Überschwemmungen haben in Europa in den vergangenen Jahrzehnten spürbar mehr Schäden angerichtet als früher – ein Effekt, der nachweislich mit dem Klimawandel zusammenhängt. Das zeigt eine Untersuchung des Potsdam-Instituts für Klimafolgenforschung (PIK).
Analyse von mehr als 70 Jahren
Die Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler untersuchten 1.729 Flutereignisse in Europa zwischen 1950 und 2020. Anschließend verglichen sie die Folgen in unterschiedlichen Szenarien – mit und ohne klimatische sowie sozioökonomische Veränderungen.
Ergebnisse: Mehr Betroffene, höhere Kosten
Die Analyse zeigt: Sowohl die wirtschaftlichen Schäden als auch die Zahl der betroffenen Menschen sind in den vergangenen 70 Jahren gestiegen. Allein durch die Auswirkungen des Klimawandels erhöhten sich Schäden und Betroffenenzahlen um etwa acht Prozent.
Rolle der Erderwärmung
Nach Angaben der Forscher trägt die Erderwärmung dazu bei, dass extreme Wetterereignisse wie Starkregen häufiger und intensiver auftreten. Dadurch steigt die Gefahr von Überschwemmungen. Hinzu kommt, dass in vielen Regionen Europas mehr Menschen in potenziell gefährdeten Flussgebieten leben als früher – was die Schadenssummen weiter in die Höhe treibt.
Bedeutung für Politik und Gesellschaft
Die Studie unterstreicht die Notwendigkeit, Klimaschutz und Anpassungsmaßnahmen weiter auszubauen. Neben einer Reduzierung der Treibhausgas-Emissionen sei es wichtig, Städte und Gemeinden besser auf Hochwasserereignisse vorzubereiten – etwa durch moderne Deichsysteme, Rückhalteflächen und verbesserte Frühwarnsysteme.
Ausblick
Die Forschenden warnen, dass die Flutgefahren ohne wirksame Maßnahmen in den kommenden Jahrzehnten noch weiter zunehmen könnten. Bereits jetzt verursachen Hochwasserereignisse jährlich Milliardenschäden – Tendenz steigend.