Die Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht warnt aktuell vor angeblichen Jobangeboten der Plattform SLS-Consulting. Nach Angaben der Finanzaufsicht besteht der Verdacht, dass die unbekannten Betreiber ohne die erforderliche Erlaubnis Zahlungsdienste und Kryptowerte-Dienstleistungen anbieten.
Besonders brisant: Bewerber könnten unbewusst in mutmaßlich kriminelle Geldtransfers hineingezogen werden.
Beworben werden die Stellen als scheinbar harmlose Homeoffice-Jobs im Verwaltungsbereich. Doch laut BaFin besteht die Tätigkeit offenbar darin, Gelder Dritter über das eigene Bankkonto entgegenzunehmen, weiterzuleiten oder in Kryptowährungen umzutauschen.
Genau solche Modelle stehen seit Jahren im Fokus von Ermittlungsbehörden.
Denn häufig stammen die überwiesenen Gelder von Betrugsopfern — etwa aus Online-Betrug, Fake-Shops, Anlagebetrug oder Phishing-Angriffen. Die angeworbenen „Mitarbeiter“ fungieren dann faktisch als sogenannte Finanzagenten oder Geldkuriere, häufig ohne die strafrechtlichen Risiken vollständig zu erkennen.
Die BaFin weist ausdrücklich darauf hin, dass der Transfer und Tausch fremder Gelder erlaubnis- beziehungsweise zulassungspflichtig ist.
Besonders perfide ist dabei die Tarnung als seriöses Homeoffice-Angebot. Gerade in wirtschaftlich schwierigen Zeiten suchen viele Menschen flexible Nebenjobs oder Tätigkeiten im Remote-Bereich. Kriminelle nutzen diese Entwicklung gezielt aus und locken mit einfachen Verwaltungsaufgaben, attraktiven Vergütungen und schneller Einstellung.
Oft merken Betroffene erst sehr spät, dass sie möglicherweise Teil eines Geldwäsche-Netzwerks geworden sind.
Die Finanzaufsicht betont außerdem, dass nach ihren Erkenntnissen kein Zusammenhang mit der real existierenden SLS Consulting UG (haftungsbeschränkt) besteht. Offenbar wird also auch der Name eines echten Unternehmens genutzt oder imitiert, um Seriosität vorzutäuschen.
Verbraucherschützer warnen seit Jahren vor genau solchen Jobangeboten. Typische Warnzeichen sind:
- Tätigkeiten über das eigene Privatkonto
- Aufforderungen zum Weiterleiten fremder Gelder
- Umtausch in Kryptowährungen
- schnelle Einstellung ohne echtes Bewerbungsverfahren
- hohe Provisionen für einfache Tätigkeiten
- Kommunikation ausschließlich per Messenger oder E-Mail
- fehlende persönliche Ansprechpartner
Besonders gefährlich: Wer fremde Gelder über das eigene Konto weiterleitet, kann sich unter Umständen selbst strafbar machen — auch wenn die Person angibt, nichts von möglichen Betrugshintergründen gewusst zu haben.
Neben strafrechtlichen Risiken drohen auch Kontosperrungen, Ermittlungsverfahren oder massive Probleme mit Banken und Behörden.
Die BaFin macht deshalb deutlich, dass Zahlungsdienste und Kryptowerte-Dienstleistungen in Deutschland grundsätzlich nur mit entsprechender Zulassung erlaubt sind.
Der Fall zeigt erneut, wie professionell moderne Betrugsnetzwerke inzwischen auftreten. Statt offensichtlicher Fake-Angebote setzen Täter zunehmend auf seriös wirkende Webseiten, moderne Homeoffice-Modelle und den Boom rund um Kryptowährungen.
Für Verbraucher gilt deshalb mehr denn je: Wenn ein Jobangebot verlangt, fremde Gelder über das eigene Konto zu bewegen, sollten sofort alle Alarmglocken schrillen.