Es ist eine erschütternde Entwicklung, die Amnesty International in seinem aktuellen Bericht zur Todesstrafe offenlegt: Die Zahl der weltweit dokumentierten Hinrichtungen ist im Jahr 2024 auf den höchsten Stand seit zehn Jahren gestiegen. In mindestens 15 Ländern wurden über 1.500 Menschen hingerichtet – ein drastischer Anstieg, der tief beunruhigt und grundlegende Fragen nach Menschenrechten und staatlicher Strafpraxis aufwirft.
Besonders alarmierend ist die Situation in Ländern wie China, Iran, Saudi-Arabien, Irak und Jemen. Dort wurden die meisten Todesurteile vollstreckt. Amnesty weist jedoch ausdrücklich darauf hin, dass es sich hierbei lediglich um dokumentierte Fälle handelt – die tatsächliche Zahl dürfte um ein Vielfaches höher liegen. In China beispielsweise bleibt die genaue Zahl der Exekutionen ein streng gehütetes Staatsgeheimnis, das unabhängige Überprüfungen nahezu unmöglich macht.
Vor allem im Iran, in Saudi-Arabien und im Irak verzeichnete die Menschenrechtsorganisation einen dramatischen Anstieg der Hinrichtungen im Vergleich zu den Vorjahren. Die Gründe dafür sind vielfältig – von repressiver Innenpolitik über die Anwendung der Todesstrafe bei sogenannten „moralischen Vergehen“ bis hin zu politisch motivierten Urteilen.
„Die Todesstrafe ist kein Instrument der Gerechtigkeit, sondern ein Ausdruck staatlicher Macht, die sich über grundlegende Menschenrechte hinwegsetzt“, mahnt Amnesty International. Die Organisation appelliert erneut an die Weltgemeinschaft, die Todesstrafe vollständig abzuschaffen – ein Schritt, den mittlerweile zwei Drittel aller Staaten gegangen sind oder durch ein Moratorium praktisch umsetzen.
Doch der aktuelle Anstieg zeigt: Der Kampf gegen die Todesstrafe ist längst nicht vorbei. Solange Staaten weiterhin Leben als Mittel staatlicher Strafverfolgung einsetzen, bleibt der Einsatz für ihre Abschaffung dringender denn je.