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Bombenalarm in Celle: Tausende müssen ihre Wohnungen verlassen – Verdacht auf Blindgänger legt Stadt lahm

Hans (CC0), Pixabay

In Celle läuft seit den frühen Morgenstunden ein Großeinsatz, der den Alltag tausender Menschen abrupt unterbricht: Wegen des Verdachts auf einen Bombenblindgänger aus dem Zweiter Weltkrieg hat die Stadt eine umfangreiche Evakuierung rund um den Bahnhof eingeleitet.

Evakuierung unter Zeitdruck

Rund 11.700 Anwohnerinnen und Anwohner sind betroffen und mussten ihre Wohnungen bis spätestens 10 Uhr verlassen haben. Einsatzkräfte, Stadtverwaltung und Helfer arbeiten unter Hochdruck, um das Gebiet schnellstmöglich zu räumen. Die Maßnahme ist Voraussetzung dafür, dass Spezialisten den Verdachtspunkt sicher untersuchen können.

Für Menschen, die keine alternative Unterkunft finden, wurde im Schulzentrum Burgstraße eine Notunterkunft eingerichtet. Diese öffnete bereits am Morgen ihre Türen. Wichtig: Haustiere dürfen dort nicht untergebracht werden – ein Umstand, der für zusätzliche Herausforderungen bei Betroffenen sorgt.

Shuttlebusse und Bürgertelefon eingerichtet

Damit die Evakuierung möglichst reibungslos verläuft, hat die Stadt einen Shuttle-Service organisiert. Sonderbusse fahren mehrere zentrale Haltestellen an, darunter:

  • ZOB am Bahnhof
  • Spörckenstraße (Nahkauf Windmühlenstraße)
  • Vor den Fuhren (Hagebaumarkt)
  • Lauensteinplatz
  • Heeseplatz

Von dort aus werden die Menschen direkt zur Notunterkunft gebracht. Zusätzlich wurde ein Bürgertelefon geschaltet, um Fragen zu klären und Unterstützung zu bieten.

Verkehr stark beeinträchtigt

Auch für Autofahrer bringt die Lage erhebliche Einschränkungen mit sich. Rund um das Evakuierungsgebiet kommt es zu Sperrungen und Umleitungen. Besonders problematisch: Ein Wasserrohrbruch am Wilhelm-Heinichen-Ring erschwert die Situation zusätzlich. Der betroffene Abschnitt ist gesperrt, der Verkehr wird weiträumig umgeleitet.

Zentrale Straßen wie die Bahnhofstraße und die Neustadt sind komplett dicht. Pendler und Reisende müssen sich auf Verzögerungen einstellen.

Große Sperrzone in der Innenstadt

Die Evakuierungszone erstreckt sich über ein weitläufiges Gebiet: von der Aller bis zur Hannoverschen Heerstraße und Landgestütstraße sowie vom Wilhelm-Heinichen-Ring bis zur Rostocker- und Wittestraße. Damit ist ein erheblicher Teil der Innenstadt betroffen.

Wann Entwarnung gegeben werden kann, ist derzeit noch unklar. Zunächst müssen Experten prüfen, ob es sich tatsächlich um einen Blindgänger handelt. Sollte sich der Verdacht bestätigen, könnte eine Entschärfung notwendig werden – und die Evakuierung bis in die Abendstunden andauern.

Stadt appelliert an Bevölkerung

Die Stadtverwaltung ruft alle Betroffenen eindringlich zur Kooperation auf. „Je schneller das Gebiet geräumt ist, desto eher können alle wieder nach Hause“, heißt es aus dem Rathaus. Erfahrungsgemäß sind solche Einsätze komplex und zeitkritisch – jede Verzögerung kann den gesamten Ablauf verlängern.

Der Einsatz in Celle zeigt einmal mehr, wie präsent die Hinterlassenschaften des Zweiten Weltkriegs noch immer sind – und wie schnell sie den Alltag ganzer Städte lahmlegen können.

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