Start Allgemein BaFin erläutert Folgen für Anschlussfinanzierungen – Bauzinsentwicklung

BaFin erläutert Folgen für Anschlussfinanzierungen – Bauzinsentwicklung

148
Festzins | © kalhh (CC0), Pixabay

Kaufen statt mieten? Über lange Jahre war das vermeintlich trotz fehlendem Eigenkapital und moderatem Einkommen für viele Verbraucherinnen und Verbraucher problemlos realisierbar. Durch den erheblichen Anstieg der Zinsen für Immobilienfinanzierungen (Bauzinsen) im Jahr 2022 hat sich das schlagartig geändert. Was Verbraucher tun können, um die finanziellen Folgen für ihre bereits laufende Immobilienfinanzierung möglichst klein zu halten, hat die BaFin auf ihrer Webseite zusammengefasst.

Wer ein Haus oder eine Wohnung kauft, schließt meist mit einem Kreditgeber eine Immobilienfinanzierung über eine festgelegte Laufzeit ab. Oft ist nach Ablauf eines Zinsbindungsabschnitts eine Anschlussfinanzierung nötig. Werden dafür nun höhere Sollzinsen verlangt als für die laufende Zinsbindungsfrist, müssen Verbraucherinnen und Verbraucher höhere monatliche Raten aufbringen oder längere Abzahlungszeiträume in Kauf nehmen. Die Auswirkungen des Zinsanstiegs spüren dabei diejenigen am meisten, die noch eine hohe Restschuld zu tilgen haben. Bei manchen Eigenheimbesitzern kann infolge eines Zinsanstiegs möglicherweise sogar die gesamte Finanzierung gefährdet sein.

Bei älteren Verträgen sollte der diesjährige Anstieg des Bauzinsniveaus bislang noch nicht zu den beschriebenen Schwierigkeiten geführt haben. Denn vor zehn oder 15 Jahren, als die jetzt endenden Zinsbindungsfristen vereinbart wurden, war das Bauzinsniveau ähnlich hoch beziehungsweise deutlich höher als heute. Für die Verbraucher, die in der Niedrigzinsphase Immobilienkredite zu extrem günstigen Konditionen abschließen konnten und diese Zinsen nicht langfristig festgeschrieben haben, wird es allerdings bald ernst. In absehbarer Zeit werden auch sie sich um eine Anschlussfinanzierung bemühen müssen. Besonders wichtig ist es für sie, sich schon jetzt gründlich zu informieren. Viele Ratschläge in den Printmedien und im Fernsehen sind seriös. Im Internet ist das Bild gemischter. Neben hilfreichen Darstellungen findet sich dort auch viel Falsches oder Missverständliches.

Grundsätzlich gilt: Wenn die Immobilie erworben und die Finanzierung abgeschlossen wurde, gibt es nur noch wenig Handlungsspielraum. Trotzdem gibt es Möglichkeiten, aktiv zu werden: die persönliche Finanzierungssituation klären, sich beraten lassen, so viel wie möglich tilgen, die Konditionen mehrerer Anbieter vergleichen. Eventuell kann es sinnvoll sein, die aktuellen Zinsen schon jetzt für die Zukunft zu sichern – durch ein Forward-Darlehen. Bei einem solchen Kredit wird der Zinssatz schon längere Zeit vor der tatsächlichen Inanspruchnahme und Auszahlung vereinbart. Nähere Erläuterungen zu den Tipps und das Wichtigste zu den Faktoren, die die Immobilienfinanzierung beeinflussen, finden Sie hier.

Vorheriger ArtikelTerminladung 3 Kap 1/16 Deka Investment GmbH gegen Volkswagen AG und Porsche Automobil Holding SE
Nächster ArtikelNicht empfehlenwert: Ein Immobiliengeschäft mit der Deutschen Leibrenten Grundbesitz AG

Kommentieren Sie den Artikel

Bitte geben Sie Ihren Kommentar ein!
Bitte geben Sie hier Ihren Namen ein