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Pfefferspray an Schule versprüht – Mehrere Schüler verletzt, Polizei ermittelt

TechLine (CC0), Pixabay

Ein Vorfall an einer Mittelschule im niederbayerischen Landkreis Freyung-Grafenau hat am Mittag für einen Großeinsatz von Polizei und Rettungskräften gesorgt. Ein 15-jähriger Schüler soll in einer Umkleidekabine Pfefferspray versprüht haben. Die Folge: Dutzende Schüler mussten medizinisch versorgt werden, mehrere wurden ins Krankenhaus gebracht.

Nach Angaben des Polizeipräsidiums Niederbayern war gegen 12.30 Uhr zunächst ein „verdächtiger Geruch“ in der Schule in Grafenau wahrgenommen worden. Lehrkräfte reagierten umgehend und verständigten die Einsatzkräfte.

Erste Ermittlungen ergaben, dass ein 15-jähriger Schüler der Schule das Pfefferspray in einer Umkleidekabine – offenbar im Bereich der Turnhalle – versprüht hatte. Warum es zu dem Vorfall kam, ist bislang völlig unklar. Die Polizei hat die Ermittlungen aufgenommen.

Die Auswirkungen waren erheblich: Insgesamt 42 Schülerinnen und Schüler mussten vor Ort vom Rettungsdienst betreut werden. Elf von ihnen klagten über Augenreizungen und wurden vorsorglich in umliegende Krankenhäuser gebracht. Lebensgefahr bestand nach bisherigen Erkenntnissen nicht.

Die Situation führte zu großer Verunsicherung bei Eltern und Schülern. Die Schule reagierte, indem Eltern gebeten wurden, ihre Kinder abzuholen. Der Unterricht wurde vorübergehend unterbrochen.

Noch ist unklar, ob es sich um eine gezielte Handlung oder einen fahrlässigen Umgang mit dem Reizstoff handelte. Auch das Motiv des Jugendlichen bleibt Gegenstand der laufenden Ermittlungen. Möglich ist, dass strafrechtliche Konsequenzen folgen könnten, etwa wegen gefährlicher Körperverletzung.

Der Vorfall ist kein Einzelfall. Erst vor wenigen Wochen hatte es an einer Schule in Straubing einen ähnlichen Zwischenfall gegeben. Auch dort hatte ein 15-Jähriger während einer Pause Pfefferspray eingesetzt. Acht Schülerinnen wurden verletzt und mussten ins Krankenhaus eingeliefert werden. Die Ermittlungen in diesem Fall laufen ebenfalls.

Pfefferspray gilt in Deutschland als Tierabwehrspray und ist grundsätzlich frei verkäuflich. Wird es jedoch gegen Menschen eingesetzt, kann dies strafrechtliche Konsequenzen nach sich ziehen. Gerade an Schulen kommt es immer wieder zu Vorfällen, bei denen der unsachgemäße Gebrauch zu gesundheitlichen Gefährdungen führt.

Der aktuelle Fall wirft erneut Fragen zur Verfügbarkeit solcher Reizstoffe und zum Umgang von Jugendlichen damit auf. Während die Polizei die Hintergründe klärt, dürfte auch die Diskussion über Prävention und Aufklärung an Schulen weiter an Bedeutung gewinnen.

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