Adlon-Anleger unterstützen den Initiator August Jagdfeld gegen SIGNAL IDUNA

Zur Person des Herrn Jagdfeld soll seine persönliche Geschichte dargestellt werden: Er ist als Sohn einer Schreinerfamilie in Aachen aufgewachsen. Nach dem Besuch einer Klosterschule studierte er BWL. Danach war er als Steuerberater und Wirtschaftsprüfer tätig. Das von ihm gegründete Immobilienunternehmen residiert in Düren. Mit als geschlossene Immobilienfonds bezeichneten Kommanditgesellschaften investierte er für Anleger in Bau- und Immobilienprojekte Deutschlands. Er spricht von 800 realisierten Projekten. Sein Vermögen wurde vor 20 Jahren auf eine Milliarde DM geschätzt. Die Unternehmen sind in der Fundus-Gruppe organisiert, die er leitet. Jagdfeld erhielt 1999 das Bundesverdienstkreuz. Thema des Vorwurfs der Undurchschaubarkeit

Aktuelles Thema dieses Beitrags ist das realisierte Großprojekt des Hotels Adlon in Berlin. Durch viele Veranstaltungen hat es Berühmtheit erlangt. Nicht zuletzt war es Residenz des deutschen Pokalsiegers im Fußball 2018, Eintracht Frankfurt (2018-05-19). Dennoch war das Unternehmen für Adlon-Anleger wie für viele andere Projekte der Fundus-Gruppe ökonomisch nicht erfolgreich. Es wurde insolvent unter Zwangsverwaltung gestellt. Ermittlungen der Staatsanwaltschaft gegen Jagdfeld waren häufiger festzustellen. Die Kölner Schwerpunktstaatsanwaltschaft für Wirtschaftsdelikte hat im September 2012 Anklage vor dem Landgericht Aachen in mehreren Punkten erhoben. Darunter war die der Untreue zu Lasten der Adlon-Anleger. Das Oberlandesgericht Köln hat Jagdfeld vom Vorwurf der Untreue am 3. Juli 2014 freigesprochen.

Heute versucht Herr Jagdfeld seine Stärke der Jahre vor 2010 wiederherzustellen. Seine vor dem Kreis der Adlon-Anleger vorgetragenen Argumentationen unterstellt dem Versicherungskonzern SIGNAL IDUNA eine „Rufmord“-Kampagne. Diese Unterstellungen wurden von etwa 10 Prozent der Anleger bekräftigt. Damit hat sich Herr Jagdfeld für seine Schadenersatzklage Rückendeckung geholt. Es stellt sich die Frage, ob diese nachhaltig ist und ihm die Chance eines Erfolgs verspricht.

Versuch des Angriffs

Herr Jagdfeld wirft der SIGNAL IDUNA seit Jahren eine Rufmordkampagne vor. Seit 2016 läuft vor dem Landgericht Dortmund die Klage der Gesellschaft um das Hotel Adlon (Fundus Fonds Nr. 31). Dies erfolgt mit der Rückendeckung von einem großen Teil der Adlon-Anleger in dieser Beteiligungsgesellschaft. Diese Mehrheit von aktuell 92 Prozent der insgesamt 4400 Adlon-Anleger will Herrn Jagdfeld in der Schadensersatzklage unterstützen. Zunächst geht es um 720.000 Euro gegen SIGNAL IDUNA.

Im Februar 2018 war eine Zivilklage vom LG Dortmund zurückgewiesen worden. Das Vorgehen wurde als unzulässig bezeichnet (vgl. F.A.Z. 2018-02-17). Die damals fehlende förmliche Einwilligung der Anleger wurde in der Zwischenzeit vorgelegt. Damit wurden die bisherigen Prozesshandlungen bestätigt. Darunter befindet sich die Einlegung einer Berufung vor dem OLG Hamm.

Eine Klage von Herrn Jagdfeld beinhaltet die Behauptung, dass SIGNAL IDUNA als Mitglied einer Schutzgemeinschaft von Fondseigentümern der Adlon-Anleger auf seine Absetzung als Geschäftsführer hingearbeitet und eine Strafanzeige gegen ihn initiiert habe. Das betrachtet Herr Jagdfeld als „Rufmord“. Zum Ersatz des ihm dadurch entstandenen Schadens aus dieser Kampagne verlangt er eine Milliarde Euro von dem Versicherer. Die SIGNAL IDUNA hatte sich an dem Jagdfeld-Fonds beteiligt, der Bau und Betrieb des Adlon finanzieren sollte. In einer ertragsschwachen Phase soll die Versicherung andere Anteilseigner beeinflusst haben. Die Versicherungsgesellschaft bestreitet die Vorwürfe und die Höhe der Ansprüche. Es soll eine Feststellungsklage mit einem Streitwert von 536 Millionen Euro genannt worden sein. Zunächst soll geprüft werden, ob Herr Jagdfeld dem Grunde nach einen Schadensersatzanspruch habe.

Dazu sollen alle Mitglieder des Vorstands der SIGNAL IDUNA aussagen. Das Gericht erklärt, dass dazu eine „umfangreiche Beweisaufnahme“ beabsichtigt sei, die Parteivernehmung des gesamten Vorstandes der Beklagten eischließe.“ Der Immobilienunternehmer darf mit seiner Millionenklage gegen die SIGNAL IDUNA neue Hoffnung schöpfen. Der Gerichtstermin für nächste Woche, bei der die Klage abgewiesen werden sollte, wurde abgesagt.

Fazit

Bisher konnte das Landgericht Dortmund den Argumenten von Herrn Jagdfeld nicht folgen. Die Feststellung, dass die Klage wohl abzuweisen sei, erfolgte vor sechs Monaten. Der Richter setzte einen vermeintlich letzten Termin für Ende Juni 2018 an. Nun wird der Rechtsstreit fortgesetzt. Die Vorladung des gesamten Vorstandes der SIGNAL IDUNA kann kein Hinweis auf eine mögliche Höhe des Schadenersatzes sein. Es bleibt abzuwarten, welcher Schachzug von Herrn Jagdfeld zu dessen Rettung und der der Adlon-Anleger beitragen soll. Die Entwicklung könnte aufzeigen, dass die Argumente von Herrn Jagdfeld schlüssig sind. Im Hinblick auf die bisherigen – oft befremdlichen – Aktivitäten von Herrn Jagdfeld bleibt abzuwarten, welcher Schachzug für diesen erfolgreich sein könnte – ggf. mit dem Ziel des Zeitgewinns für ihn und die Adlon-Anleger.

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