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Windpark Mainhardt: Hohe Schulden, steigende Verluste – wie belastbar ist das Projekt?

geralt (CC0), Pixabay

Der Jahresabschluss der Windpark Mainhardt GmbH & Co. KG mit Sitz in Gräfelfing zeigt für das Geschäftsjahr 2024/2025 eine weiterhin angespannte finanzielle Situation. Zwar wurden Schulden reduziert, gleichzeitig wächst der nicht durch Einlagen gedeckte Verlustanteil der Kommanditisten deutlich. Die Gesellschaft bleibt damit stark fremdfinanziert.

Bilanzsumme rückläufig

Zum 30. September 2025 weist die Gesellschaft eine Bilanzsumme von rund 20,33 Millionen Euro aus. Im Vorjahr lag dieser Wert noch bei etwa 21,62 Millionen Euro. Der Rückgang ist vor allem auf Abschreibungen im Anlagevermögen sowie geringere liquide Mittel zurückzuführen.

Das Anlagevermögen stellt weiterhin den größten Teil der Vermögenswerte dar. Es beträgt 17,54 Millionen Euro, nachdem im Vorjahr noch 18,99 Millionen Euro ausgewiesen wurden. Der Rückgang resultiert hauptsächlich aus planmäßigen Abschreibungen auf die Windenergieanlagen.

Liquide Mittel sinken

Das Umlaufvermögen liegt bei rund 1,37 Millionen Euro und ist damit ebenfalls gesunken. Besonders auffällig ist der Rückgang der Bankguthaben. Die liquiden Mittel betragen rund 1,14 Millionen Euro, während sie im Vorjahr noch 1,54 Millionen Euro betrugen.

Die Forderungen und sonstigen Vermögensgegenstände steigen dagegen auf rund 229.858 Euro. Ein kleiner Teil davon besteht aus Forderungen gegenüber Gesellschaftern.

Verlustanteile der Kommanditisten steigen deutlich

Ein besonders auffälliger Bilanzposten ist der nicht durch Vermögenseinlagen gedeckte Verlustanteil der Kommanditisten. Dieser steigt auf 1,29 Millionen Euro, nachdem er im Vorjahr noch 876.075 Euro betrug.

Dieser Posten zeigt, dass ein Teil der Verluste der Gesellschaft das eingebrachte Kapital der Kommanditisten übersteigt und bilanziell nicht mehr durch Vermögenseinlagen gedeckt ist.

Eigenkapital sehr gering

Das ausgewiesene Eigenkapital liegt bei lediglich 472.992 Euro und besteht ausschließlich aus Rücklagen. Im Vergleich zum Vorjahr mit 474.000 Euro ist es nahezu unverändert.

Angesichts der Bilanzsumme ergibt sich damit eine Eigenkapitalquote von lediglich rund 2 Prozent, was für eine Windparkgesellschaft äußerst niedrig ist.

Schulden weiterhin sehr hoch

Die Verbindlichkeiten der Gesellschaft betragen 19,49 Millionen Euro und machen damit den überwiegenden Teil der Finanzierung aus. Im Vergleich zum Vorjahr mit 20,83 Millionen Euro ist zwar ein leichter Schuldenabbau erkennbar, die Fremdfinanzierung bleibt jedoch sehr hoch.

Davon entfallen rund:

  • 1,85 Millionen Euro auf kurzfristige Verbindlichkeiten,

  • 17,64 Millionen Euro auf langfristige Schulden.

Ein Teil der Verbindlichkeiten hat eine Laufzeit von mehr als fünf Jahren. Die Kredite sind umfangreich abgesichert, unter anderem durch Sicherungsübereignung der drei Windenergieanlagen sowie durch Abtretung von Ansprüchen aus Projektverträgen.

Zinsswap zur Absicherung der Finanzierung

Zur Absicherung eines Darlehensvolumens von rund 10,6 Millionen Euro hat die Gesellschaft eine Zinsswap-Vereinbarung abgeschlossen. Diese soll das Zinsrisiko nach Ablauf der aktuellen Festzinsphase ab dem Jahr 2027 bis Ende 2035 begrenzen.

Zum Bilanzstichtag hatte diese Vereinbarung laut Bewertung einen positiven Marktwert, weshalb keine Rückstellung für drohende Verluste gebildet werden musste.

Weitere langfristige Verpflichtungen

Neben den bilanzierten Schulden bestehen zusätzliche Verpflichtungen aus Wartungs-, Geschäftsbesorgungs- und Pachtverträgen in Höhe von rund 4,79 Millionen Euro.

Diese langfristigen Kosten müssen dauerhaft aus den Erlösen des Windparks finanziert werden.

Unternehmensstruktur

Die Gesellschaft wird durch die persönlich haftende Gesellschafterin Zweite Windenergie Verwaltungs GmbH geführt. Geschäftsführer sind Thomas Kühnl und Albert Krohmer.

Bewertung aus Anlegersicht

Der Jahresabschluss zeigt eine Windparkgesellschaft mit hohen Investitionskosten und einer entsprechend starken Fremdfinanzierung. Positiv ist, dass ein Teil der Schulden reduziert werden konnte. Gleichzeitig wächst jedoch der Verlustanteil der Kommanditisten.

Die sehr niedrige Eigenkapitalquote zeigt, dass das Unternehmen stark auf stabile Stromerlöse angewiesen ist, um Kredite und laufende Verpflichtungen bedienen zu können.

Langfristig hängt die wirtschaftliche Stabilität daher maßgeblich von der Stromproduktion der Anlagen sowie von stabilen Energiepreisen ab.

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