Friedrich Merz hat seine erste Auslandsreise als neuer Bundeskanzler der Bundesrepublik Deutschland angetreten. Bereits am heutigen Tag führt ihn sein diplomatischer Antrittsbesuch zunächst nach Frankreich und anschließend weiter nach Polen – zwei zentrale Partnerstaaten innerhalb der Europäischen Union.
In Paris ist ein bilaterales Treffen mit dem französischen Präsidenten Emmanuel Macron vorgesehen. Im Mittelpunkt der Gespräche soll die Stärkung der strategischen Autonomie Europas stehen. Merz und Macron wollen laut Regierungskreisen darüber beraten, wie die europäische Zusammenarbeit in Sicherheits- und Verteidigungsfragen ausgebaut werden kann, um die Abhängigkeit von den Vereinigten Staaten langfristig zu verringern. Auch wirtschafts- und energiepolitische Aspekte dürften eine Rolle spielen.
Am Abend reist der Kanzler weiter nach Warschau, wo ein Gespräch mit dem polnischen Ministerpräsidenten Donald Tusk geplant ist. Themen des Treffens dürften insbesondere der russische Angriffskrieg gegen die Ukraine sowie migrationspolitische Herausforderungen an den EU-Außengrenzen sein. Beobachter erwarten, dass Merz bei seinem Besuch das klare Bekenntnis zur gemeinsamen europäischen Unterstützung der Ukraine bekräftigen wird.
Unmittelbar nach seiner Vereidigung hatte der neue Kanzler noch am späten Abend das Bundeskabinett zu einer ersten Sitzung einberufen. Dabei ging es vor allem um die Zuweisung der Zuständigkeiten innerhalb der neuen Bundesregierung. Merz betonte zum Auftakt seiner Amtszeit die Bedeutung eines geschlossenen und entschlossenen Auftretens der Regierung in Zeiten geopolitischer Unsicherheit.