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Kampf gegen Pythons in Florida: Roboter-Kaninchen sollen Schlangen in die Falle locken

DavidClode (CC0), Pixabay

Im endlosen Sumpfland Südfloridas kommt ab sofort plüschige Hightech-Unterstützung zum Einsatz: Wissenschaftler der University of Florida haben rund 40 mechanische Kaninchen mit Fell, Heizung und Bewegungssensorik ausgestattet, um invasive Pythons anzulocken und letztlich aus dem Ökosystem zu entfernen.

Die ungewöhnliche Methode ist Teil eines groß angelegten Feldversuchs, der erstmals im Juli 2025 startete. Ziel: Die Pythons sollen auf die vermeintlich lebenden Beutetiere anspringen – und dabei aufgespürt und entfernt werden.

Täuschend echt – aber ferngesteuert

Die „Robo-Bunnys“ wurden mit Solarzellen, Bewegungseinheiten und kleinen Heizmodulen ausgestattet, die die Körpertemperatur und Bewegungsmuster von Sumpfkaninchen simulieren – eine bevorzugte Beute der Pythons. Entwickelt wurde das System von Ökologe Robert McCleery gemeinsam mit seinem technikaffinen Kollegen Chris Dutton.

Ein integriertes Kamerasystem erkennt typische Schlangenbewegungen und schlägt Alarm, wenn ein Python in die Nähe der künstlichen Kaninchen kommt. Künftig könnten die Roboter sogar mit Geruchsstoffen ausgestattet werden, um noch realistischer zu wirken.

„Wir wollen genau das imitieren, was ein echtes Kaninchen ausmacht“, so McCleery.
„Aber ich bin Biologe – kein Roboterbauer.“

Die Gefahr durch die Pythons

Die aus Asien stammenden Burmese Pythons wurden ursprünglich über den Heimtierhandel nach Florida eingeschleppt und verbreiteten sich seit den 1980er-Jahren rasant im Everglades Nationalpark. Ihre Ausbreitung hat laut Studien massive Auswirkungen auf heimische Tierarten: Waschbären, Luchse, Füchse und vor allem Kaninchenbestände sind stark zurückgegangen.

Der Bestand der Pythons in Florida wird auf Zehntausende Exemplare geschätzt. Bei anhaltender Klimaerwärmung könnten sich die Tiere künftig sogar bis nach Georgia ausbreiten.

Vielseitiger Kampf gegen die Python-Plage

Der Einsatz der Roboter-Kaninchen ist nur ein Teil eines umfassenden Maßnahmenpakets:

  • Infrarotkameras und DNA-Analysen im Wasser werden zur Python-Erkennung eingesetzt.

  • Seit 2017 zahlt Florida Kopfgelder an professionelle Schlangenjäger – je nach Länge der gefangenen Schlange.

  • Die staatliche „Python Challenge“ lockt jedes Jahr hunderte Teilnehmer an – mit einem Preisgeld von bis zu 10.000 Dollar.

  • Sogar Schlangenjäger aus Indien vom Volk der Irula wurden eingeflogen, um ihr Wissen weiterzugeben.

Seit 2019 wurden durch solche Programme über 15.800 Pythons entfernt.

Mike Kirkland, Biologe der South Florida Water Management District:
„Projekte wie das mit den Roboter-Kaninchen könnten ein Wendepunkt sein – vor allem in ökologisch besonders sensiblen Gebieten.“

Plüsch mit Potenzial – „Bunbun“ als Hoffnungsträger

Ein Roboterkaninchen durfte übrigens mit nach Hause – zur Reparatur. McCleerys Sohn taufte es liebevoll „Bunbun“. Auch wenn die Prototypen noch getestet werden, sehen die Forscher großes Potenzial in der Methode, um die unsichtbaren Räuber aus ihrem Versteck zu locken.

„Nach zehn Jahren Forschung reicht es nicht mehr, nur zu dokumentieren – wir müssen jetzt Lösungen finden“, so McCleery.


Fazit: Was wie Science-Fiction klingt, ist ein durchdachter Ansatz zur Rettung eines der artenreichsten Ökosysteme Nordamerikas. Die Robo-Kaninchen sind gekommen, um zu täuschen – und zu helfen.


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