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Leipziger Unternehmen für Fairtrade-Award nominiert: Fairever will den Goldhandel transparenter machen

Hellio42 (CC0), Pixabay

Gold gilt als Symbol für Wertbeständigkeit, Luxus und Sicherheit. Doch hinter dem glänzenden Edelmetall stehen oft schwierige Arbeitsbedingungen, Umweltprobleme und Menschenrechtsfragen. Das Leipziger Unternehmen Fairever möchte genau hier ansetzen und den Handel mit nachhaltig gewonnenem Gold fördern. Für dieses Engagement wurde das Unternehmen nun für den Deutschen Fairtrade-Award nominiert.

Goldabbau mit Schattenseiten

Weltweit stammen Schätzungen zufolge rund 20 Prozent des geförderten Goldes aus dem sogenannten Kleinbergbau. Millionen Menschen verdienen dort ihren Lebensunterhalt in oftmals einfachen und gefährlichen Arbeitsverhältnissen. In vielen Regionen werden die Rohstoffe unter Bedingungen gewonnen, die aus europäischer Sicht problematisch erscheinen.

Internationale Organisationen berichten regelmäßig über:

  • Kinderarbeit,
  • mangelnde Arbeitssicherheit,
  • den Einsatz von Quecksilber,
  • Umweltbelastungen,
  • sowie die Finanzierung bewaffneter Gruppen durch Rohstoffgeschäfte in einzelnen Krisenregionen.

Für Verbraucher ist dabei häufig kaum nachvollziehbar, unter welchen Bedingungen das Gold tatsächlich gefördert wurde.

Vom Entwicklungshelfer zum Goldhändler

Die Idee für Fairever entstand nach den Erfahrungen des Unternehmensgründers Florian Harkort während eines Aufenthalts in Äthiopien. Dort wurde er auf die Lebensrealität vieler Menschen im Kleinbergbau aufmerksam.

2015 gründete Harkort in Leipzig das Unternehmen, das heute als einer der größten deutschen Anbieter von Fairtrade-zertifiziertem Gold gilt. Nach Unternehmensangaben beliefert Fairever mittlerweile rund 600 Goldschmiede und Schmuckhersteller.

Fairtrade-Gold soll bessere Bedingungen schaffen

Das Geschäftsmodell basiert auf der Zusammenarbeit mit zertifizierten Kleinminen. Neben einem festen Anteil am internationalen Goldpreis erhalten die Bergbaukooperativen zusätzliche Fairtrade-Prämien, die in soziale und ökologische Projekte investiert werden können.

Zu den Anforderungen gehören unter anderem:

  • Verzicht auf Kinderarbeit,
  • verbesserte Arbeitssicherheit,
  • Umweltstandards,
  • transparente Lieferketten,
  • soziale Entwicklungsmaßnahmen in den Abbaugebieten.

Dadurch soll der Goldabbau langfristig nachhaltiger gestaltet werden.

Nachfrage wächst nur langsam

Trotz zunehmender Diskussionen über Nachhaltigkeit bleibt Fairtrade-Gold bislang ein Nischenprodukt. Während viele Verbraucher bei Kaffee, Schokolade oder Bananen auf Herkunft und Produktionsbedingungen achten, spielt die Herkunft von Gold beim Kauf von Schmuck oder Edelmetallen bislang häufig eine untergeordnete Rolle.

Allerdings beobachten Branchenvertreter ein wachsendes Interesse insbesondere bei jüngeren Kunden, die sich zunehmend für die Herkunft von Rohstoffen interessieren.

Fairtrade-Award als Anerkennung

Für sein Engagement wurde Fairever für den Deutschen Fairtrade-Award nominiert. Die Auszeichnung würdigt Unternehmen und Organisationen, die sich besonders für fairen Handel und nachhaltige Lieferketten einsetzen.

Bereits in der Vergangenheit erhielt das Unternehmen Anerkennung für sein Konzept und wurde unter anderem mit dem Deutschen Nachhaltigkeitspreis ausgezeichnet.

Kritische Einordnung

Der Ansatz von Fairever zeigt, dass auch im Edelmetallhandel mehr Transparenz möglich ist. Gleichzeitig bleibt der Einfluss solcher Initiativen bislang begrenzt, da der überwiegende Teil des weltweit gehandelten Goldes weiterhin über konventionelle Lieferketten vermarktet wird.

Für Anleger und Verbraucher stellt sich zudem die Frage, inwieweit sie bereit sind, für nachweislich fair gefördertes Gold einen höheren Preis zu zahlen. Langfristig könnte jedoch gerade die steigende Nachfrage nach nachhaltigen Produkten dazu beitragen, die Arbeitsbedingungen im Kleinbergbau zu verbessern.

Fazit

Mit dem Leipziger Unternehmen Fairever entsteht ein Gegenmodell zu den oft undurchsichtigen Lieferketten des internationalen Goldmarktes. Durch faire Bezahlung, strengere Sozialstandards und transparente Herkunftsnachweise soll nachhaltiger Goldabbau gefördert werden. Die Nominierung für den Deutschen Fairtrade-Award zeigt, dass dieses Konzept zunehmend Aufmerksamkeit erhält – auch wenn fair gehandeltes Gold derzeit noch ein Nischenprodukt bleibt.

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