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Erb-Masche fliegt auf: Trio soll 188.000 Euro ergaunert haben – Polizei sucht weitere Opfer

TheDigitalArtist (CC0), Pixabay

Ein dreister Betrugsfall sorgt in Niederösterreich für Aufsehen: Drei Frauen sollen mit einer erfundenen Erbschaftsgeschichte insgesamt 15 Menschen um rund 188.000 Euro gebracht haben. Die Polizei geht davon aus, dass die tatsächliche Zahl der Opfer noch höher sein könnte – und ruft mögliche Geschädigte zur Meldung auf.

Die Masche: Vertrauen ausgenutzt, Hoffnung verkauft

Nach bisherigen Erkenntnissen der Ermittler nutzte das Trio eine gezielte Täuschungsstrategie. Im Mittelpunkt stand die Behauptung, eine der Frauen habe Anspruch auf ein Erbe in Höhe von rund 700.000 Euro. Dieses könne jedoch aufgrund eines angeblichen Rechtsstreits nicht ausgezahlt werden.

Um die vermeintlichen rechtlichen Hürden zu überwinden, baten die Beschuldigten um finanzielle Unterstützung. Dabei spielten sie gezielt mit Emotionen: Sie schilderten eine dringende Notlage, kombinierten diese mit der Aussicht auf eine hohe Rückzahlung – teilweise sogar in doppelter Höhe des eingesetzten Betrags.

Besonders perfide: Die Frauen suchten sich ihre Opfer offenbar gezielt im persönlichen Umfeld. Freunde, Bekannte und Familienmitglieder wurden angesprochen – also Menschen, die ihnen vertrauten und weniger misstrauisch waren.

Festnahmen und Ermittlungen laufen

Die Betrugstaten sollen sich über mehrere Monate erstreckt haben und bis Ende Februar dieses Jahres erfolgt sein. Zwei der Beschuldigten – eine 56-Jährige ohne festen Wohnsitz in Österreich sowie eine 61-Jährige aus dem Bezirk Amstetten – wurden festgenommen und in die Justizanstalt Krems eingeliefert.

Eine dritte Frau, 64 Jahre alt und aus dem Bezirk Melk, wurde angezeigt. Die Staatsanwaltschaft St. Pölten führt die weiteren Ermittlungen.

Polizei vermutet weitere Opfer

Die Ermittler gehen davon aus, dass die bislang bekannten 15 Geschädigten nur einen Teil der tatsächlichen Opfer darstellen könnten. Gerade weil die Täterinnen im privaten Umfeld agierten, besteht die Möglichkeit, dass sich weitere Betroffene bislang nicht gemeldet haben – etwa aus Scham oder Unsicherheit.

Die Polizei appelliert daher ausdrücklich an mögliche Opfer, sich bei der Polizeiinspektion St. Georgen am Ybbsfelde zu melden.

Typisches Muster: Emotionen statt Fakten

Der Fall zeigt ein klassisches Muster von Betrugsdelikten:

  • Druck aufbauen („Das Geld wird dringend benötigt“)

  • Vertrauen nutzen (persönliche Beziehungen)

  • hohe Gewinne versprechen (Rückzahlung in doppelter Höhe)

Gerade diese Kombination macht solche Maschen besonders gefährlich.

Warum solche Betrugsfälle zunehmen

Experten beobachten seit Jahren, dass Betrüger zunehmend auf emotionale Manipulation setzen. Anstatt anonyme Opfer zu wählen, werden gezielt Menschen aus dem direkten Umfeld angesprochen – mit oft höherem Erfolg.

Hinzu kommt: Versprechen von schnellen Gewinnen oder großen Erbschaften wirken besonders verlockend – vor allem in wirtschaftlich unsicheren Zeiten.

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