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Steuerverfahren gegen Thüringer Influencer – Finanzämter gehen verstärkt gegen Steuerverstöße vor
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Steuerverfahren gegen Thüringer Influencer – Finanzämter gehen verstärkt gegen Steuerverstöße vor

stevepb (CC0), Pixabay

In Thüringen geraten immer mehr Influencer ins Visier der Finanzämter. Nach Angaben des Thüringer Finanzministeriums laufen aktuell 22 Steuerverfahren gegen Personen, die über soziale Medien wie Instagram, TikTok oder YouTube Produkte bewerben und Inhalte veröffentlichen. Das bestätigte ein Sprecher der Behörde dem MDR.

Schwierige Nachvollziehbarkeit der Einnahmen

Das Geschäftsmodell vieler Influencer gilt für Finanzbeamte als besonders komplex. Einnahmen entstehen nicht nur durch klassische Werbeverträge oder bezahlte Kooperationen, sondern auch durch kostenlose Produktzusendungen. Diese gelten steuerrechtlich als geldwerter Vorteil und müssen entsprechend versteuert werden. „Gerade hier liegt ein Problem, weil Influencer die zugesandten Waren oft nicht als Einkommen betrachten – steuerlich sind sie es aber“, so ein Sprecher.

Finanzämter rüsten sich mit Spezialschulungen

Um den besonderen Herausforderungen gerecht zu werden, werden Finanzbeamte in Thüringen inzwischen gezielt geschult, um Geschäftsmodelle und Einnahmequellen von Social-Media-Stars besser zu verstehen. Dabei gehe es sowohl um Produktzusendungen als auch um Affiliate-Links, Sponsoring, Werbung oder Honorare für Auftritte.

Auch Sachsen und Sachsen-Anhalt prüfen

Nicht nur in Thüringen, auch in den Nachbarländern Sachsen und Sachsen-Anhalt haben die Finanzbehörden angekündigt, die Steuererklärungen von Influencern genauer unter die Lupe zu nehmen. Konkrete Fallzahlen gibt es dort allerdings noch nicht. Fachleute gehen jedoch davon aus, dass die Zahl der Verfahren auch dort steigen dürfte.

Signalwirkung für die Branche

Das Vorgehen der Finanzämter wird in der Szene aufmerksam verfolgt. Steuerexperten betonen, dass Influencer – unabhängig von Followerzahlen oder Reichweite – verpflichtet sind, ihre Einkünfte korrekt anzugeben. Wer dies unterlässt, riskiert Nachzahlungen, Bußgelder oder im schlimmsten Fall sogar strafrechtliche Konsequenzen wegen Steuerhinterziehung.

Ausblick

Die Verfahren in Thüringen könnten Signalwirkung für ganz Deutschland haben. Mit zunehmender Bedeutung der Social-Media-Branche ist davon auszugehen, dass die Finanzbehörden bundesweit strenger prüfen werden, ob Influencer ihre Einkünfte korrekt versteuern.

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