Die Hamburger Polizei hat einen 20-jährigen Mann festgenommen, der im dringenden Verdacht steht, als Kopf einer pädokriminellen Gruppe im Internet agiert und dabei schwerste Straftaten begangen zu haben. Der Tatverdächtige soll nicht nur für zahlreiche Fälle virtuellen sexuellen Missbrauchs verantwortlich sein, sondern auch einen 13-jährigen Jungen aus den USA durch psychischen Druck und gezielte Manipulation in den Suizid getrieben haben.
„Das sind Abgründe, die nur schwer auszuhalten sind“, erklärte Hamburgs Polizeipräsident Falk Schnabel am Mittwoch. „Die Ermittlungen offenbaren ein unvorstellbares Maß an Unmenschlichkeit und perfider Gewalt im digitalen Raum.“
Internationale Ermittlungen führen nach Hamburg
Die Festnahme erfolgte im Rahmen eines internationalen Einsatzes unter Beteiligung deutscher und ausländischer Strafverfolgungsbehörden. Die Hamburger Staatsanwaltschaft ermittelt nun wegen Mordverdachts, sexuellen Missbrauchs von Kindern sowie Verstößen gegen das Datenschutz- und Netzwerkschutzgesetz.
Ersten Erkenntnissen zufolge betrieb der 20-Jährige unter verschiedenen Tarnnamen ein geschlossenes Netzwerk im sogenannten Darknet, über das gezielt Kinder angesprochen und manipuliert wurden. Im Fall des 13-jährigen US-amerikanischen Opfers gehen die Behörden davon aus, dass der Tatverdächtige gezielte psychische Einflussnahme betrieben und dem Jungen letztlich den Suizid nahegelegt habe.
Hausdurchsuchung und Beweismittel
Bei der Durchsuchung der Wohnung des Beschuldigten in Hamburg wurden umfangreiche digitale Beweismittel, darunter mehrere Terabyte an Daten, sichergestellt. Die Auswertung der Materialien dauert an und wird voraussichtlich Wochen in Anspruch nehmen.
Schutz der Betroffenen hat oberste Priorität
„Wir tun alles, um weitere Betroffene zu identifizieren und zu schützen. Unser besonderer Dank gilt den internationalen Partnerbehörden für die enge und professionelle Zusammenarbeit“, so Polizeipräsident Schnabel.
Die Ermittlungen dauern an. Aus ermittlungstaktischen Gründen werden derzeit keine weiteren Details zur Identität des Beschuldigten oder zu den betroffenen Kindern veröffentlicht.