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HI-Corporate Bonds 2-Fonds 2024/25: Solider Kurzläufer-IG-Baustein mit moderatem Spread-Risiko und attraktiver Kostenstruktur
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HI-Corporate Bonds 2-Fonds 2024/25: Solider Kurzläufer-IG-Baustein mit moderatem Spread-Risiko und attraktiver Kostenstruktur

geralt (CC0), Pixabay

1) Anlegerprofil & Rolle im Portfolio

Der Fonds ist als kurz laufender Euro-Unternehmensanleihefonds konzipiert (nichtfinanzieller Sektor, beim Kauf mind. Investmentgrade), mit dem Ziel, Renditeaufschläge gegenüber Staatsanleihen/Pfandbriefen zu vereinnahmen – bei begrenzter Zinssensitivität. Für Anleger ist das typischerweise ein Stabilisierungs- und Cash-Management-naher Renditebaustein, weniger ein „High-Yield-Booster“.

Seit 01.02.2025 ist der Fonds als SFDR Artikel-8-Produkt klassifiziert (ESG-Merkmale werden berücksichtigt). Das ist ein Plus, ersetzt aber keine finanzielle Risikoanalyse der Emittenten.

2) Performance & Ausschüttung: Ertragsstark, aber etwas langsamer als im Vorjahr

Geschäftsjahresperformance (BVI): 4,27% (Vorjahr: 5,24%).

Anteilwert stieg von 44,08 EUR auf 45,08 EUR (+1,00 EUR ≈ +2,27%).

Zusätzlich wurde eine Ausschüttung von 1,00 EUR je Anteil ausgewiesen (Gesamtausschüttung entspricht exakt der Anzahl umlaufender Anteile).

Einordnung aus Anlegersicht:
Die Kombination aus Kuponerträgen (ordentlicher Nettoertrag) und realisierten Kursgewinnen war weiterhin tragfähig. Der Rückgang der Jahresperformance ggü. 2023/24 passt zu einem Umfeld, in dem Renditeniveaus/Yields und Spreads nicht mehr so „freundlich“ liefen wie im Vorjahr.

3) Ertragsquellen: Zinsen bleiben der Haupttreiber

Aus der Ertrags- und Aufwandsrechnung:

Zinserträge gesamt: ca. 10,32 Mio. EUR (Inland + Ausland + Liquidität).

Ordentlicher Nettoertrag: 9,53 Mio. EUR (nach Kosten).

Realisierte Gewinne/Verluste: netto +6,53 Mio. EUR.

Jahresergebnis: 17,09 Mio. EUR.

Schlussfolgerung: Der Fonds lebt nicht von „Trading“, sondern primär von Carry (Zinskupons) plus punktuellen Kursbeiträgen. Das ist grundsätzlich konsistent mit der Kurzläufer-Strategie.

4) Zins- und Spread-Risiko: Duration höher – Risiko bleibt aber im Rahmen

Modifizierte Duration: 2,22 (Vorjahr: 1,57) → höhere Zinssensitivität als im Vorjahr.

Durchschnittliche Restlaufzeit: 2,36 Jahre (Vorjahr: 1,68) → ebenfalls gestiegen.

Durchschnittsrendite (YTM): 2,82% (Vorjahr: 3,30%) → spricht für Spread-Einengung/Preissteigerungen bzw. ein niedrigeres laufendes Renditeniveau bei Neuaufbau.

Was das für Sie bedeutet:
Der Fonds ist weiterhin „kurz“, aber nicht mehr ganz so defensiv wie im Vorjahr. Bei einem Zinsanstieg wirkt die Duration von ~2,2 Jahren spürbar (aber deutlich weniger als bei klassischen Aggregate-Bond-Fonds).

5) Kreditqualität: Schwerpunkt BBB – leichter Drift zu mehr Kreditrisiko

Allokation inkl. Kasse:

AAA: 0,39% (von 2,54% gesunken)

AA: 2,91% (vorher 0,00%)

A: 11,44% (von 17,01% gesunken)

BBB: 76,27% (von 74,58% gestiegen)

BB: 6,37% (von 5,11% gestiegen)

Interpretation:
Der Fonds bleibt klar im Investmentgrade-Kern, aber der große BBB-Block plus leicht höherer BB-Anteil bedeutet: Spread-Risiko und Downgrade-Sensitivität sind wichtige Stellgrößen. In Stressphasen können BBB-Segmente stärker schwanken als A/AA.

6) Portfolioaufbau & Diversifikation

Anleihenquote: 98,55% des Fondsvermögens, Kasse 0,15%, sonstige Vermögensgegenstände (v. a. Stückzinsen) 1,33%.

Restlaufzeiten (nach Übersicht): Schwerpunkt 1 bis <3 Jahre: 74,17%, dazu 3 bis <5 Jahre: 19,67%, <1 Jahr: 4,71%.

Hinweis zur Plausibilität: Im Text steht eine maximale Restlaufzeit der gehaltenen Anleihen von 3,51 Jahren. Die Kategorie „3 bis <5 Jahre“ kann dennoch konsistent sein, wenn sie faktisch überwiegend 3,0–3,51 Jahre umfasst (Bucket ist gröber als die interne Restriktion). Als Anleger würde ich diesen Punkt im Factsheet/bei der KVG kurz verifizieren, wenn die Einhaltung der 3,51-Jahres-Grenze für Ihr Risikobudget wichtig ist.

In der Einzeltitelliste wirken die Positionen breit gestreut; größere Einzelgewichte liegen grob um ~2–3% – das reduziert Klumpenrisiken einzelner Emittenten, lässt aber Branchen-/Konjunkturfaktoren (Industrie, Konsum, Energie/Versorger etc.) weiterhin wirken.

7) Kosten & Umsetzung: Sehr effizient

Gesamtkostenquote (TER): 0,29% → für einen aktiv verwalteten Rentenfonds sehr wettbewerbsfähig.

Transaktionskosten: nur 8.472,80 EUR → spricht für geringe Umschlaghäufigkeit und saubere Umsetzung.

Derivate: 0% → Strategie ist transparent, weniger Modell-/Hebelkomplexität.

8) Mittelbewegungen & Fondsgröße: stabil, aber mit Nettoabflüssen

Fondsvermögen: 416,62 Mio. EUR (Vorjahr: 412,76 Mio. EUR) → leichtes Wachstum.

Netto-Mittelabfluss: -5,42 Mio. EUR, plus Ausschüttung -7,95 Mio. EUR.
Trotzdem stieg das Fondsvermögen, weil das Jahresergebnis (+17,09 Mio. EUR) das weitgehend kompensierte.

Lesart: Anleger ziehen etwas Kapital ab, aber die Performance/Erträge stabilisieren die Größe.

9) Prüfung & Governance

Es liegt ein uneingeschränktes Prüfungsurteil vor; ESG-Angaben im SFDR-Anhang waren nicht Teil der Jahresabschlussprüfung. Prüfer war PricewaterhouseCoopers GmbH Wirtschaftsprüfungsgesellschaft.

Fazit aus Anlegersicht

Stärken

Klare, nachvollziehbare Kurzläufer-Strategie (ohne Derivate), solider Carry-Ansatz

Sehr niedrige laufende Kosten (TER 0,29%) und geringe Transaktionskosten

Gute Eignung als defensiver Unternehmensanleihe-Baustein mit begrenzter Duration

Worauf Sie achten sollten

Hoher BBB-Anteil + kleiner, aber wachsender BB-Anteil → Spread-/Konjunkturrisiko bleibt zentral

Duration und Restlaufzeit sind gestiegen → etwas mehr Zinsrisiko als im Vorjahr

Renditeniveau (YTM) ist gesunken → der „neue“ Ertragspuffer ist tendenziell niedriger als 2023/24

Für wen passt es?
Für Anleger, die im EUR-Anleiheteil mehr Rendite als Staatsanleihen/Pfandbriefe suchen, dabei aber keine langen Laufzeiten und keinen starken High-Yield-Fokus wollen – und die akzeptieren, dass BBB-Spreads in Stressphasen merklich schwanken können.

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