Die Wohnkosten in Österreich sind zum Jahresende weiter gestiegen. Neue Zahlen von Statistik Austria zeigen, dass sich das Mieten im vierten Quartal 2025 erneut verteuert hat. Damit setzt sich der Trend steigender Wohnkosten fort, der bereits seit mehreren Jahren den österreichischen Wohnungsmarkt prägt.
Nach Angaben der Statistikbehörde lag die durchschnittliche Miete inklusive Betriebskosten zuletzt bei 10,4 Euro pro Quadratmeter. Gegenüber dem dritten Quartal entspricht das einem Anstieg von 1,6 Prozent. Im Vergleich zum gleichen Zeitraum des Vorjahres erhöhten sich die Kosten sogar um 4,6 Prozent.
Durchschnittliche Monatsmiete bei rund 687 Euro
Für eine durchschnittliche Hauptmietwohnung mussten Haushalte im vierten Quartal monatlich 686,8 Euro bezahlen. Ein erheblicher Teil davon entfällt auf die Betriebskosten:
-
172,5 Euro pro Monat oder rund 2,6 Euro pro Quadratmeter wurden für Betriebskosten fällig.
-
Diese Kosten stiegen im Vergleich zum Vorquartal um 1,3 Prozent.
Die reinen Mietkosten – also ohne Betriebskosten – lagen im Durchschnitt bei 7,8 Euro pro Quadratmeter.
Die Generaldirektorin von Statistik Austria, Manuela Lenk, erklärte laut Mitteilung, dass sich damit ein klarer Trend fortsetzt: Die durchschnittlichen Mieten liegen seit Beginn des Jahres 2025 konstant über zehn Euro pro Quadratmeter.
Analyse von rund 1,8 Millionen Mietverhältnissen
Die Statistik basiert auf einer umfassenden Auswertung von etwa 1,8 Millionen Hauptmietverhältnissen in Österreich. Dabei zeigt sich, dass unterschiedliche Wohnformen den Mietmarkt prägen.
Ein großer Teil der Mietwohnungen entfällt auf den gemeinnützigen Sektor:
-
Rund 40 Prozent der Wohnungen sind Genossenschaftswohnungen.
-
Etwa 15 Prozent gehören zum Bereich der Gemeindewohnungen.
Im privaten Wohnungsmarkt werden hingegen rund 31,2 Prozent der Mietverträge frei vereinbart. Weitere 13,4 Prozent der Haushalte zahlen einen sogenannten Richtwertmietzins, während 1,3 Prozent noch unter den Kategoriemietzins fallen.
Deutliche Unterschiede zwischen den Bundesländern
Ein Blick auf die einzelnen Bundesländer zeigt deutliche Unterschiede in der Struktur des Mietmarktes.
In Wien ist der Anteil der Richtwertmieten besonders hoch. Rund 21 Prozent der Mietverhältnisse fallen in diese Kategorie. Gleichzeitig weist Wien mit 22 Prozent den niedrigsten Anteil an frei vereinbarten privaten Mietverträgen auf.
Auf Platz zwei bei den Richtwertwohnungen liegt die Steiermark mit 11,4 Prozent.
Ganz anders ist die Situation in den westlichen Bundesländern. Dort dominieren private Mietverträge auf dem freien Markt. Besonders hoch ist deren Anteil in:
-
Vorarlberg mit 55,4 Prozent,
-
Tirol mit 52,0 Prozent,
-
sowie Salzburg mit 48,0 Prozent.
In anderen Regionen wiederum spielen Genossenschaftswohnungen eine besonders große Rolle. So liegt ihr Anteil im Burgenland bei 70,4 Prozent und in Oberösterreich bei 58,5 Prozent.
Wohnungsmarkt bleibt politisches Dauerthema
Die anhaltenden Mietsteigerungen verschärfen die Debatte über die Entwicklung des Wohnungsmarktes in Österreich. Steigende Baukosten, begrenzter Wohnraum in Ballungszentren und eine hohe Nachfrage gelten als zentrale Treiber der Preisentwicklung.
Für viele Haushalte wird Wohnen damit zunehmend zu einem der größten Kostenfaktoren im Alltag. Experten erwarten, dass die Diskussion über Mietregulierungen, sozialen Wohnbau und neue Wohnmodelle in den kommenden Jahren weiter an Bedeutung gewinnen dürfte.