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Erste schwere Verletzung bei Stierläufen in Pamplona – Teilnehmer von Stier aufgespießt

Henriksen19 (CC0), Pixabay

Beim traditionsreichen Sanfermin-Fest im nordspanischen Pamplona ist es am heutigen Tag erstmals in diesem Jahr zu einer ernsteren Verletzung bei den täglichen Stierläufen gekommen. Ein Teilnehmer wurde laut Angaben der Veranstalter von einem der Kampfbullen mit dem Horn in der rechten Achselhöhle aufgespießt. Der Verletzte – ein spanischer Staatsbürger – befindet sich nach Angaben der Behörden in einem stabilen Zustand und wurde ins Krankenhaus gebracht, wo er ärztlich versorgt wird.

Dramatische Szenen auf den Straßen Pamplonas

Der Vorfall ereignete sich am Morgen während des sogenannten „Encierro“, bei dem jeden Tag sechs Kampfbullen durch die engen Gassen der Altstadt bis in die Arena getrieben werden. Dabei laufen mutige – oder risikofreudige – Teilnehmer direkt vor den Tieren her, nur durch Geschwindigkeit und Körperbeherrschung geschützt. Die Menschenmengen, das hohe Tempo und das instinktive Verhalten der Tiere führen dabei regelmäßig zu Stürzen, Prellungen oder in seltenen Fällen auch zu gefährlichen Durchbohrungen durch die Hörner.

Bilder des heutigen Laufs zeigen, wie sich die Situation kurz vor der Arena zuspitzte: Einer der Bullen trennte sich von der Herde, drehte sich abrupt um und rammte den Mann von der Seite.

Jährlich dutzende Verletzte – Todesopfer nicht ausgeschlossen

Die Stierläufe von Pamplona ziehen jedes Jahr Tausende von Teilnehmern und noch mehr Zuschauer aus aller Welt an. Trotz aller Warnungen – auch durch Rettungskräfte und Polizei – kommt es regelmäßig zu Verletzten. Allein 2023 mussten 35 Personen medizinisch versorgt werden, in den letzten zwei Jahrzehnten starben insgesamt 16 Menschen bei den Sanfermines.

Die Behörden betonen, dass der Lauf keineswegs harmlos sei. Besonders gefährlich wird es, wenn Läufer sich überschätzen oder Touristen die örtlichen Regeln ignorieren. Die Stadt stellt hunderte Sanitäter bereit, dennoch sind die Reaktionszeiten begrenzt – Sekunden entscheiden oft über den Ausgang eines Hornstoßes.

Ein jahrhundertealtes Spektakel mit wachsender Kritik

Das Sanfermin-Fest wird seit dem 16. Jahrhundert zu Ehren des Stadtheiligen San Fermín gefeiert und ist weltweit durch Ernest Hemingways Roman Fiesta (The Sun Also Rises) bekannt geworden. Neben religiösen Zeremonien und Konzerten ist der Encierro das spektakulärste und umstrittenste Element der Feierlichkeiten. Tierschützer kritisieren die Ereignisse seit Jahren heftig – sowohl wegen der Gefahr für Menschenleben als auch wegen der Belastung und späteren Tötung der Tiere in der Arena.

Trotz wachsender internationaler Kritik bleibt das Fest für viele Spanier ein fester Bestandteil ihrer kulturellen Identität – und zieht jährlich Zehntausende Touristen an.

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