozent und blieb damit ebenfalls unter dem im Wartungsvertrag vorgesehenen Zielwert von 97 Prozent. Außergewöhnliche technische Probleme oder größere Ausfälle werden im Lagebericht jedoch nicht als Hauptursache für das schwache Ergebnis genannt.
Umsätze brechen ein
Die geringere Stromproduktion wirkte sich unmittelbar auf die Erlöse aus. Die Umsatzerlöse sanken von rund 296.000 Euro im Vorjahr auf 229.000 Euro. Gleichzeitig lagen die Einnahmen rund 44 Prozent unter der ursprünglichen Planung.
Den rückläufigen Erlösen standen steigende Betriebs- und Verwaltungskosten gegenüber. Insgesamt beliefen sich die Aufwendungen auf rund 266.000 Euro, sodass unter dem Strich ein Jahresfehlbetrag von rund 22.600 Euro entstand. Im Vorjahr hatte die Gesellschaft noch einen Jahresüberschuss von mehr als 138.000 Euro erzielt.
Bilanzsumme deutlich gesunken
Auch die Bilanzsumme verringerte sich im Geschäftsjahr deutlich. Sie sank von 495.830 Euro auf 297.291 Euro.
Ausschlaggebend hierfür waren vor allem niedrigere Bankguthaben und der Abbau von Verbindlichkeiten. Die liquiden Mittel reduzierten sich von rund 481.000 Euro auf 284.000 Euro. Gleichzeitig gingen die kurzfristigen Verbindlichkeiten von 174.500 Euro auf lediglich 6.100 Euro zurück. Das Unternehmen verfügt damit praktisch über keine nennenswerten Fremdverbindlichkeiten mehr.
Windenergieanlagen nahezu vollständig abgeschrieben
Das Anlagevermögen besteht nahezu ausschließlich aus den Windenergieanlagen des Parks.
Der Buchwert der technischen Anlagen beträgt zum Bilanzstichtag nur noch 9.111 Euro. Ursprünglich beliefen sich die Anschaffungs- und Herstellungskosten auf knapp 3,86 Millionen Euro. Über die vergangenen Jahre wurden die Anlagen nahezu vollständig planmäßig abgeschrieben.
Rückbau bereits finanziell abgesichert
Für den späteren Rückbau der Windenergieanlagen hält die Gesellschaft weiterhin ein gesondertes Rücklagenkonto vor.
Auf diesem Konto befinden sich 147.029 Euro, über die nur eingeschränkt verfügt werden kann. Das Geld dient ausschließlich der Finanzierung des späteren Rückbaus der Anlagen nach deren Betriebsende.
EEG-Vergütung läuft Ende 2026 aus
Nach Angaben des Unternehmens ist die gesetzlich abgesicherte Vergütung für den erzeugten Strom noch bis Ende 2026 gewährleistet.
Die Geschäftsführung verweist darauf, dass der Windpark auch künftig auf effiziente Betriebsführung, hohe technische Verfügbarkeit und geeignete Vermarktungsmodelle setzt, um die Wirtschaftlichkeit zu sichern. Als wesentliche Risiken nennt der Lagebericht weiterhin schwankende Windverhältnisse, technische Ausfälle sowie steigende Wartungs- und Betriebskosten.
Prognose: Rückkehr in die Gewinnzone erwartet
Für das Geschäftsjahr 2026 zeigt sich das Unternehmen deutlich optimistischer.
Unter der Annahme eines durchschnittlichen Windjahres rechnet die Gesellschaft mit einer Stromproduktion zwischen 3,24 und 3,96 Millionen Kilowattstunden. Die Umsätze sollen auf 366.000 bis 447.000 Euro steigen.
Für das kommende Geschäftsjahr wird wieder ein positives Jahresergebnis zwischen 20.000 und 24.000 Euro erwartet. Voraussetzung dafür sind normale Windverhältnisse sowie ein störungsfreier Betrieb der Anlagen.
Fazit
Der Jahresabschluss 2025 macht deutlich, wie stark Windparkbetreiber vom Wetter abhängig bleiben. Das außergewöhnlich windarme Jahr führte zu erheblichen Einbußen bei der Stromproduktion und belastete das Jahresergebnis. Gleichzeitig zeigt die Bilanz, dass die Gesellschaft ihre Verbindlichkeiten nahezu vollständig abgebaut hat und weiterhin über ausreichende Liquiditätsreserven verfügt. Mit dem erwarteten besseren Windaufkommen und höheren Stromerträgen blickt das Unternehmen vorsichtig optimistisch auf das Geschäftsjahr 2026.