In Thüringen bleibt eine wachsende Zahl von Ärzten und Psychotherapeuten auch nach Erreichen des Rentenalters im Beruf tätig. Wie aus aktuellen Zahlen der Kassenärztlichen Vereinigung hervorgeht, waren im vergangenen Jahr landesweit 293 Mediziner und Therapeuten im Alter von 67 Jahren oder älter weiterhin berufstätig. Das entspricht einem Anstieg von rund 30 Ärzten im Vergleich zu vor fünf Jahren.
Eine Sprecherin der Kassenärztlichen Vereinigung erklärte, dass ältere Ärzte zunehmend eine tragende Säule der medizinischen Versorgung bilden – unabhängig von der Größe der jeweiligen Gemeinden. Besonders in ländlichen Regionen, wo der Ärztemangel besonders spürbar ist, tragen erfahrene Mediziner entscheidend dazu bei, die Gesundheitsversorgung aufrechtzuerhalten.
Gründe für die verlängerte Berufstätigkeit sind vielfältig. Zum einen bleibt vielen Ärzten aufgrund des steigenden Behandlungsbedarfs und fehlenden Nachwuchses kaum eine Wahl, als ihre Praxen weiterzuführen. Zum anderen entscheiden sich viele bewusst dafür, auch im Ruhestand weiterzuarbeiten – sei es aus Leidenschaft für ihren Beruf, aus Verantwortung gegenüber den Patienten oder aus finanziellen Erwägungen.
Die Entwicklung zeigt, dass die medizinische Versorgung in Thüringen zunehmend auf ältere Fachkräfte angewiesen ist. Gleichzeitig stellt sich die Frage, wie nachhaltig dieses Modell ist und welche Maßnahmen ergriffen werden müssen, um langfristig ausreichend junge Ärzte für die ambulante Versorgung zu gewinnen.